Amerikanische Bulldogge im Freien

Amerikanische Bulldogge: Typen, Größe und Rechtslage

Kurzantwort: Die Amerikanische Bulldogge (American Bulldog) ist von der FCI nicht als Rasse anerkannt. Der United Kennel Club führt sie seit dem 1. Januar 1999, der American Kennel Club seit 2019. Rüden erreichen etwa 56 bis 69 cm, Hündinnen etwa 51 bis 64 cm Widerristhöhe; ein Gewicht legt der Standard nicht fest. In Bayern zählt sie seit dem 4. September 2002 zur Kategorie 2 der Kampfhundeverordnung — die Rechtslage unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.

Wer eine Amerikanische Bulldogge halten will, hat zwei Fragen zu klären, bevor es um Erziehung und Auslastung geht: Welcher Typ ist gemeint, und was gilt am Wohnort.

Beides wird in Anzeigen selten sauber beantwortet.

Herkunft und Anerkennung

Der Zusatz „Old Country Bulldog“ taucht als alternativer Name auf und verweist auf die Vorstellung, dass diese Hunde dem ursprünglichen Typ der englischen Bulldogge näher stehen als die heutige English Bulldog.

Der American Bulldog stammt aus den USA und geht überwiegend auf englische Bulldoggen zurück; Boxer und Pointer sollen bei der Entstehung eingekreuzt worden sein. Anders als die meisten bekannten Rassen führt die Fédération Cynologique Internationale ihn nicht.

Anerkannt ist er stattdessen beim United Kennel Club (seit 1. Januar 1999) und beim American Kennel Club (seit 2019). Auch die russische Kynologenvereinigung RKF, die der FCI angehört, erkennt die Rasse national an und vergibt einen eigenen Championtitel.

Für Käufer in Deutschland heißt das: Es gibt kein VDH-geführtes Zuchtbuch für diese Rasse. Papiere stammen aus anderen Verbänden, deren Anforderungen sich unterscheiden.

Kopfstudie einer amerikanischen Bulldogge
Der Bully-Typ zeigt einen deutlichen Vorbiss des Unterkiefers, der Standard-Typ einen längeren Fang. Foto: MSVG, CC BY 4.0

Historisch war der Bulldog ein Arbeitshund auf Höfen und Märkten. Er bewachte Vieh und hielt ausgebrochene Rinder fest, bis Hilfe kam. Die schweren Ausstellungslinien von heute haben mit dieser Aufgabe wenig zu tun; die Arbeitslinien sind ihr näher geblieben.

Ohne VDH-Zuchtbuch fehlt außerdem die Instanz, die Zuchtzulassung, Wesensbeurteilung und Untersuchungsbefunde einheitlich vorschreibt. Wer sich für die Rasse interessiert, muss die Anforderungen des jeweiligen Verbands selbst prüfen.

Drei Typen, ein Name

Innerhalb der Rasse werden mehrere Schläge unterschieden:

  • Standard-Typ (Scott): die leichtere Arbeitslinie, schlanker, mit längerem Fang
  • Bully-Typ (Johnson): der schwere Ausstellungstyp mit deutlichem Vorbiss
  • Hybrid-Typ: eine Mischform, die bei Ausstellungen der Klasse zugeordnet wird, der sie phänotypisch näher steht

Die Unterschiede sind nicht kosmetisch. Ein kurzer Fang bedeutet weniger Kühlfläche beim Hecheln und damit geringere Hitzetoleranz. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte auf freie Nasenlöcher, eine erkennbare Fanglänge und geräuschlose Atmung in Ruhe achten.

Die Scott-Linien wurden unter anderem zur Wildschweinjagd eingesetzt und sind deshalb schlanker und beweglicher. Der Vorbiss des Bully-Typs geht auf die Arbeit am Rind zurück: Der Hund konnte zupacken und dabei weiter atmen.

Für die Auswahl heißt das: Wer den Hund im Alltag bewegen und beschäftigen will, ist mit den leichteren Arbeitslinien besser bedient. Der schwere Ausstellungstyp bringt mehr Masse und weniger Ausdauer mit.

Größe, Fell und Farben

Der UKC-Standard nennt für Rüden 22 bis 27 Zoll (etwa 56 bis 69 cm) und für Hündinnen 20 bis 25 Zoll (etwa 51 bis 64 cm) Widerristhöhe. Ein Gewicht ist nicht festgelegt; in der Praxis reichen die Angaben bis etwa 58 kg.

Das Fell ist kurz und anliegend. Zulässig sind alle Farben mit Ausnahme von komplett Schwarz oder Blau ohne Abzeichen, Tricolor, Merle und einer vollständig schwarzen Maske.

Eine helle Nase gilt als kosmetischer Fehler, eine schwarze Nase als positives Merkmal. Für Gesundheit und Haltung hat beides keine Bedeutung — es zählt nur im Ausstellungsring.

Rechtslage in Deutschland

Auf Bundesebene regelt das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz die Einfuhr. Sein § 2 nennt namentlich Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Der American Bulldog steht dort nicht.

Der zweite Satz derselben Vorschrift ist der wichtigere: Hunde weiterer Rassen dürfen nicht eingeführt werden, wenn das Bundesland, in dem der Hund gehalten werden soll, für sie eine Gefährlichkeit vermutet. Und genau hier wird es unterschiedlich.

Bayern hat die längste Rasseliste. Am 4. September 2002 wurden dort unter anderem Alano, American Bulldog, Cane Corso, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler neu in die Kategorie 2 aufgenommen. Wer umzieht, sollte die Verordnung des Ziellandes vorher lesen — Haltungserlaubnis, Wesenstest und Auflagen hängen daran.

Praktisch bedeutet eine Listung meist: Erlaubnispflicht für die Haltung, Nachweis eines berechtigten Interesses, Sachkundenachweis, Wesenstest, Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit sowie eine höhere Hundesteuer. Welche Punkte davon gelten, steht in der Verordnung des jeweiligen Landes und in der Satzung der Kommune.

Haltung und Auslastung

Der American Bulldog ist ein kräftiger Arbeitshund, kein Sofahund im Bulldoggen-Format. Zwei bis drei Stunden Beschäftigung am Tag sind realistisch, ein Teil davon Kopfarbeit. Zughundesport, Fährtenarbeit und Obedience passen; alles, was auf Beißarbeit hinausläuft, gehört bei einer gelisteten Rasse nicht ins Programm.

Wichtiger als Sport ist die frühe Sozialisierung. Ein Hund dieser Größe, der Unsicherheit gegenüber Fremden mitbringt, wird im Alltag zum Problem — für die Umgebung und für den Halter, der eine gelistete Rasse führt.

Ein gut sozialisierter, sicher geführter Hund dieser Größe fällt im Alltag nicht auf. Das ist das Ziel — bei einer gelisteten Rasse mehr noch als sonst, weil jede Auffälligkeit behördliche Folgen haben kann.

Gesundheit

Neben Hüft- und Ellenbogengelenken sind bei kurzköpfigen Linien die Atemwege das Thema. Ein Hund, der im Stand hörbar schnarcht, bei Wärme schnell erschöpft oder nach kurzer Belastung lange nachhechelt, hat kein Temperamentsproblem, sondern ein Atemproblem.

Bei der Auswahl eines Wurfs zählen dieselben Punkte wie sonst: Elterntiere sehen, Untersuchungsbefunde einsehen, Aufzucht im Wohnbereich. Fehlt eines davon, sollte man weitersuchen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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