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Kurzantwort: Der Akita ist der größte japanische Spitz, geführt unter FCI-Standard Nr. 255 in Gruppe 5, Sektion 5. Der Standard nennt 67 Zentimeter Widerristhöhe für Rüden und 61 Zentimeter für Hündinnen, mit 3 Zentimetern Toleranz nach oben und unten. Er beschreibt ein ruhiges, treues, fügsames und aufnahmefähiges Wesen. In der Praxis ist der Akita eigenständig, wenig unterwürfig und braucht Halter mit Erfahrung, Konsequenz und Zeit.
Wo ein Akita auftaucht, bleiben Menschen stehen. Der breite Kopf, die kleinen Stehohren, die eingerollte Rute und das dichte Fell wirken wie ein Bär im Hundeformat. Der bekannteste Vertreter der Rasse, Hachikō, wartete zehn Jahre lang am Bahnhof von Tokio auf seinen verstorbenen Besitzer.
Die Treue ist echt. Sie gilt allerdings der eigenen Familie und nicht jedem, der ihn streicheln will. Wer einen Akita wie einen Labrador behandelt, wird von seiner Eigenständigkeit überrascht.
Hier steht, was der FCI-Standard über die Rasse sagt, wie sie entstanden ist, wie sie sich im Alltag verhält und was den japanischen Akita vom American Akita unterscheidet.
Herkunft: von der Bärenjagd zum Naturdenkmal
Der FCI-Standard fasst die Geschichte zusammen. Ursprünglich waren japanische Hunde klein bis mittelgroß. Seit 1603 wurden in der Region Akita die Akita Matagis, mittelgroße Bärenjagdhunde, als Kampfhunde eingesetzt. Ab 1868 kreuzte man sie mit Tosas und Mastiffs. Die Hunde wurden größer, verloren aber die Merkmale des Spitztyps.
1908 wurden Hundekämpfe verboten. Die Rasse wurde trotzdem als große japanische Rasse erhalten und verbessert. 1931 wurden neun herausragende Exemplare zu Naturdenkmälern erklärt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden Hunde als Pelzlieferanten für Militärkleidung genutzt. Die Polizei ordnete die Beschlagnahme aller Hunde außer Deutschen Schäferhunden an. Manche Züchter umgingen das, indem sie ihre Akitas mit Schäferhunden kreuzten. Nach dem Krieg gab es drei Typen: Matagi-Akitas, Kampf-Akitas und Schäferhund-Akitas. Die Züchter stellten die reine Form durch Rückkreuzung mit Matagi-Akitas wieder her.
Der FCI-Standard Nr. 255 in Zahlen
Der Akita steht in FCI-Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), ohne Arbeitsprüfung. Ursprungsland ist Japan, die Verwendung Begleithund. Der gültige Standard wurde am 13. März 2001 veröffentlicht.
Widerristhöhe: Rüden 67 Zentimeter, Hündinnen 61 Zentimeter, jeweils mit einer Toleranz von 3 Zentimetern nach oben und unten. Ein Gewicht nennt der Standard nicht. Der Standard beschreibt einen großen, kräftig gebauten, gut proportionierten Hund mit Würde und Schlichtheit.
Das Verhalten laut Standard: ruhig, treu, fügsam und aufnahmefähig. Aggressive oder übermäßig scheue Hunde sind disqualifizierende Fehler.
Fell und Farben
Das Deckhaar ist laut Standard hart und gerade, die Unterwolle weich und dicht. An Widerrist und Kruppe ist das Haar etwas länger, an der Rute länger als am übrigen Körper.
Zugelassen sind vier Farben: rotfalb, sesam (rotfalbe Haare mit schwarzen Spitzen), gestromt und weiß. Alle Farben außer Weiß müssen „Urajiro“ zeigen: weißliches Haar an den Seiten des Fangs, an den Backen, an der Unterseite von Kiefer, Hals, Brust, Körper und Rute sowie an den Innenseiten der Läufe.
Laut VDH ist das Haarkleid verhältnismäßig pflegeleicht. Normalerweise reicht gelegentliches Bürsten. Während des Fellwechsels, wenn massenhaft Haare anfallen, sollte die Bürste täglich zum Einsatz kommen.
Wesen: treu, aber nicht unterwürfig
Der VDH beschreibt ein ruhiges Wesen, unerschütterliche Treue und Gehorsamkeit, gleichzeitig einen eigenständigen und unabhängigen Hund, der niemals Unterwürfigkeit zeigt. Der Namenszusatz „Inu“ bedeutet schlicht Hund.
Fremde Hände mag der Akita laut VDH eigentlich nicht. Er erduldet überschwängliches Interesse meist mit Gleichgültigkeit, manchmal mit freundlichem Entgegenkommen. Er wurde als Einzelgänger und selbstständig arbeitender Hund gezüchtet, für die Bärenjagd und die Bewachung von Haus und Hof. Das erklärt, warum er Entscheidungen gern selbst trifft.
Der Akita Club e.V., der VDH-Zuchtverein für die Rasse, beschreibt, dass vor allem Rüden versuchen, gleichgeschlechtliche Hunde zu dominieren. Hündinnen seien im Umgang mit anderen Hunden meist einfacher. Entscheidend sei bei beiden, ob und wie viele positive Kontakte zu anderen Hunden von klein auf ermöglicht werden.
Erziehung und Beschäftigung
Der VDH nennt eine von Konsequenz und Verständnis für das Wesen des Akita geprägte Erziehung als wichtig. Härte funktioniert nicht, ständiges Wiederholen langweilt ihn. Kurze, klare Einheiten mit Belohnung und ein ruhiger, verlässlicher Halter kommen am weitesten.
Als Beschäftigung empfiehlt der VDH ein abwechslungsreiches Profil: Obedience, Agility, Trick Dogging, Mantrailing. Unterforderung führt laut VDH zu Verhaltensauffälligkeiten. Lange Spaziergänge mit Nasenarbeit ersetzen bei diesem Hund kein Kopftraining.
Ein Akita ist kein Anfängerhund. Wer noch keinen selbstständigen Hund geführt hat, sollte vor dem Kauf mit dem Zuchtverein sprechen und mehrere erwachsene Akitas kennenlernen.
Akita und American Akita
Bis 1999 wurden beide unter einem Standard geführt. Seitdem ist der American Akita eine eigene Rasse mit FCI-Standard Nr. 344. Er geht auf die Hunde zurück, die amerikanische Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg aus Japan mitbrachten, oft vom Kampf- und Schäferhund-Typ.
Der American Akita ist schwerer und breiter im Kopf. Sein Standard erlaubt alle Farben, mit oder ohne Maske, auch gescheckt. Der japanische Akita ist leichter gebaut, auf vier Farben mit Urajiro beschränkt und ohne Maske. Wer einen „Akita Inu“ sucht, meint fast immer den japanischen Typ nach Standard Nr. 255.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Akita Inu?
Laut FCI-Standard Nr. 255 Rüden 67 und Hündinnen 61 Zentimeter, mit 3 Zentimetern Toleranz. Ein Gewicht nennt der Standard nicht.
Ist der Akita ein Familienhund?
Für seine Familie treu und ruhig. Mit Fremden und fremden Hunden ist er reserviert bis unverträglich.
Ist der Akita ein Listenhund?
Das regelt jedes Bundesland selbst. Frag vor der Anschaffung beim Ordnungsamt deiner Gemeinde nach.
Was bedeutet Urajiro?
Das weißliche Haar an Fang, Backen, Kehle, Brust, Bauch und Innenseiten der Läufe, das der Standard bei allen Farben außer Weiß verlangt.
Worin unterscheidet sich der American Akita?
Eigene Rasse seit 1999, FCI-Standard Nr. 344, schwerer, mit oder ohne Maske und in allen Farben.
Wie viel Fellpflege braucht er?
Laut VDH gelegentliches Bürsten, im Fellwechsel täglich.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 255 Akita (PDF)
- VDH Rasselexikon: Akita
- FCI: American Akita, Standard Nr. 344
- Akita Club e.V.: Der Akita – andere Hunde – Jagdverhalten
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Hunderasse Cocker Spaniel: Rasseporträt nach FCI-Standard Nr. 5
- Hunderasse Cane Corso: Rasseporträt nach FCI-Standard Nr. 343
- Hund Yorkshire Terrier: Rasseporträt nach FCI-Standard Nr. 86
Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.








