Miniature Bullterrier

Miniature Bullterrier: Wesen, Größe und Rechtslage

Kurzantwort: Der Miniature Bullterrier wird höchstens 35,5 cm groß und wiegt 8 bis 14 kg. Er entspricht dem Bullterrier in verkleinerter Form. In mehreren Bundesländern steht er auf der Liste gefährlicher Hunde — die Landeshundeverordnung muss vor der Anschaffung geprüft werden.

Der Miniature Bullterrier ist keine eigene Züchtung, sondern die kleine Variante des Bullterriers. Wesen, Körperbau und Kopfform sind identisch.

Er gilt als verspielt, anhänglich und ausgesprochen eigensinnig. Wer ihn unterschätzt, hat einen kleinen Hund mit sehr viel Willen im Haus.

Herkunft

Der Bullterrier entstand im 19. Jahrhundert in England aus Kreuzungen von Bulldogge und Terrier. James Hinks formte ab 1850 den weißen Typ.

Die kleine Variante wurde 1939 als eigene Rasse anerkannt. Sie unterscheidet sich vom Standard-Bullterrier nur in der Größe.

Die FCI führt den Miniature Bull Terrier unter der Standardnummer 359 in Gruppe 3.

Größe, Gewicht und Aussehen

Die Schulterhöhe darf 35,5 Zentimeter nicht überschreiten. Das Gewicht liegt zwischen 8 und 14 Kilogramm.

Ein Mindestmaß gibt es nicht, der Hund soll aber die Substanz eines Bullterriers behalten. Zu leichte Tiere entsprechen nicht dem Standard.

Alle Farben sind erlaubt. Bei weißen Tieren dürfen Abzeichen nur am Kopf sitzen.

Der eiförmige Kopf

Kopf eines Bullterriers
Das Profil verläuft in einer durchgehenden Kurve — einzigartig unter allen Hunderassen. Foto: DangerousBob, CC BY-SA 4.0

Der Kopf ist von vorn oval und im Profil in einer durchgehenden Kurve gebogen. Diese Form kommt bei keiner anderen Hunderasse vor.

Die Augen sind dreieckig und tief liegend, die Ohren klein und aufrecht getragen.

Die Kopfform ist reines Zuchtmerkmal und hat keine Funktion. Sie bringt allerdings auch keine gesundheitlichen Nachteile mit sich.

Wesen

Hund beim Spielen
Der Mini Bullterrier ist verspielt und braucht viel Beschäftigung. Foto: BLMUtah, Public domain

Der Miniature Bullterrier ist verspielt, anhänglich und mutig. Er bindet sich eng an seine Familie.

Sein Eigensinn ist ausgeprägt. Kommandos werden hinterfragt, Wiederholungen ohne Sinn ignoriert.

Er neigt zu ausgelassenem Toben und schätzt seine Kraft dabei schlecht ein. Für sehr kleine Kinder ist er deshalb ungeeignet.

Rechtslage in Deutschland

Der Bullterrier und teilweise auch die Miniature-Variante stehen in mehreren Bundesländern auf der Liste gefährlicher Hunde.

Die Regelungen unterscheiden sich erheblich: In manchen Ländern gilt die Einstufung für beide Varianten, in anderen nur für den Standard-Bullterrier.

Vor der Anschaffung gehört ein Blick in die Landeshundeverordnung. Ein Umzug kann die Rechtslage ändern.

Erziehung

Klare, ruhige Konsequenz ist bei dieser Rasse Voraussetzung. Regeln müssen vom ersten Tag an gelten.

Härte führt zu Sturheit, nicht zu Gehorsam. Belohnungsbasiertes Training funktioniert deutlich besser.

Die Sozialisierung bis zur sechzehnten Woche ist besonders wichtig, weil der Hund gegenüber Artgenossen wenig konfliktscheu ist.

Typische Erkrankungen

Bullterrier Welpe
Bei weißen Welpen gehört ein Hörtest zur Grunduntersuchung. Foto: Just chaos, CC BY 4.0

Angeborene Taubheit kommt bei weißen Tieren vor, wie bei allen Rassen mit weißem Fellgen. Ein BAER-Test der Welpen ist Standard.

Primäre Linsenluxation ist eine erbliche Augenerkrankung der Rasse. Ein Gentest ist verfügbar.

Nierenerkrankungen, besonders die polyzystische Nierenerkrankung, treten gehäuft auf. Auch dafür gibt es einen Test.

Auslastung

Ein bis zwei Stunden Bewegung am Tag sind angemessen, dazu Kopfarbeit.

Er ist kräftig und ausdauernd, trotz seiner Größe. Zugsport, Apportieren und Nasenarbeit passen zu ihm.

Unterfordert entwickelt er Zwangsverhalten wie Schwanzjagen. Das ist bei Bullterriern ein bekanntes Problem.

Pflege

Das kurze, harte Fell braucht kaum Pflege. Einmal wöchentlich bürsten reicht.

Die Haut ist empfindlich gegen Sonne, besonders bei weißen Tieren. Im Sommer ist Schatten wichtig.

Ohren und Krallen werden monatlich kontrolliert.

Anschaffung

Ein Welpe vom VDH-Züchter kostet 1.500 bis 2.200 Euro. Die Rasse ist selten, Wartezeiten sind üblich.

Der Züchter legt BAER-Test, Augen- und Nierenbefunde vor. Ohne diese Unterlagen sollte kein Welpe gekauft werden.

Vor dem Kauf muss geklärt sein, ob die Haltung am Wohnort zulässig ist und welche Auflagen gelten.

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Miniature Bullterrier?

Höchstens 35,5 Zentimeter Schulterhöhe bei 8 bis 14 Kilogramm.

Ist er ein Listenhund?

In mehreren Bundesländern ja. Die Regelungen unterscheiden sich, die Landeshundeverordnung entscheidet.

Ist er ein Familienhund?

In der eigenen Familie ja. Für sehr kleine Kinder ist er wegen seines ungestümen Spiels zu kräftig.

Warum sind weiße Bullterrier oft taub?

Das Gen für weißes Fell beeinflusst die Entwicklung des Innenohrs. Ein BAER-Test klärt das ab der sechsten Woche.

Wie viel Auslauf braucht er?

Ein bis zwei Stunden täglich, dazu Kopfarbeit. Unterfordert entwickelt er Zwangsverhalten.

Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Sein Eigensinn und die rechtlichen Auflagen setzen Erfahrung voraus.

Der Unterschied zum Standard-Bullterrier

Beide Rassen sind im Wesen identisch. Der einzige Unterschied liegt in der Größe: höchstens 35,5 Zentimeter gegenüber 45 bis 55.

Auch die Gesundheitsrisiken sind dieselben, mit einer Ausnahme: Die primäre Linsenluxation tritt bei der kleinen Variante häufiger auf.

Wer die Wesenszüge eines Bullterriers schätzt, aber weniger Kraft am anderen Ende der Leine möchte, findet in der Mini-Variante den passenden Hund.

Kosten und Auflagen

Zur Anschaffung von 1.500 bis 2.200 Euro kommen je nach Bundesland Kosten für Wesenstest und Sachkundenachweis.

Die Hundesteuer für Listenhunde liegt in vielen Kommunen deutlich höher, teils beim Fünf- bis Zehnfachen des Normalsatzes.

Manche Versicherer schließen Listenhunde aus oder verlangen Zuschläge. Das sollte vor dem Kauf geklärt sein.

Das Schwanzjagen

Zwanghaftes Kreiseln und Schwanzjagen ist bei Bullterriern ein bekanntes Problem. Es beginnt oft als Spiel und verfestigt sich zur Zwangshandlung.

Auslöser sind meist Unterforderung, Stress oder Langeweile. Bei ausgeprägten Fällen wird eine erbliche Komponente vermutet.

Wer es früh bemerkt, unterbricht das Verhalten und schafft Auslastung. Verfestigt es sich, gehört es in tierärztliche und verhaltenstherapeutische Behandlung.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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