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Kurzantwort: Der Cane Corso Italiano ist ein italienischer Molosser, von der FCI 1996 anerkannt unter Standard Nr. 343, Gruppe 2, Sektion 2.1. Rüden werden 64 bis 68 Zentimeter groß und wiegen 45 bis 50 Kilogramm, Hündinnen 60 bis 64 Zentimeter bei 40 bis 45 Kilogramm. In Bayern steht die Rasse auf der Liste der Kategorie 2, dort ist ein Negativzeugnis nach Wesenstest nötig.
Der Cane Corso ist in Deutschland selten und fällt trotzdem sofort auf. Ein kurzhaariger, schwerer Hund mit breitem Kopf, der aussieht, als hätte ihn jemand aus einem Block geschnitten.
Die Rasse zieht deshalb zwei Gruppen an. Menschen, die einen ruhigen Arbeitshund suchen, und Menschen, die Eindruck machen wollen.
Hier stehen die Zahlen aus dem Standard, das dokumentierte Wesen, die rechtliche Lage in Deutschland und die Fragen, die du dir vor einem Kauf stellen solltest.
Herkunft und Geschichte
Die Rasse stammt aus Süditalien. Ein weiterer Name lautet Cane di Macellaio, Hund des Metzgers, was auf die Arbeit am Vieh verweist.
Die genaue Abstammung ist nicht gesichert. Als Vorfahre gilt der römische Molosserhund, der canis pugnax. Ob der Mastino Napoletano dazwischensteht, ist umstritten.
Die FCI erkannte den Cane Corso 1996 an. Er ist damit eine junge Rasse im Standardwerk, auch wenn sein Typ in Italien lange gehalten wurde.
Größe, Gewicht und Aussehen
Der Standard nennt für Rüden 64 bis 68 Zentimeter Widerristhöhe, für Hündinnen 60 bis 64 Zentimeter, jeweils mit einer Toleranz von zwei Zentimetern. Das Gewicht liegt bei 45 bis 50 beziehungsweise 40 bis 45 Kilogramm.
Der Körper ist etwas länger als hoch. Das Haar ist kurz, glänzend und dicht, mit wenig Unterwolle.
Erlaubt sind schwarz, bleigrau, schiefergrau, hellgrau, hell falbfarben, hirschrot, dunkel falbfarben und gestromt in allen Schattierungen. Eine graue oder schwarze Maske soll nicht über die Augen hinausreichen. Die Ohren sind hoch angesetzt, dreieckig und hängend.
Wesen und was die Rasse braucht
In Italien arbeiten Cane Corsi häufig im Rudel, als Familien-, Schutz- und Treibhunde. Beschrieben werden sie als gelehrig, arbeitsfreudig, ruhig und anhänglich.
Fremden gegenüber verhalten sie sich eher gleichgültig, solange Familie und Besitz nicht bedroht wirken. Genau darin liegt die Anforderung an den Halter: Der Hund entscheidet sonst selbst, was eine Bedrohung ist.
Er braucht klare, freundliche Führung und tägliche Arbeit im Kopf. Ein Molosser dieser Größe, der sich langweilt, sucht sich seine Aufgabe im Vorgarten.
Haltung in Deutschland: Listenhund?
In Bayern führt die Kampfhundeverordnung den Cane Corso in Kategorie 2. Dort wird eine gesteigerte Aggressivität vermutet, die Vermutung ist aber widerlegbar.
Der Weg führt über ein Gutachten, umgangssprachlich Wesenstest. Akzeptiert die Gemeinde das Ergebnis, stellt sie ein Negativzeugnis aus, und der Hund gilt nicht mehr als Kampfhund.
In Nordrhein-Westfalen wurde zunächst angenommen, der Cane Corso falle unter § 10 des Landeshundegesetzes. Das Verwaltungsgericht Köln entschied am 6. September 2007 rechtskräftig, dass Cane Corso und Dogo Canario keine Hunde im Sinne dieser Vorschrift sind (Az. 20 K 5671/05). Prüfe trotzdem immer die Verordnung deines Bundeslandes, die Listen ändern sich.
Gesundheit
Rassetypische Themen sind bei schweren Molossern die Gelenke. Hüft- und Ellbogendysplasie werden von seriösen Zuchtverbänden geröntgt und ausgewertet; lass dir die Befunde der Elterntiere zeigen.
Bei großen, tiefbrüstigen Hunden zählt die Magendrehung zu den akuten Notfällen. Symptome sind ein aufgetriebener Bauch, erfolgloses Würgen und Unruhe. Das ist ein Fall für die sofortige Klinikfahrt.
Zur Lebenserwartung des Cane Corso liegen für Deutschland keine belastbaren Erhebungen vor. Verlass dich deshalb nicht auf Zahlen aus Rasseportalen. Frag Züchter direkt nach dem Alter ihrer eigenen Hunde.
Achte außerdem auf die Augenlider. Bei Molossern mit lockerer Haut kommen Rolllid und Ektropium vor, beide sind operativ zu korrigieren.
Und wieg deinen Hund regelmäßig. Jedes Kilo zu viel geht bei diesem Format direkt auf Hüften und Ellbogen.
Für wen die Rasse passt
Für Menschen mit Hundeerfahrung, Zeit und Platz. Ein 50-Kilo-Hund, der an der Leine zieht, ist für die meisten körperlich nicht zu halten.
Rechne mit höheren laufenden Kosten. Futter, Tierarzt nach Gewicht, Hundesteuer für Listenhunde und in einigen Ländern eine vorgeschriebene Haftpflicht summieren sich.
Und plane den Nachweis früh ein. Wesenstest, Sachkundenachweis und Zuverlässigkeitsprüfung dauern, und ohne sie darfst du den Hund in manchen Ländern gar nicht halten.
Denk auch an das Umfeld. Vermieter, Hundeschulen und Tierpensionen lehnen Listenhunde regelmäßig ab, und ein Umzug in ein anderes Bundesland kann die Lage über Nacht ändern.
Wer diese Punkte vorher klärt, hat später einen ruhigen Hund und wenig Papierkram. Wer sie überspringt, hat beides umgekehrt.
Häufige Fragen
Wie groß und schwer wird ein Cane Corso?
Rüden 64 bis 68 Zentimeter bei 45 bis 50 Kilogramm, Hündinnen 60 bis 64 Zentimeter bei 40 bis 45 Kilogramm.
Ist der Cane Corso ein Listenhund?
In Bayern ja, in Kategorie 2. In Nordrhein-Westfalen fällt er laut Urteil des Verwaltungsgerichts Köln von 2007 nicht unter § 10 LHundG. Die Lage unterscheidet sich je Bundesland.
Ist der Cane Corso ein Familienhund?
In Italien wird er so gehalten. Er gilt als anhänglich und ruhig im Haus, braucht aber Führung und Erfahrung.
Wie viel Auslauf braucht er?
Mehrere ruhige Stunden draußen täglich plus Kopfarbeit. Dauerlauf und Ballspiele sind für einen schweren Molosser die falsche Belastung.
Wie viel kostet ein Welpe?
Die Preise setzen die Züchter selbst fest und schwanken stark. Wichtiger als der Preis sind Zuchtverband, Gesundheitsuntersuchungen der Eltern und die Aufzucht im Haus.
Braucht der Cane Corso einen Maulkorb?
Das hängt vom Bundesland und vom Status als Listenhund ab. Gewöhne ihn unabhängig davon früh an einen gut sitzenden Korb, das erleichtert Tierarzt und Bahnfahrt.
Quellen
- FCI: Rassestandard Nr. 343 Cane Corso Italiano
- Cane Corso Italiano – Wikipedia
- Rasseliste – Wikipedia
- Bayerische Polizei: Häufige Fragen zu Kampfhunden
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Hovawart: Rasseporträt, Größe, Wesen und Haltung
- American Bulldog: Wesen, Größe und Haltung der Rasse
- Entlebucher Sennenhund: Wesen, Größe und Haltung
Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.








