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Kurzantwort: Berner Sennenhund Welpen wachsen bis zu 18 Monate. Für Spaziergänge gilt: eine Minute je Lebenswoche, zwei- bis dreimal täglich. Treppen und Sprünge sind im ersten Jahr tabu. Das Futter muss moderat im Energiegehalt sein, sonst wächst der Hund zu schnell für seine Gelenke.
Der Berner Sennenhund ist gutmütig, ruhig und familienbezogen. Als Welpe ist er ein tapsiger Riese, der seine Kraft noch nicht einschätzen kann.
Die ersten 18 Monate entscheiden über seine Gesundheit. In dieser Zeit wächst er von zwei auf bis zu fünfzig Kilogramm.
Das Wachstum
Ein Berner Welpe verzwanzigfacht sein Gewicht im ersten Lebensjahr. Knochen, Sehnen und Gelenke sind in dieser Zeit weich und formbar.
Ausgewachsen ist er erst mit 18 Monaten, manche Linien brauchen zwei Jahre. Bis dahin gelten Belastungsgrenzen.
Überlastung in dieser Phase führt zu Schäden, die nicht mehr heilen. Das ist der wichtigste Punkt in der Aufzucht.
Bewegung im ersten Jahr

Die Faustregel lautet: eine Minute Spaziergang je Lebenswoche, zwei- bis dreimal am Tag. Ein Fünf-Monats-Welpe geht also dreimal 20 Minuten.
Freies Spiel auf weichem Untergrund ist besser als geführtes Laufen auf Asphalt. Der Welpe pausiert selbst, wenn er müde wird.
Treppen, Sprünge aus dem Auto und Radfahren sind im ersten Jahr ausgeschlossen. Eine Rampe fürs Auto gehört zur Grundausstattung.
Futter und Wachstumsgeschwindigkeit
Ein Welpenfutter für große Rassen hat einen moderaten Energie- und Kalziumgehalt. Zu energiereiches Futter beschleunigt das Wachstum.
Schnelles Wachstum ist der größte Risikofaktor für Hüft- und Ellenbogendysplasie. Der Welpe soll gleichmäßig wachsen, nicht schnell.
Der Hund soll schlank bleiben. Bei einem Welpen dieser Größe sollten die letzten Rippen sichtbar sein.
Hüft- und Ellenbogendysplasie
Beide Erkrankungen sind bei Berner Sennenhunden häufig. Sie entstehen aus Erbanlage und Belastung im Wachstum zusammen.
Der Züchter legt die Röntgenbefunde beider Elterntiere vor. Ohne diese Unterlagen sollte kein Welpe gekauft werden.
Der Halter beeinflusst die andere Hälfte: Gewicht, Futter und Belastung im ersten Jahr.
Die verkürzte Lebenserwartung

Der Berner Sennenhund wird im Durchschnitt nur sieben bis zehn Jahre alt. Das ist selbst für einen großen Hund wenig.
Der Hauptgrund ist die hohe Krebsrate, besonders das histiozytäre Sarkom. Es tritt in der Rasse gehäuft auf.
Wer sich für einen Berner entscheidet, sollte das wissen. Zuchtlinien mit dokumentierter Langlebigkeit gibt es, sie sind aber selten.
Wesen
Der Berner ist ruhig, freundlich und eng an seine Familie gebunden. Er gilt als besonders geduldig mit Kindern.
Er ist kein Sporthund. Lange Wanderungen sind möglich, Hundesport mit Sprüngen nicht.
Allein bleiben fällt ihm schwer. Er sucht ständig die Nähe seiner Menschen.
Fellpflege

Das lange, leicht gewellte Fell wird zweimal wöchentlich gebürstet, im Fellwechsel täglich.
Hinter den Ohren und an den Hosen verfilzt es zuerst. Diese Stellen werden bei jedem Durchgang zuerst bearbeitet.
Geschoren wird nicht. Das Fell schützt im Sommer vor Hitze, weil es isoliert.
Hitze
Bei über 25 Grad wird der Auslauf auf die Morgen- und Abendstunden verlegt. Das dichte Fell macht Hitze zum Problem.
Ein schattiger Liegeplatz mit Zugluft und ausreichend Wasser sind im Sommer Pflicht.
Hecheln, Unruhe und Taumeln sind Warnzeichen für einen Hitzschlag. Er ist ein Notfall.
Anschaffung
Ein Welpe vom VDH-Züchter kostet 1.800 bis 2.500 Euro. Enthalten sind Impfungen, Chip, Papiere und Gesundheitsnachweise.
Der Züchter zeigt beide Elterntiere und legt HD- und ED-Befunde vor. Er fragt nach Wohnsituation und Erfahrung.
Welpen werden frühestens mit acht Wochen abgegeben und wachsen im Haus auf.
Häufige Fragen
Wie viel Auslauf braucht ein Berner Welpe?
Eine Minute je Lebenswoche, zwei- bis dreimal täglich. Freies Spiel zählt nicht mit.
Ab wann darf er Treppen steigen?
Frühestens mit einem Jahr. Bis dahin wird getragen oder eine Rampe genutzt.
Wann ist ein Berner ausgewachsen?
Mit 18 Monaten, manche Linien brauchen bis zu zwei Jahre.
Wie alt wird ein Berner Sennenhund?
Sieben bis zehn Jahre. Die hohe Krebsrate ist der Hauptgrund für die kurze Lebenserwartung.
Wie oft muss das Fell gebürstet werden?
Zweimal wöchentlich, im Fellwechsel täglich. Geschoren wird nicht.
Was kostet ein Berner Welpe?
1.800 bis 2.500 Euro beim VDH-Züchter. Dazu kommen hohe laufende Kosten für Futter und Tierarzt.
Die Erziehung des Welpen
Der Berner lernt gern und arbeitet für Lob. Härte ist bei dieser Rasse völlig unnötig und wirkt kontraproduktiv.
Wichtig ist frühe Konsequenz bei der Größe. Was beim acht Kilo schweren Welpen niedlich ist, wird beim fünfzig Kilo schweren Hund zum Problem.
Leinenführigkeit gehört zu den ersten Übungen. Ein ausgewachsener Berner, der zieht, ist für die meisten Menschen nicht zu halten.
Sozialisierung
Bis zur sechzehnten Lebenswoche prägt sich, was der Hund als normal empfindet. Autos, Menschen, andere Hunde, Böden und Geräusche gehören dazu.
Der Berner ist von Natur aus freundlich, kann aber unsicher werden, wenn ihm Erfahrungen fehlen. Unsicherheit bei einem Hund dieser Größe ist ein echtes Problem.
Eine Welpengruppe ist sinnvoll, ersetzt aber nicht den Alltag. Wichtiger ist, was zu Hause und unterwegs regelmäßig geübt wird.
Kosten
Zur Anschaffung von 1.800 bis 2.500 Euro kommen laufende Kosten. Futter schlägt mit 80 bis 120 Euro im Monat zu Buche.
Tierarztkosten liegen bei dieser Rasse über dem Durchschnitt, weil Gelenkerkrankungen und Krebs häufig vorkommen.
Eine Krankenversicherung lohnt hier eher als bei robusten Rassen. Eine Gelenkoperation kostet schnell 2.000 bis 4.000 Euro.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Samojede Welpen: Aufzucht, Fell und Gesundheitstests
- Rhodesian Ridgeback Welpen: Kauf, Ridge und Aufzucht
- Französische Bulldogge Welpen: Kauf, Atmung, Aufzucht
Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








