dog

Hund frisst Erde: Ursachen, Risiken und was du tun kannst

Kurzantwort: Gelegentlich an der Erde zu lecken oder zu knabbern ist bei Hunden verbreitet und meist Erkundung oder Geruchsinteresse. Frisst dein Hund regelmäßig und in Mengen Erde, spricht man von Pica. Dahinter können Übelkeit, Langeweile, Stress oder eine Erkrankung stecken. Gefährlich sind ein Darmverschluss durch Sand und Steine, Gifte im Boden und Parasiteneier — bei regelmäßigem Erdefressen gehört dein Hund untersucht.

Der Hund buddelt, steckt die Nase ins Loch und frisst eine Ladung Erde. Für viele Halter sieht das nach einem Mangel aus.

Diese Erklärung wird häufig genannt und ist selten geprüft. Sie führt oft dazu, dass ein Hund Nahrungsergänzung bekommt statt einer Untersuchung.

Hier stehen die realistischen Ursachen, die Risiken im Boden und die Punkte, an denen Abwarten aufhört.

Warum Hunde Erde fressen

Es riecht nach etwas

Der häufigste Grund. In der Erde stecken Futterreste, Kompost, alte Knochen, Kot anderer Tiere oder ein Maulwurfsgang. Der Hund frisst nicht die Erde, er frisst den Geruch mit.

Erkundung beim Welpen

Junge Hunde nehmen alles ins Maul. Das legt sich meist im Lauf des ersten Jahres, wenn du es nicht durch Aufregung interessant machst.

Übelkeit und Magenprobleme

Manche Hunde lecken bei Magenbeschwerden Böden, Wände oder Erde. Wenn dazu Schmatzen, Speicheln, Gras rupfen oder Erbrechen kommen, ist das ein Fall für die Praxis.

Langeweile und Stress

Ein unterforderter Hund im Garten sucht sich Beschäftigung. Buddeln und Fressen gehen dabei ineinander über.

Kühle im Sommer

Manche Hunde graben sich an heißen Tagen eine Kuhle und legen sich hinein. Erde in der Schnauze ist dann ein Nebeneffekt und kein eigenes Verhalten.

Was von der Mangeltheorie bleibt

Die Vorstellung, der Hund gleiche fehlende Mineralstoffe aus, ist populär. Belastbare Untersuchungen, die das für Hunde zeigen, gibt es nicht.

Prüfbar ist der Verdacht trotzdem. Eine Blutuntersuchung zeigt unter anderem Blutarmut, die bei anhaltendem Pica-Verhalten eine bekannte Spur ist.

Gib deshalb keine Mineralpräparate auf Verdacht. Eine Überversorgung schadet ihrerseits, besonders bei Welpen großer Rassen.

Ein Blick aufs Futter lohnt sich trotzdem. Ein Alleinfutter deckt den Bedarf ab; selbst zusammengestellte Rationen ohne Berechnung tun es häufig nicht.

Wenn du selbst kochst oder roh fütterst, lass die Ration von einer Fachperson für Tierernährung durchrechnen. Das ist der belastbare Weg, eine Unterversorgung auszuschließen.

Was daran gefährlich ist

Sand und kleine Steine können sich im Magen sammeln. Große Mengen führen zu Verstopfung oder im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss, der operiert werden muss.

Im Boden liegen außerdem Gifte. Schneckenkorn mit Metaldehyd, Rattengift, Dünger und Pflanzenschutzmittel sind für Hunde gefährlich; Zittern, Krämpfe, starkes Speicheln und blutiger Kot sind Alarmzeichen.

Der dritte Punkt sind Parasiten. Spulwurmeier bleiben im Boden über Monate infektiös, dazu kommen Giardien und andere Erreger. Sprich den Entwurmungsrhythmus mit deiner Tierarztpraxis ab, statt nach Schema zu behandeln.

Wann du zur Tierärztin gehst

Wenn dein Hund regelmäßig Erde frisst, nicht nur einmal beim Buddeln. Ebenso, wenn das Verhalten neu ist und plötzlich auftritt.

Sofort in die Praxis gehört er bei Erbrechen, aufgeblähtem Bauch, Apathie, Zittern oder Krämpfen. Nimm den Verdacht auf Gift dabei immer mit ins Gespräch.

Sinnvoll sind eine allgemeine Untersuchung, eine Blutuntersuchung und eine Kotprobe. Sammle dafür an drei Tagen Kot, weil Parasiten nicht bei jedem Haufen ausgeschieden werden.

Bei Verdacht auf verschluckte Steine folgt ein Röntgenbild. Sand und Kies sind darauf gut zu sehen.

Film dein Hund beim Erdefressen, wenn du kannst. Ob er gezielt frisst, hektisch schlingt oder nur an einer Stelle leckt, ändert die Einordnung.

So gewöhnst du es ab

Räum die Anlässe weg. Kompost abdecken, Grillreste entsorgen, frisch gedüngte Beete abgrenzen.

Schneckenkorn und Rattenköder haben im Hundegarten nichts zu suchen. Frag auch die Nachbarn, ob sie welche ausbringen.

Bau ein Abbruchsignal auf, das der Hund kennt, bevor du es brauchst. Üb es zuerst im Haus mit langweiligen Gegenständen, dann draußen.

Gib deinem Hund eine erlaubte Alternative: eine Buddelkiste mit Sand, in der etwas versteckt ist. Damit bleibt das Bedürfnis, und der Ort ändert sich.

Und laste ihn aus, bevor er allein in den Garten geht. Zehn Minuten Futtersuche im Gras wirken besser gegen Buddeln als jedes Schimpfen hinterher.

Sand am Strand ist ein eigener Fall

Wer im Urlaub am Meer Bälle über den Strand wirft, kennt das Bild: Der Hund schnappt zu und nimmt jedes Mal Sand mit auf.

Über einen langen Tag summieren sich so beträchtliche Mengen. Erbrechen, Bauchschmerzen und Verstopfung nach einem Strandtag sind ein bekanntes Muster, das eine Untersuchung braucht.

Wirf am Strand deshalb ins Wasser statt über den Sand, und nutze ein Spielzeug, das nicht flach aufliegt. Und biete zwischendurch Süßwasser an, damit dein Hund kein Salzwasser trinkt.

Häufige Fragen

Ist Erde fressen beim Hund gefährlich?

Gelegentlich meist nicht. Regelmäßig kann es zu Verstopfung, Darmverschluss, Vergiftungen und Parasitenbefall führen.

Frisst mein Hund Erde wegen Mineralstoffmangel?

Das wird oft vermutet und ist für Hunde nicht belegt. Klären lässt es sich über eine Blutuntersuchung.

Was tun, wenn der Welpe ständig Erde frisst?

Ruhig unterbrechen, gegen etwas Besseres tauschen und den Garten aufräumen. Bei täglichen Mengen in die Praxis.

Kann Erde einen Darmverschluss auslösen?

Ja, vor allem sandige Erde in größeren Mengen. Aufgeblähter Bauch und wiederholtes Erbrechen sind Notfallzeichen.

Was ist Pica beim Hund?

Das gezielte Fressen von Dingen, die keine Nahrung sind, etwa Erde, Steine, Stoff oder Papier. Die Ursachen reichen von Verhalten bis Erkrankung.

Hilft Blumenerde vom Balkon abzudecken?

Ja, und es ist doppelt sinnvoll: Blumenerde enthält Dünger, und viele Zimmerpflanzen sind für Hunde giftig.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.


Nach oben scrollen