American Bulldog steht auf einer Wiese

American Bulldog: Wesen, Größe und Haltung der Rasse

Aktualisiert am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Der American Bulldog wird 52 bis 70 cm groß und wiegt 27 bis 58 kg. Er ist ein Arbeitshund mit hohem Bewegungsbedarf und braucht konsequente Führung. In mehreren Bundesländern steht er auf der Rasseliste — vor der Anschaffung muss die Landesregelung geprüft werden.

Der American Bulldog hat mit der Englischen Bulldogge nur den Namen und die Herkunft gemeinsam. Er ist größer, athletischer und deutlich arbeitsfreudiger.

Als Farmhund gezüchtet bewachte er Vieh und Hof. Diese Aufgabe prägt sein Wesen bis heute: wachsam, selbstsicher, an seine Familie gebunden.

Herkunft und Geschichte

Die Rasse stammt von englischen Bulldoggen ab, die europäische Siedler im 17. Jahrhundert nach Nordamerika mitbrachten. Dort wurden sie als Farmhunde eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand sie kurz vor dem Aussterben. John D. Johnson und Alan Scott bauten sie in den 1950er Jahren wieder auf.

Die FCI erkennt die Rasse nicht an. Die Zucht läuft über amerikanische Verbände, in Deutschland über eigene Vereine.

Johnson-Typ und Scott-Typ

Kopf eines American Bulldog
Der Johnson-Typ hat den breiteren Kopf, der Scott-Typ die längere Schnauze. Foto: ❀ Melissa Mathies /, CC BY 4.0

Der Johnson-Typ, auch Bully oder Classic genannt, ist schwerer gebaut, hat einen breiteren Kopf und eine kürzere Schnauze.

Der Scott-Typ, auch Standard oder Performance, ist leichter, athletischer und hat eine längere Schnauze. Er entspricht eher dem ursprünglichen Farmhund.

Die meisten heutigen Tiere sind Mischungen aus beiden Linien. Für die Gesundheit ist der Scott-Typ der günstigere: Je länger die Schnauze, desto besser die Atmung.

Größe, Gewicht und Aussehen

Rüden erreichen 57 bis 70 Zentimeter und 34 bis 58 Kilogramm. Hündinnen bleiben mit 52 bis 65 Zentimetern und 27 bis 45 Kilogramm kleiner.

Der Körper ist muskulös und kompakt, die Brust breit. Das Fell ist kurz und glatt.

Weiß mit Platten in Braun, Rot, Gestromt oder Schwarz ist die häufigste Zeichnung. Ganz weiße Tiere kommen vor.

Wesen und Charakter

Der American Bulldog ist selbstsicher, wachsam und eng an seine Familie gebunden. Zu Kindern in der eigenen Familie ist er meist geduldig.

Fremden gegenüber ist er zurückhaltend bis abweisend. Diese Wachsamkeit gehört zum Rassebild und lässt sich nicht wegtrainieren, nur lenken.

Er braucht eine Aufgabe. Ein unterforderter American Bulldog entwickelt Verhaltensprobleme, weil er seine Kraft und Aufmerksamkeit anderweitig einsetzt.

Rechtslage in Deutschland

Der American Bulldog steht in mehreren Bundesländern auf der Liste gefährlicher Hunde, unter anderem in Bayern, Brandenburg und Hessen. Die Regelungen unterscheiden sich erheblich.

Je nach Bundesland sind Wesenstest, Sachkundenachweis, Maulkorbpflicht oder eine Halteerlaubnis vorgeschrieben. In einzelnen Ländern ist die Haltung genehmigungspflichtig.

Vor der Anschaffung gehört ein Blick in die Landeshundeverordnung. Ein Umzug in ein anderes Bundesland kann die Rechtslage ändern.

Bewegung und Auslastung

Rennender Hund auf einer Wiese
Anders als die englische Bulldogge braucht diese Rasse viel Bewegung. Foto: Dusty J, CC BY 4.0

Zwei bis drei Stunden Bewegung am Tag sind das Maß. Der American Bulldog ist ausdauernd und kräftig.

Zughundesport, Mantrailing und Fährtenarbeit passen zu seinem Wesen. Reines Laufen lastet ihn nicht aus.

Sprünge und harte Wendungen belasten die Gelenke. Agility im Wettkampfformat ist für diese Rasse ungeeignet.

Erziehung

Konsequenz ist bei einem Hund dieser Kraft keine Option, sondern Voraussetzung. Regeln müssen vom ersten Tag an gelten.

Härte führt bei dieser Rasse nicht zum Ziel. Sie arbeitet gut mit klarer, ruhiger Führung und positiver Bestärkung.

Eine Hundeschule mit Erfahrung in kräftigen Rassen ist sinnvoll. Die Sozialisierung in den ersten sechs Monaten prägt das spätere Verhalten.

Typische Erkrankungen

Hüft- und Ellenbogendysplasie kommen bei dieser Größe häufig vor. Untersuchungsergebnisse der Elterntiere sind Pflicht.

Neuronale Ceroid-Lipofuszinose ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, die in der Rasse vorkommt. Ein Gentest ist verfügbar.

Bei stark verkürzten Schnauzen des Johnson-Typs treten Atemprobleme auf. Der Scott-Typ ist davon kaum betroffen.

Welpen und Aufzucht

Welpe im Gras
Die Sozialisierung in den ersten Monaten entscheidet über das spätere Verhalten. Foto: nicadlr, CC BY 4.0

Ein Welpe kostet zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Der Preis sagt wenig über die Qualität der Zucht aus.

Wichtiger sind Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht im Haus und ein Züchter, der nach der Wohnsituation fragt.

Wegen der Rasselisten sollte vor dem Kauf geklärt sein, ob die Haltung am Wohnort überhaupt zulässig ist.

Lebenserwartung

Der American Bulldog wird 10 bis 14 Jahre alt. Das ist für einen Hund dieser Größe ein guter Wert.

Normales Gewicht ist der wichtigste Faktor. Jedes Kilo zu viel belastet Gelenke, die ohnehin viel tragen.

Tiere vom Scott-Typ erreichen im Durchschnitt ein höheres Alter als schwere Johnson-Linien.

Für wen die Rasse passt

Für erfahrene Halter mit Zeit, Platz und der Bereitschaft, konsequent zu führen. Ein Haus mit Garten ist sinnvoll, aber kein Ersatz für Auslauf.

Nicht geeignet ist er für Anfänger, für Menschen mit wenig Zeit und für alle, die in einem Bundesland mit strengen Auflagen wohnen.

Wer sich für ihn entscheidet, plant Wesenstest, Sachkunde und Haftpflicht von Anfang an ein.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein American Bulldog?

52 bis 70 Zentimeter Schulterhöhe bei 27 bis 58 Kilogramm, je nach Geschlecht und Typ.

Ist der American Bulldog ein Listenhund?

In mehreren Bundesländern ja, darunter Bayern, Brandenburg und Hessen. Die Landeshundeverordnung entscheidet.

Was ist der Unterschied zur Englischen Bulldogge?

Größe, Bewegungsbedarf und Gesundheit. Der American Bulldog ist doppelt so schwer, athletisch und atmet in der Regel normal.

Wie viel Auslauf braucht er?

Zwei bis drei Stunden täglich, dazu Kopfarbeit. Reines Spazierengehen reicht nicht.

Ist er ein Familienhund?

In der eigenen Familie ja, mit guter Sozialisierung. Gegenüber Fremden bleibt er wachsam.

Wie alt wird die Rasse?

10 bis 14 Jahre. Normales Gewicht und geprüfte Zuchtlinien wirken sich deutlich aus.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Von Vanessa, Redaktion hunde-gesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.


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