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Kurzantwort: Der Portugiesische Wasserhund wird 43 bis 57 cm groß und wiegt 16 bis 25 kg. Er wurde von Fischern zum Apportieren aus dem Wasser eingesetzt. Sein Fell haart nicht, wächst aber durchgehend und muss alle sechs bis acht Wochen geschnitten werden. Er braucht zwei bis drei Stunden Auslastung am Tag.
Der Portugiesische Wasserhund ist ein Arbeitshund mit hoher Lernbereitschaft. Er begleitete Fischer an der Algarve, trieb Fische in die Netze und apportierte, was über Bord ging.
Diese Aufgaben verlangten Ausdauer, Selbstständigkeit und die Bereitschaft, stundenlang im Wasser zu arbeiten. Alle drei Eigenschaften bringt er bis heute mit.
Herkunft
Die Rasse stammt von der portugiesischen Küste, vor allem aus der Algarve. Sie ist seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert.
Mit dem Ende der traditionellen Fischerei geriet sie fast in Vergessenheit. In den 1930er Jahren begann der Wiederaufbau der Zucht.
Die FCI führt sie unter der Standardnummer 37 in Gruppe 8. International bekannt wurde sie, als sie 2009 in das Weiße Haus einzog.
Größe, Gewicht und Aussehen
Rüden erreichen 50 bis 57 Zentimeter und 19 bis 25 Kilogramm, Hündinnen 43 bis 52 Zentimeter und 16 bis 22 Kilogramm.
Es gibt zwei Fellvarianten: lang und gewellt oder kurz und kraus. Beide sind gleichwertig.
Erlaubt sind Schwarz, Braun und Weiß sowie Kombinationen daraus. Die Schwimmhäute zwischen den Zehen sind deutlich ausgeprägt.
Das Fell haart nicht

Wie beim Pudel wächst das Haar durchgehend und fällt kaum aus. Die Rasse gilt deshalb als verträglicher für Allergiker.
Allergenfrei ist sie nicht. Die Allergene sitzen im Speichel und in Hautschuppen, nicht im Haar.
Geschnitten wird alle sechs bis acht Wochen. Zwischen den Terminen wird zwei- bis dreimal wöchentlich bis auf die Haut gebürstet.
Die traditionellen Schuren
Der Löwenschnitt lässt Vorderkörper und Rutenspitze behaart, der Rest wird kurz geschoren. Er stammt aus der Fischerei und schützte Brust und Gelenke im kalten Wasser.
Der Retriever-Schnitt hält das Fell überall gleichmäßig kurz. Er ist im Alltag pflegeleichter.
Beide sind im Rassestandard zugelassen. Für die Haltung als Familienhund ist der Retriever-Schnitt der praktischere.
Wesen
Der Portugiesische Wasserhund ist lernfreudig, aufmerksam und eng an seine Menschen gebunden. Er arbeitet gern und schnell.
Er ist selbstständig genug, um eigene Entscheidungen zu treffen. Blinder Gehorsam gehört nicht zu seinem Wesen.
Fremden gegenüber ist er zurückhaltend, ohne ängstlich zu sein. Er meldet, ohne Dauerbeller zu sein.
Auslastung

Zwei bis drei Stunden Beschäftigung am Tag sind das Maß. Reines Spazierengehen reicht ihm nicht.
Apportieren, Wasserarbeit, Dummytraining und Nasenarbeit passen zu seinen Anlagen. Schwimmen ist für ihn kein Extra, sondern Bedürfnis.
Ein unterforderter Wasserhund wird unruhig und sucht sich Aufgaben. Das endet meist in Möbeln und Gartenzäunen.
Wasser

Diese Rasse schwimmt nicht nur gern, sie ist dafür gebaut. Schwimmhäute, dichtes Fell und kräftige Hinterhand sind Zuchtmerkmale.
Regelmäßiger Zugang zu Wasser ist die beste Auslastung, die man ihm bieten kann. Ein See in erreichbarer Nähe ist ein echter Vorteil.
Nach dem Schwimmen werden die Ohren getrocknet. Feuchtigkeit im Gehörgang begünstigt Entzündungen.
Typische Erkrankungen
Progressive Retinaatrophie kommt in der Rasse vor. Ein Gentest ist verfügbar und bei seriösen Züchtern Standard.
GM1-Gangliosidose ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, für die ebenfalls ein Gentest existiert. Betroffene Welpen sterben früh.
Hüftdysplasie tritt auf. Der Züchter legt die Befunde beider Elterntiere vor.
Anschaffung
Ein Welpe vom VDH-Züchter kostet 1.800 bis 2.500 Euro. Die Rasse ist in Deutschland selten, Wartezeiten sind üblich.
Der Züchter legt Augen- und Gentestbefunde sowie HD-Auswertungen vor. Ohne diese Unterlagen sollte kein Welpe gekauft werden.
Er fragt nach dem geplanten Alltag. Ein Wasserhund ohne Beschäftigung wird kein zufriedener Hund.
Lebenserwartung
Der Portugiesische Wasserhund wird 11 bis 13 Jahre alt. Er gilt als robuste Rasse.
Die erblichen Augen- und Stoffwechselerkrankungen sind über Gentests weitgehend beherrschbar geworden.
Bewegung, normales Gewicht und regelmäßige Ohrenkontrolle wirken sich am stärksten aus.
Für wen die Rasse passt
Für aktive Menschen mit Zeit für Training und Fellpflege. Beides ist bei dieser Rasse kein Nebenaufwand.
Nicht geeignet ist sie für Berufstätige mit langen Abwesenheiten und für alle, die einen pflegeleichten Hund suchen.
Wer sie artgerecht auslastet, bekommt einen der lernfreudigsten und kooperativsten Hunde überhaupt.
Häufige Fragen
Haart der Portugiesische Wasserhund?
Nein, sein Haar wächst durchgehend wie beim Pudel. Es muss dafür regelmäßig geschnitten werden.
Ist er für Allergiker geeignet?
Er gilt als verträglicher, ist aber nicht allergenfrei. Ein längerer Probekontakt vor dem Kauf ist die einzige Sicherheit.
Wie viel Auslauf braucht er?
Zwei bis drei Stunden täglich, davon ein Teil als gezielte Arbeit oder Wasserarbeit.
Wie groß wird die Rasse?
43 bis 57 Zentimeter Schulterhöhe bei 16 bis 25 Kilogramm, je nach Geschlecht.
Wie oft muss das Fell geschnitten werden?
Alle sechs bis acht Wochen, dazwischen zwei- bis dreimal wöchentlich bürsten.
Ist er ein Anfängerhund?
Nur mit viel Zeit. Er ist kooperativ, aber sein Beschäftigungsbedarf überfordert unerfahrene Halter schnell.
Kosten im Überblick
Zur Anschaffung von 1.800 bis 2.500 Euro kommen laufende Kosten. Die Fellpflege ist der größte Posten mit 400 bis 600 Euro im Jahr.
Futter liegt bei etwa 50 Euro im Monat. Dazu kommen Steuer, Haftpflicht und Rücklagen für den Tierarzt.
Wer das Scheren selbst lernt, spart den größten Teil der Pflegekosten. Eine gute Schermaschine kostet einmalig rund 200 Euro.
Der Hund und die Familie
Der Portugiesische Wasserhund ist kinderlieb und geduldig, wenn er ausgelastet ist. Ohne Beschäftigung wird er ungestüm.
Er bleibt ungern allein und sucht ständig Kontakt. Vier Stunden Abwesenheit sind bei einem erwachsenen Hund die Obergrenze.
Mit anderen Hunden kommt er in der Regel gut zurecht. Frühe Sozialisierung erleichtert das zusätzlich.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Cane Corso: Wesen, Größe, Haltung und Listenhund-Status
- Hovawart: Rasseporträt, Größe, Wesen und Haltung
- Appenzeller Sennenhund: Wesen, Haltung und Auslastung
Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








