Kleiner Hund auf einer Wiese

Kleine Hunderassen: 12 Rassen unter zehn Kilogramm

Kurzantwort: Als klein gelten Hunde bis etwa 10 kg und 40 cm Schulterhöhe. Die bekanntesten Rassen sind Chihuahua, Zwergpudel, Malteser, Yorkshire Terrier, Dackel, Mops, Havaneser, Bologneser, Papillon, Boston Terrier, Shih Tzu und Zwergspitz. Der Bewegungsbedarf schwankt zwischen 30 Minuten und zwei Stunden am Tag.

Kleine Hunde passen in eine Wohnung, kosten weniger im Futter und lassen sich leichter transportieren. Das sind die praktischen Gründe für ihre Beliebtheit.

Was viele unterschätzen: Der Charakter hängt nicht an der Größe. Ein Jack Russell braucht mehr Beschäftigung als mancher Schäferhund.

Was als klein gilt

Eine offizielle Grenze gibt es nicht. In der Praxis gelten Hunde bis etwa zehn Kilogramm und 40 Zentimeter Schulterhöhe als klein.

Die FCI teilt Rassen nicht nach Größe ein, sondern nach Verwendung. Kleine Rassen finden sich deshalb in fast allen zehn Gruppen.

Für die Haltung ist die Größe ohnehin nachrangig. Entscheidend sind Bewegungsbedarf, Fellpflege und Charakter.

Zwölf kleine Rassen im Vergleich

Rasse Gewicht Bewegung/Tag Fellpflege
Chihuahua 1,5–3 kg 30–45 Min. gering
Zwergspitz 1,9–3,5 kg 45–60 Min. hoch
Yorkshire Terrier 2–3,2 kg 60 Min. hoch
Malteser 3–4 kg 45–60 Min. sehr hoch
Papillon 1,5–5 kg 60–90 Min. mittel
Bologneser 2,5–4 kg 45–60 Min. hoch
Zwergpudel 4–6 kg 60–90 Min. hoch
Havaneser 4,5–7,5 kg 60 Min. hoch
Shih Tzu 4,5–8 kg 45–60 Min. sehr hoch
Mops 6,3–8,1 kg 30–45 Min. gering
Dackel bis 9 kg 60–90 Min. gering bis mittel
Boston Terrier 6–11 kg 60 Min. gering

Die Angaben sind Richtwerte aus den Rassestandards. Einzelne Hunde weichen davon ab.

Chihuahua: die kleinste Rasse

Chihuahua im Porträt
Der Chihuahua ist die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt. Foto: Dakiny, CC BY 4.0

Mit 1,5 bis 3 Kilogramm ist der Chihuahua die kleinste anerkannte Hunderasse. Die FCI führt ihn unter der Standardnummer 218.

Er ist selbstbewusst und bindet sich eng an eine Bezugsperson. Fremden gegenüber ist er oft misstrauisch.

Typische Probleme sind Patellaluxation, Zahnstein und ein offener Fontanellenspalt am Schädel. Der Kopf braucht Schutz vor Stößen.

Dackel: langer Rücken, klare Grenzen

Dackel im Freien
Der lange Rücken des Dackels ist sein größtes Gesundheitsrisiko. Foto: shamaasa, CC BY 4.0

Der Dackel wurde für die Baujagd gezüchtet und ist entsprechend selbstständig. Er trifft gern eigene Entscheidungen.

Sein langer Rücken bei kurzen Beinen ist anfällig für Bandscheibenvorfälle. Treppen und Sprünge vom Sofa gehören vermieden.

Übergewicht verschärft das Risiko deutlich. Bei keiner anderen kleinen Rasse ist das Gewicht so wichtig.

Kurzköpfige Rassen: Mops und Boston Terrier

Beide sind brachyzephal und haben eine verkürzte Schnauze. Ein Teil der Tiere leidet unter Atemnot bei Anstrengung und Hitze.

Beim Kauf sind offene Nasenlöcher und ruhige Atmung im Ruhezustand die wichtigsten Merkmale. Ein röchelnder Welpe wird kein gesunder Hund.

Es gibt Zuchtlinien mit längeren Schnauzen. Sie sind seltener und meist teurer, aber deutlich gesünder.

Fellpflege nach Rasse

Malteser, Shih Tzu und Yorkshire Terrier haben Haar statt Fell. Es wächst durchgehend und muss täglich gebürstet und regelmäßig geschnitten werden.

Zwergspitz, Havaneser und Zwergpudel brauchen zwei- bis dreimal wöchentlich Pflege. Der Pudel wird zusätzlich alle acht Wochen geschoren.

Chihuahua, Mops, Dackel und Boston Terrier sind pflegeleicht. Einmal wöchentlich bürsten reicht.

Bewegung: der häufigste Irrtum

Kleiner Hund an der Leine
Auch kleine Hunde brauchen täglich echte Spaziergänge, keine Runde um den Block. Foto: nikoretro, CC BY-SA 4.0

Kleine Hunde brauchen keine kurzen Runden, sondern echte Spaziergänge. Ein Papillon oder Zwergpudel läuft problemlos zwei Stunden.

Wer den Bewegungsbedarf unterschätzt, bekommt Verhaltensprobleme: Bellen, Unruhe, Zerstörung in der Wohnung.

Kopfarbeit ersetzt einen Teil der Bewegung. Suchspiele und Trickübungen lasten kleine Hunde oft schneller aus als Laufen.

Kleine Hunde und Kinder

Sehr kleine Rassen sind zerbrechlich. Ein Chihuahua oder Zwergspitz verträgt keinen Sturz aus Kinderarmen.

Robustere kleine Rassen wie Havaneser, Boston Terrier oder Beagle-Mischlinge kommen mit Kindern besser zurecht.

Unabhängig von der Rasse gilt: Kein Hund und kein Kleinkind bleiben unbeaufsichtigt zusammen.

Gesundheit: was bei kleinen Rassen häufig ist

Patellaluxation, das Herausspringen der Kniescheibe, kommt bei fast allen Zwergrassen vor. Ein Züchter legt die Untersuchung der Elterntiere vor.

Zahnprobleme sind der zweite Klassiker. In einem kleinen Kiefer stehen dieselben 42 Zähne wie bei einem großen Hund.

Trachealkollaps betrifft vor allem Zwergspitz, Yorkshire Terrier und Chihuahua. Ein Geschirr statt eines Halsbands entlastet die Luftröhre.

Kosten

Ein Welpe vom VDH-Züchter kostet je nach Rasse 1.200 bis 2.500 Euro. Futter schlägt mit 20 bis 40 Euro im Monat zu Buche.

Tierarztkosten sind bei kleinen Rassen nicht automatisch niedriger. Zahnsanierungen und Knieoperationen kommen häufig vor.

Hundesteuer und Haftpflicht fallen unabhängig von der Größe an. Zusammen sind das etwa 150 bis 250 Euro im Jahr.

Lebenserwartung

Kleine Hunde werden im Schnitt älter als große. 13 bis 16 Jahre sind bei vielen Rassen normal.

Chihuahua und Zwergpudel erreichen häufig 15 Jahre und mehr. Mops und Boston Terrier liegen wegen der Kurzköpfigkeit darunter.

Gewicht, Zahnpflege und Bewegung wirken sich stärker aus als die Rasse allein.

Häufige Fragen

Welche Rasse ist die kleinste?

Der Chihuahua mit 1,5 bis 3 Kilogramm. Er ist auch die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt.

Welcher kleine Hund ist am pflegeleichtesten?

Chihuahua, Mops, Dackel und Boston Terrier. Alle vier haben kurzes Fell und brauchen kaum Pflege.

Sind kleine Hunde für Anfänger geeignet?

Nicht automatisch. Havaneser und Bologneser gelten als anfängerfreundlich, Dackel und Yorkshire Terrier sind eigensinnig.

Wie viel Auslauf brauchen kleine Hunde?

Je nach Rasse 30 Minuten bis zwei Stunden. Die Größe sagt darüber wenig aus.

Welche kleinen Hunde eignen sich für die Wohnung?

Fast alle, wenn der Bewegungsbedarf draußen gedeckt wird. Entscheidend ist die Bellfreudigkeit, nicht die Größe.

Wie alt werden kleine Hunde?

13 bis 16 Jahre im Durchschnitt. Kurzköpfige Rassen liegen darunter.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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