Welpe der Französischen Bulldogge mit Fledermausohren

Französische Bulldogge Welpen: Kauf, Atmung, Aufzucht

Kurzantwort: Der FCI-Standard Nr. 101 nennt für die Französische Bulldogge eine Widerristhöhe von 27 bis 35 cm bei Rüden und 24 bis 32 cm bei Hündinnen, mit einer Toleranz von einem Zentimeter nach oben und unten. Das Gewicht liegt bei 9 bis 14 kg (Rüden) und 8 bis 13 kg (Hündinnen). Der Standard verlangt ausdrücklich, dass Neigung und Form der Nasenlöcher eine normale Nasenatmung erlauben — Atemprobleme und Taubheit sind zuchtausschließende Fehler.

Bei kaum einer Rasse entscheidet die Wahl des Züchters so stark über die späteren Tierarztkosten. Zwei Welpen derselben Rasse können mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen ins Leben starten.

Der Unterschied liegt im Kopf: in der Länge des Fangs, der Weite der Nasenlöcher und der Frage, ob die Elterntiere im Alltag hörbar atmen oder nicht.

Was der FCI-Standard Nr. 101 festlegt

Die FCI führt die Rasse in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde), ohne Arbeitsprüfung. Ursprungsland ist Frankreich; die gültige Fassung des offiziellen Standards wurde am 10. August 2023 publiziert.

  • Rüden: 27 bis 35 cm Widerristhöhe, 9 bis 14 kg
  • Hündinnen: 24 bis 32 cm Widerristhöhe, 8 bis 13 kg
  • Toleranz: ein Zentimeter bei der Größe, 500 Gramm beim Gewicht
  • Wesen: kontaktfreudiger, lebhafter, verspielter, einnehmender und aufgeweckter Begleithund

Ein ausgewachsener Hund von 20 Kilogramm entspricht diesem Standard nicht, auch wenn er als „XXL“ oder „Bully-Typ“ angeboten wird. Größe und Gewicht außerhalb des Standards führen zum Zuchtausschluss.

Erwachsene Französische Bulldogge im Freien
Der Standard verlangt ausdrücklich, dass die Form der Nasenlöcher eine normale Nasenatmung erlaubt. Foto: Nancy Wong, CC BY-SA 4.0

Nasenatmung: der wichtigste Absatz des Standards

Zum Nasenschwamm heißt es, er sei schwarz, breit und aufgeworfen, mit symmetrischen, gut geöffneten und schräg nach hinten gerichteten Nasenlöchern. Und weiter: Die Neigung der Nasenlöcher und die aufgeworfene Nase müssen eine normale Nasenatmung erlauben.

Unter den zuchtausschließenden Fehlern stehen Atemprobleme und Taubheit ausdrücklich mit dabei. Der Standard schließt zudem mit dem Satz, zur Zucht sollten ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Damit ist die Frage entschieden, bevor sie diskutiert wird: Eine Französische Bulldogge, die im Ruhezustand hörbar atmet, entspricht nicht dem Standard. Wer Welpen von solchen Elterntieren kauft, kauft das Problem mit.

Brachyzephalie und das Qualzuchtverbot

Kurzköpfige Rassen können am brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom leiden. Verengte Nasenlöcher, ein zu langes Gaumensegel und eine enge Luftröhre erhöhen den Widerstand beim Einatmen; die Folgen sind Schnarchen, Hitzeempfindlichkeit, schnelle Erschöpfung und im schweren Fall Kollaps.

Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet in § 11b das Züchten von Wirbeltieren, wenn bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Die Auslegung dieser Vorschrift ist Gegenstand des Qualzuchtgutachtens des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Für Käufer heißt das nicht, dass die Rasse verboten wäre. Es heißt, dass die Zuchtauswahl entscheidet — und dass ein Züchter, der Atemgeräusche als „typisch für die Rasse“ verkauft, die Rechtslage falsch darstellt.

Woran ein guter Wurf zu erkennen ist

  • Beide Elterntiere sind vor Ort zu sehen und atmen in Ruhe geräuschlos.
  • Es liegen Untersuchungsergebnisse vor: Atemwegsbefund, Augen, Patella und Wirbelsäule.
  • Der Wurf wächst im Haus auf und kennt Alltagsgeräusche.
  • Die Abgabe erfolgt nach den Zuchtordnungen der VDH-gebundenen Vereine frühestens ab der achten Lebenswoche.
  • Es gibt einen schriftlichen Kaufvertrag mit Ahnentafel, Impfpass und Chipnummer.

Warnzeichen sind seltene Farben zum Aufpreis, mehrere Rassen aus einer Hand, Übergabe an einem neutralen Ort und die Aussage, die Mutterhündin sei „gerade beim Tierarzt“.

Warum viele Würfe per Kaiserschnitt kommen

Der breite Kopf der Welpen steht einem vergleichsweise schmalen Becken der Hündin gegenüber. Deshalb kommt bei dieser Rasse ein erheblicher Teil der Würfe operativ zur Welt, häufig als geplanter Eingriff.

Für Züchter bedeutet das Kosten und Risiko, für Käufer eine Frage: Wie oft wurde diese Hündin bereits belegt und wie viele Kaiserschnitte hatte sie? Seriöse Zuchtordnungen begrenzen die Zahl der Würfe pro Hündin.

Die ersten Monate zu Hause

Ein Welpe dieser Rasse braucht kurze Wege und viel Schlaf. Treppen und Sprünge vom Sofa gehören nicht ins erste Lebensjahr, weil die Wirbelsäule bei Bulldoggen empfindlich ist — Keilwirbel sind bei kurzköpfigen Rassen mit Ringelrute häufiger.

Beim Geschirr ist die Passform wichtiger als bei anderen Rassen. Ein Halsband erhöht den Druck auf Kehlkopf und Luftröhre; ein gut sitzendes Brustgeschirr verteilt ihn.

Gewöhne den Welpen früh an die Kontrolle der Gesichtsfalten. Sie werden feucht und entzünden sich, wenn sie nicht regelmäßig trocken gewischt werden.

Hitze: das größte Alltagsrisiko

Hunde regulieren Wärme über das Hecheln. Bei verkürztem Fang funktioniert das schlechter, weshalb kurzköpfige Rassen bei Wärme schneller in Not geraten als andere.

Praktisch bedeutet das: Spaziergänge im Sommer in den frühen Morgen und späten Abend verlegen, im Auto niemals allein lassen, auf Flugreisen verzichten. Viele Fluggesellschaften befördern kurzköpfige Rassen aus genau diesem Grund nicht.

Erste Anzeichen einer Überhitzung sind hektisches Hecheln mit gestrecktem Hals, blaurote Zunge und Taumeln. Das ist ein Notfall, der sofort in die Klinik gehört.

Kosten realistisch einschätzen

Neben dem Kaufpreis stehen die üblichen laufenden Posten. Dazu kommt bei dieser Rasse die Wahrscheinlichkeit, dass im Lauf des Lebens Eingriffe an Nase, Gaumensegel oder Haut nötig werden.

Viele Versicherer schließen kurzköpfige Rassen von Operationsversicherungen aus oder nehmen Vorerkrankungen ausdrücklich heraus. Wer eine Police plant, klärt das vor dem Kauf des Welpen, nicht danach.

Wesen und Alltag mit der Rasse

Der Standard beschreibt einen kontaktfreudigen, verspielten und aufgeweckten Begleithund, und so verhält sich eine gesunde Französische Bulldogge auch. Sie sucht Nähe, bleibt gern im selben Raum und lässt sich schwer allein zurück.

Für Berufstätige heißt das, das Alleinbleiben von der ersten Woche an in kleinen Schritten zu üben. Ein Hund, der nie gelernt hat zu warten, entwickelt Trennungsstress, und der zeigt sich bei dieser Rasse zusätzlich in gepresster Atmung.

Als Sportpartner taugt sie nicht. Radfahren, lange Wanderungen und Hundesport mit Sprüngen belasten Atmung und Wirbelsäule. Kurze, häufige Runden mit Schnüffelanteil passen besser zu ihr.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

Nach oben scrollen