Adolf Pirsch Portrait of a young girl with her dog by the sea

Hunderasse Cocker Spaniel: Rasseporträt nach FCI-Standard Nr. 5

Kurzantwort: Der English Cocker Spaniel ist ein Stöberhund aus Großbritannien, geführt unter FCI-Standard Nr. 5 in Gruppe 8, Sektion 2, mit Arbeitsprüfung. Der Standard nennt für Rüden 39 bis 41 Zentimeter, für Hündinnen 38 bis 39 Zentimeter Widerristhöhe und etwa 13 bis 14,5 Kilogramm Gewicht. Er beschreibt ein fröhliches Wesen mit ständig wedelnder Rute, sanft, anhänglich und voller Lebensfreude. Der American Cocker Spaniel ist eine eigene Rasse mit FCI-Standard Nr. 167.

Die langen Ohren, der treue Blick und die Rute, die nie stillsteht: Der Cocker Spaniel gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Hunderassen in Deutschland. Der VDH nennt ihn Familien-, Jagd- und Diensthund in einem.

Hinter dem freundlichen Gesicht steckt ein Jagdhund, der für die Arbeit im dichten Gestrüpp gezüchtet wurde. Das erklärt seine Energie, seine Nase und seine Neigung, jedem Geruch zu folgen.

Hier steht, was der FCI-Standard sagt, woher die Rasse kommt, wie sie sich im Alltag verhält, was Fell und Ohren an Pflege verlangen und wo der Unterschied zum American Cocker Spaniel liegt.

Herkunft: der Hund für die Waldschnepfe

Laut FCI-Standard wurden Cocker Spaniels bald nach der Gründung des britischen Kennel Club im Jahr 1873 als eigene Rasse anerkannt, getrennt von Field und Springer Spaniel. Der Name geht auf den „cocking spaniel“ zurück, den Hund, der die Waldschnepfe (englisch woodcock) aufstöberte.

Der Standard hält fest, dass es heute wie bei vielen Jagdhunderassen einen Unterschied zwischen Arbeits- und Ausstellungslinie gibt. Der Show-Cocker ist die kräftigere, schwerere Version seines arbeitenden Gegenstücks. Wer einen Hund für die Jagd oder für Dummy-Arbeit sucht, fragt den Züchter nach der Linie.

Der gültige Standard wurde am 8. Oktober 2012 veröffentlicht. Ursprungsland ist Großbritannien, die Verwendung Stöberhund.

Der FCI-Standard Nr. 5 in Zahlen

Der English Cocker Spaniel steht in FCI-Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 2 (Stöberhunde), mit Arbeitsprüfung.

Widerristhöhe: Rüden etwa 39 bis 41 Zentimeter, Hündinnen etwa 38 bis 39 Zentimeter. Gewicht: etwa 13 bis 14,5 Kilogramm. Der Standard beschreibt einen fröhlichen, kräftigen, sportlichen, gut ausgewogenen und kompakten Hund, der vom Widerrist bis zum Boden etwa so viel misst wie vom Widerrist bis zum Rutenansatz.

Zum Wesen sagt der Standard: fröhliche Natur mit ständig wedelnder Rute, typisch geschäftige Bewegung vor allem beim Verfolgen einer Spur, furchtlos in dichter Deckung. Sanft und anhänglich, dabei voller Leben und Überschwang.

Fell und Farben

Das Haar ist laut Standard flach anliegend und seidig, niemals drahtig, wellig oder lockig, nicht zu üppig. Vorderläufe, Körper und Hinterläufe oberhalb der Sprunggelenke sind gut befedert.

Der Standard erlaubt viele Farben. Einfarbig: Schwarz, Rot, Golden, Leberbraun sowie Schwarz mit Loh und Leberbraun mit Loh, Weiß nur in geringem Umfang an der Brust. Zweifarbig: Schwarz-Weiß, Orange-Weiß, Leberbraun-Weiß, Zitronen-Weiß, jeweils mit oder ohne Tüpfelung. Dreifarbig: Schwarz-Weiß mit Loh, Leberbraun-Weiß mit Loh. Dazu die Schimmelfarben Blauschimmel, Orangeschimmel, Zitronenschimmel und Leberschimmel, auch mit Loh.

Das seidige Fell verfilzt an Ohren, Achseln und Läufen schnell. Zwei- bis dreimal pro Woche Bürsten und regelmäßiges Trimmen der Befederung gehören zur Haltung. Viele Halter lassen den Hund alle paar Monate beim Hundefriseur in Form bringen.

Wesen und Alltag

Der VDH beschreibt die Stärken des Cockers: Stöbern, spurlautes Jagen, Apport und Schweißarbeit. Sein Geruchssinn macht ihn laut VDH auch als Rauschgiftspürhund an Bahnhöfen und Flughäfen bewährt. Zugleich sei er ein zauberhafter Familienhund und gehöre seit vielen Jahren zu den beliebtesten Rassen Deutschlands.

Im Alltag bedeutet das: Ein Cocker will seine Nase benutzen. Suchspiele, Dummy-Training, Fährtenarbeit oder Mantrailing halten ihn ausgeglichen. Ein reiner Spaziergang an der kurzen Leine langweilt ihn. Ohne Beschäftigung jagt er auf eigene Faust.

Mit Kindern kommt er gut zurecht, weil er robust und freundlich ist. Seine Anhänglichkeit hat eine Kehrseite: Viele Cocker bleiben ungern allein und müssen das schrittweise lernen.

Erziehung und Gewicht

Der VDH nennt Intelligenz, Anhänglichkeit und Temperament als Eigenschaften, die Liebhaber schätzen. Der Cocker lernt schnell und arbeitet gern mit. Konsequente Erziehung ist laut VDH trotzdem nötig, vor allem beim Thema Betteln.

Kaum ein Hund könne so herzerweichend blicken, wenn es um einen Leckerbissen geht, schreibt der VDH, und bei entsprechendem Erfolg schlage sich das auf der Waage nieder. Übergewicht ist beim Cocker ein reales Risiko. Wiege den Hund regelmäßig und ziehe Belohnungen von der Tagesration ab.

Der Jagdtrieb verlangt Training im Rückruf, bevor der Hund frei läuft. Ein Cocker, der einmal einer Fährte folgt, hört seinen Namen nicht mehr.

Ohren, Augen und Gesundheit

Die langen, tief angesetzten Hängeohren sind das Markenzeichen und der Schwachpunkt der Rasse. Sie schließen den Gehörgang ab, halten Feuchtigkeit und sammeln beim Fressen und Schnüffeln Schmutz. Kontrolliere die Ohren wöchentlich auf Geruch, Rötung und Sekret. Bei Kopfschütteln, Kratzen oder Schiefhalten des Kopfes gehört der Hund in die Praxis.

Wie bei allen Rassen gilt: Frag den Züchter nach den Gesundheitsuntersuchungen, die der Zuchtverein im VDH vorschreibt, und lass dir die Befunde beider Elterntiere zeigen. Ein Welpe darf laut Tierschutz-Hundeverordnung erst mit über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.

English und American Cocker Spaniel

Der American Cocker Spaniel ist eine eigene Rasse mit FCI-Standard Nr. 167 und dem Ursprungsland USA. Er ist kleiner, mit einer idealen Widerristhöhe von 15 Zoll (rund 38 Zentimeter) für Rüden und 14 Zoll (rund 36 Zentimeter) für Hündinnen, hat einen runderen Kopf, eine kürzere Schnauze und deutlich üppigeres Fell.

Wer in Deutschland „Cocker Spaniel“ sagt, meint fast immer den English Cocker Spaniel. Beim Züchter lohnt trotzdem der Blick auf die Standardnummer in der Ahnentafel.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Cocker Spaniel?

Laut FCI-Standard Nr. 5 Rüden etwa 39 bis 41, Hündinnen etwa 38 bis 39 Zentimeter, bei etwa 13 bis 14,5 Kilogramm.

Ist der Cocker Spaniel ein Familienhund?

Ja, laut VDH zugleich Familien-, Jagd- und Diensthund. Er braucht Nasenarbeit und Beschäftigung.

Wie viel Fellpflege braucht er?

Zwei- bis dreimal pro Woche bürsten, Befederung regelmäßig trimmen, Ohren wöchentlich kontrollieren.

Was ist der Unterschied zum American Cocker?

Eigene Rasse, FCI-Standard Nr. 167, kleiner, runderer Kopf, kürzere Schnauze, üppigeres Fell.

Neigt der Cocker zu Übergewicht?

Ja. Der VDH warnt vor dem Betteln. Belohnungen gehören zur Tagesration.

Was bedeutet Arbeits- und Showlinie?

Laut Standard ist der Show-Cocker kräftiger und schwerer als der arbeitende Typ. Beide sind dieselbe Rasse.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.


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