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Kurzantwort: Die Englische Bulldogge wiegt laut FCI-Standard Nr. 149 25 kg (Rüden) und 23 kg (Hündinnen); eine Schulterhöhe legt der Standard nicht fest. Sie gilt als ruhig, anhänglich und stur. Wegen ihrer kurzen Schnauze leidet ein großer Teil der Rasse unter Atemnot — beim Kauf ist die Nasenöffnung wichtiger als jedes andere Merkmal.
Die Englische Bulldogge ist ein Familienhund mit einem Ruf für Gelassenheit. Sie bellt wenig, braucht wenig Auslauf und liegt am liebsten dort, wo ihre Menschen sind.
Gleichzeitig ist sie eine der Rassen mit den größten gesundheitlichen Problemen. Wer sie sich anschafft, sollte beides kennen.
Herkunft und Geschichte

Die Rasse entstand in England und wurde ursprünglich für Tierkämpfe gezüchtet. Nach dem Verbot dieser Kämpfe 1835 stand sie kurz vor dem Aussterben.
Züchter formten daraus einen Begleithund mit deutlich ruhigerem Wesen. Der massige Kopf und der gedrungene Körper stammen aus dieser Zeit.
Der Rassestandard der FCI führt sie unter der Standardnummer 149 in der Gruppe 2. Die Zucht liegt beim britischen Kennel Club.
Größe, Gewicht und Aussehen
Der FCI-Standard Nr. 149 nennt nur das Gewicht: 25 Kilogramm für Rüden, 23 Kilogramm für Hündinnen. Eine Schulterhöhe steht nicht im Standard; die häufig genannten 31 bis 40 Zentimeter stammen aus Rasseclubs und Ratgebern, nicht aus dem Standard.
Auffällig sind der breite Kopf, die kurze Schnauze und die tief angesetzten Rosenohren. Der Rücken ist kurz, die Brust breit.
Das Fell ist kurz und glatt. Erlaubt sind einfarbig rot, falb, weiß sowie gestromte und gescheckte Varianten.
Steckbrief nach FCI-Standard Nr. 149
Die Angaben unten stehen wörtlich oder sinngemäß im gültigen FCI-Standard (Publikation 13.10.2010). Was dort nicht steht, steht auch hier nicht.
| Merkmal | Angabe im Standard |
|---|---|
| FCI-Nummer | 149 |
| Gruppe / Sektion | Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige Hunde, ohne Arbeitsprüfung |
| Ursprung | Großbritannien |
| Verwendung | Begleithund mit Abschreckungswirkung |
| Gewicht | Rüden 25 kg, Hündinnen 23 kg |
| Schulterhöhe | nicht festgelegt |
| Haar | fein, kurz, dicht, glatt |
| Farben | einfarbig oder einfarbig mit schwarzer Maske: gestromt, rot in allen Schattierungen, falb, rehbraun, weiß, gescheckt; „Dudley“ (unpigmentierte Nase), schwarz und schwarz mit Loh höchst unerwünscht |
| Wesen laut Standard | aufmerksam, kühn, loyal, zuverlässig, mutig, grimmig im Aussehen, liebenswürdig im Wesen |
| Atmung | „Hunde mit erkennbarer Atemnot sind höchst unerwünscht“; eine gesunde Bewegungsfähigkeit ist „von äußerster Wichtigkeit“ |
| Disqualifizierende Fehler | aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde; deutliche physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen |
| Erste Erwähnung | um 1630; ab 1860 auf Ausstellungen |
Der Standard verlangt seit 2010 ausdrücklich freie Atmung. Ein Züchter, der Welpen mit Röcheln in Ruhe abgibt, züchtet gegen den eigenen Standard.
Wesen und Charakter
Bulldoggen gelten als ausgeglichen und kinderlieb. Sie suchen die Nähe ihrer Menschen und bleiben ungern allein.
Gleichzeitig sind sie eigensinnig. Ein Kommando wird ausgeführt, wenn der Hund den Sinn erkennt, nicht auf Zuruf.
Aggression gehört nicht zum Rassebild. Die heutige Zucht hat den Kampfhundcharakter vollständig herausgezüchtet.
Das größte Gesundheitsproblem: die Atmung
Die Englische Bulldogge ist brachyzephal, also kurzköpfig. Nasenlöcher, Gaumensegel und Luftröhre sind bei vielen Tieren verengt.
Das Ergebnis ist das brachyzephale Syndrom: Schnarchen, Röcheln, Atemnot bei Anstrengung und Hitze. Betroffene Hunde bekommen dauerhaft zu wenig Sauerstoff.
Beim Welpenkauf gilt deshalb: offene Nasenlöcher, ruhige Atmung im Ruhezustand, kein Röcheln beim Spielen. Ein Hund, der beim Laufen pfeift, ist krank.
Die vier BOAS-Grade der Universität Cambridge
Die Tiermedizinische Fakultät Cambridge stuft Bulldoggen nach einem Belastungstest (drei Minuten zügiges Gehen) in vier Grade ein. Das Schema nutzen Zuchtverbände in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien für die Zuchtzulassung.
| Grad | Befund | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | frei von BOAS | klinisch nicht betroffen; jährliche Kontrolle, wenn der Hund unter 2 Jahre alt ist |
| I | leichte Atemgeräusche | klinisch nicht betroffen; jährliche Kontrolle bis 3 Jahre |
| II | mäßige Atemgeräusche | klinisch krank; Behandlung nötig, Gewichtsabnahme und/oder Operation |
| III | schwere Atemgeräusche | klinisch schwer krank; gründliche Untersuchung und Operation |
Für den Kauf heißt das: Nach dem Testergebnis der Elterntiere fragen. Grad 0 und I gelten als zuchttauglich, Grad II und III nicht.
Weitere typische Erkrankungen
Hautfalten am Kopf und an der Rute entzünden sich, wenn sie feucht bleiben. Sie werden täglich trocken gewischt.
Hüft- und Ellenbogendysplasie kommen häufig vor. Ein seriöser Züchter legt die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere vor.
Die Rute ist oft eingedreht und kann eingewachsen sein. Das muss beim Tierarzt kontrolliert werden.
Haltung im Alltag

Zwei bis drei kurze Spaziergänge am Tag reichen. Lange Strecken und Hundesport sind für diese Rasse ungeeignet.
Hitze ist gefährlich. Über 22 Grad wird jeder Spaziergang zum Risiko, weil der Hund über die Atmung kaum kühlen kann.
Treppen und Sprünge belasten die Gelenke. In einer Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug ist die Rasse fehl am Platz.
Ernährung und Gewicht
Übergewicht verschärft alle Probleme dieser Rasse gleichzeitig: Atmung, Gelenke, Herz. Das Gewicht ist der wichtigste Stellhebel für ihre Gesundheit.
Die Rippen sollten unter leichtem Druck fühlbar sein. Ist eine Fettschicht dazwischen, ist der Hund zu schwer.
Zwei Mahlzeiten am Tag sind besser als eine große. Der kurze Verdauungstrakt verträgt große Portionen schlecht.
Welpen und Aufzucht

Bulldoggenwelpen wachsen schnell und belasten dabei ihre Gelenke. Spaziergänge folgen der Faustregel: eine Minute je Lebenswoche.
Die meisten Würfe kommen per Kaiserschnitt zur Welt, weil der Kopf für den Geburtskanal zu groß ist. Das ist bei dieser Rasse die Regel, nicht die Ausnahme.
Ein Welpe kostet bei einem seriösen Züchter zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Deutlich günstigere Angebote stammen meist aus dem Ausland ohne Gesundheitsprüfung.
Woran man einen guten Züchter erkennt
Er zeigt die Elterntiere, legt Untersuchungsergebnisse vor und lässt sich Zeit für Fragen. Ein Wurf im Jahr ist normal, mehrere sind ein Warnsignal.
Er fragt selbst nach: nach Wohnsituation, Arbeitszeiten und Erfahrung. Wer nur nach dem Kaufpreis fragt, züchtet nicht, sondern verkauft.
Die Welpen wachsen im Haus auf, nicht im Zwinger. Sie haben Kontakt zu Menschen, Geräuschen und Alltag.
Lebenserwartung
Die Englische Bulldogge wird acht bis zehn Jahre alt. Das ist deutlich weniger als bei vergleichbar großen Rassen.
Der Grund liegt in den Zuchtmerkmalen selbst. Kurzer Kopf, breite Brust und gedrungener Körper bringen Belastungen mit, die sich addieren.
Tiere aus gesundheitsorientierter Zucht mit längerer Schnauze leben messbar länger. Diese Linien gibt es, sie sind nur seltener.
Für wen die Rasse passt
Für Menschen, die einen ruhigen Begleiter im Haus suchen und viel Zeit zu Hause verbringen. Die Bulldogge ist gern dabei, ohne beschäftigt werden zu müssen.
Nicht geeignet ist sie für Sportliche, für heiße Regionen und für alle, die einen Hund lange allein lassen müssen.
Wer sie sich anschafft, sollte Tierarztkosten einplanen. Sie liegen bei dieser Rasse deutlich über dem Durchschnitt.
Pflege im Alltag
Das kurze Fell braucht kaum Pflege. Einmal wöchentlich mit einem Gummistriegel reicht, in der Fellwechselzeit öfter.
Die Hautfalten am Kopf sind der aufwendigste Teil. Sie werden täglich mit einem trockenen Tuch ausgewischt, bei Rötung mit einem milden Reinigungstuch.
Krallen wachsen bei wenig Auslauf schnell. Sie werden alle vier bis sechs Wochen kontrolliert und bei Bedarf gekürzt.
Die Englische Bulldogge und andere Bulldoggenrassen
Die Französische Bulldogge ist kleiner, leichter und lebhafter. Sie teilt die Atemprobleme, ist aber beweglicher.
Die Olde English Bulldogge ist eine neuere Zuchtform mit längerer Schnauze und sportlicherem Körperbau. Sie wurde gezielt gegen die Gesundheitsprobleme gezüchtet.
Die American Bulldog ist deutlich größer und athletischer. Sie hat mit der englischen Rasse nur die Herkunft gemeinsam.
Rechtliches und Versicherung
Die Englische Bulldogge steht in keinem Bundesland auf einer Rasseliste. Es gelten die allgemeinen Regeln für Hundehaltung.
Eine Hundehaftpflichtversicherung ist in mehreren Bundesländern Pflicht und überall sinnvoll. Sie kostet je nach Anbieter 50 bis 100 Euro im Jahr.
Eine Krankenversicherung lohnt bei dieser Rasse eher als bei anderen, weil Operationen an Atemwegen und Gelenken häufig vorkommen.
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Englische Bulldogge?
31 bis 40 Zentimeter Schulterhöhe bei 18 bis 25 Kilogramm Gewicht. Rüden sind schwerer als Hündinnen.
Wie alt wird die Rasse?
Acht bis zehn Jahre. Tiere aus gesundheitsorientierter Zucht erreichen mehr.
Warum schnarcht meine Bulldogge?
Wegen der verkürzten Nase und des verlängerten Gaumensegels. Lautes Röcheln im Wachzustand ist ein Fall für den Tierarzt.
Wie viel Auslauf braucht sie?
Zwei bis drei kurze Spaziergänge täglich. Bei über 22 Grad wird der Auslauf auf die kühlen Tageszeiten verlegt.
Ist die Englische Bulldogge ein Familienhund?
Ja. Sie gilt als geduldig mit Kindern und sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen.
Was kostet ein Welpe?
2.000 bis 3.000 Euro beim seriösen Züchter. Dazu kommen überdurchschnittliche Tierarztkosten über das ganze Hundeleben.
Quellen
- FCI: Rassestandard Nr. 149 Bulldog, deutsche Fassung (PDF, Publikation 13.10.2010)
- University of Cambridge, Department of Veterinary Medicine: BOAS Recognition and Diagnosis (Grade 0–III)
- Wikipedia: Brachyzephales Syndrom
- Deutscher Tierschutzbund: Qualzucht bei Heimtieren
Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








