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Hund einschläfern: Kosten, Ablauf und die Entscheidung

Aktualisiert am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: In der Praxis kostet das Einschläfern eines Hundes im einfachen Gebührensatz rund 88 Euro brutto. Darin stecken Untersuchung, Beruhigungsspritze und die Euthanasie durch Injektion nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Tierarztpraxen dürfen bis zum Dreifachen abrechnen, dann werden es etwa 265 Euro. Für den Hausbesuch kommen 34,50 Euro plus Wegegeld dazu, für Einäscherung oder Bestattung rechnet ein Krematorium separat ab.

Kaum jemand will diese Zahlen suchen. Wer sie sucht, steht meist mitten in der Entscheidung und braucht sie trotzdem.

Die Kosten sind nicht frei gegriffen. Sie folgen einer Verordnung, und du kannst sie vorher nachrechnen.

Hier stehen die Positionen, der Ablauf und die Fragen, die bei der Entscheidung tatsächlich weiterhelfen.

Hund einschläfern: Kosten nach der GOT

Die Gebührenordnung für Tierärzte gilt seit dem 22. November 2022. Sie nennt für jede Leistung einen einfachen Satz, ohne Umsatzsteuer.

Für das Einschläfern eines Hundes sind drei Positionen üblich: die allgemeine Untersuchung mit Beratung mit 23,62 Euro, die Sedation per Injektion mit 19,78 Euro und die Euthanasie durch Injektion mit 30,78 Euro.

Das sind zusammen 74,18 Euro netto oder 88,27 Euro mit 19 Prozent Umsatzsteuer. Beim zweifachen Satz sind es 176,55 Euro, beim dreifachen 264,82 Euro.

Was zu Hause dazukommt

Viele Halter wollen den Abschied in der eigenen Wohnung. Die GOT sieht dafür den Hausbesuch mit 34,50 Euro vor.

Dazu kommt Wegegeld: 3,50 Euro je Doppelkilometer, mindestens 13 Euro. Bei einer Praxis zehn Kilometer entfernt sind das 35 Euro allein für die Fahrt.

Nachts, am Wochenende oder an Feiertagen greift der Notdienst. Dann verdoppeln sich die einfachen Sätze mindestens, und eine Notdienstgebühr von 50 Euro kommt hinzu.

Wenn es sich planen lässt, plane es. Ein Termin am Vormittag unter der Woche ist ruhiger und kostet deutlich weniger als der Anruf um zwei Uhr nachts.

Es gibt außerdem Praxen, die sich auf Hausbesuche zum Lebensende spezialisiert haben. Sie rechnen nach derselben Verordnung ab, kommen aber mit mehr Zeit.

Was nach dem Tod kostet

Die Gebührenordnung regelt nur die tierärztliche Leistung. Was mit dem Körper geschieht, rechnen andere ab.

Möglich sind die Abgabe an die Praxis zur Tierkörperbeseitigung, eine Einzel- oder Sammeleinäscherung im Tierkrematorium oder ein Grab auf einem Tierfriedhof. Die Preise legen die Anbieter selbst fest und sie unterscheiden sich stark.

Ein Grab im eigenen Garten ist nur unter Auflagen erlaubt und außerhalb von Wasserschutzgebieten. Zuständig ist das Veterinäramt deines Landkreises, dort erfährst du die Regeln vor Ort.

Frag in der Praxis nach einem Kostenvoranschlag über alles zusammen. Viele Praxen arbeiten mit einem festen Krematorium und können die Summe komplett nennen.

Entscheide das möglichst vorher. Am Tag selbst willst du diese Fragen nicht am Tresen beantworten.

Wie der Ablauf aussieht

Zuerst untersucht die Tierärztin den Hund und bespricht die Lage mit dir. Danach bekommt der Hund eine Beruhigungsspritze unter die Haut.

Es dauert einige Minuten, bis er tief schläft. In dieser Zeit kannst du bei ihm bleiben, ihn streicheln und mit ihm reden.

Erst dann folgt die zweite Injektion, meist in eine Vene am Vorderbein. Der Herzstillstand tritt innerhalb von Sekunden ein. Zuckungen, ein letzter tiefer Atemzug oder offene Augen kommen vor und sind keine Anzeichen von Leiden.

Die Tierärztin hört danach das Herz ab und sagt dir, wenn es vorbei ist. Du kannst so lange bleiben, wie du möchtest.

Für den Venenzugang wird häufig ein Katheter gelegt, bevor die Beruhigung wirkt. Das erspart Suchen im entscheidenden Moment und kostet nach GOT 14,62 Euro im einfachen Satz.

Woran du den Zeitpunkt festmachst

Die verbreitetste Hilfe ist eine Liste mit fünf Dingen, die deinem Hund wichtig sind. Fressen, Trinken, Bewegung, Kontakt zur Familie, Freude an etwas Bestimmtem.

Streiche ab, was er nicht mehr kann. Wenn über Tage mehr als die Hälfte fehlt, ist das ein Signal.

Frag deine Tierärztin außerdem direkt: Was würdest du bei deinem eigenen Hund tun? Diese Frage bringt oft eine klarere Antwort als jede Aufzählung von Behandlungsoptionen.

Ein zweiter Anhaltspunkt sind die guten Tage. Führ zwei Wochen lang einen Kalender mit einem Haken für gute und einem Kreuz für schlechte Tage.

Solange die Haken überwiegen, hast du Zeit. Kippt das Verhältnis, hast du eine Grundlage, die nicht nur aus dem Gefühl eines einzelnen Abends besteht.

Den Abschied vorbereiten

Frag nach einem Termin am Rand der Sprechzeit. Dann ist das Wartezimmer leer, und niemand drängt nach.

Nimm die eigene Decke des Hundes mit und jemanden, der fährt. Kläre vorher am Telefon, wie und wann bezahlt wird — das an der Kasse zu regeln, ist der unangenehmste Teil des Tages.

Wenn Kinder mitkommen wollen, sag ihnen vorher, was passieren wird, und benutze klare Worte. Umschreibungen wie „einschlafen“ führen bei kleinen Kindern regelmäßig zu Angst vor dem eigenen Zubettgehen.

Häufige Fragen

Was kostet das Einschläfern eines Hundes?

Im einfachen Gebührensatz rund 88 Euro brutto, im dreifachen rund 265 Euro. Hausbesuch, Wegegeld und Einäscherung kommen gegebenenfalls dazu.

Ist Einschläfern zu Hause möglich?

Ja, viele Praxen bieten es an. Die GOT sieht dafür einen Hausbesuch mit 34,50 Euro und Wegegeld ab 13 Euro vor.

Darf ich dabei sein?

Ja. Die meisten Praxen wünschen es sogar, weil der Hund dann ruhiger bleibt.

Spürt der Hund etwas?

Nach der Beruhigungsspritze schläft er tief. Die zweite Injektion nimmt er nicht mehr wahr.

Was passiert danach mit dem Körper?

Du kannst ihn der Praxis überlassen, ihn einäschern lassen oder ihn auf einem Tierfriedhof bestatten. Die Kosten dafür legen die Anbieter fest.

Was, wenn ich die Rechnung nicht zahlen kann?

Sprich es vorher an. Viele Praxen vereinbaren Ratenzahlung, und einige Tierschutzvereine unterstützen in Härtefällen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Tim Bahr fuer hunde-gesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.


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