Samojeden-Welpe mit weißem Fell

Samojede Welpen: Aufzucht, Fell und Gesundheitstests

Kurzantwort: Die FCI führt den Samojeden unter der Standardnummer 212 als Samoiedskaïa Sabaka in Gruppe 5, Sektion 1 (Nordische Schlittenhunde), ohne Arbeitsprüfung; Ursprungsland ist Russland, das Patronat liegt beim Verband der nordischen Staaten. Die ideale Widerristhöhe beträgt 57 cm bei Rüden und 53 cm bei Hündinnen, jeweils mit einer Toleranz von 3 cm nach oben oder unten. Der Standard nennt ihn freundlich, aufgeschlossen, munter und sehr gesellig — und ausdrücklich als Wachhund ungeeignet.

Ein Samojeden-Welpe sieht aus wie ein Plüschtier und ist ein Arbeitshund. Diese Lücke zwischen Bild und Anlage ist der Grund, warum die Rasse überdurchschnittlich oft weitervermittelt wird.

Wer sie kennt, bekommt einen der umgänglichsten Hunde überhaupt. Wer sie unterschätzt, bekommt Haare, Löcher im Rasen und einen Hund, der schreit, wenn er allein ist.

Einordnung und Maße nach FCI-Standard Nr. 212

Die gültige Fassung des Standards wurde am 4. September 2019 publiziert. Verwendung laut Standard: Schlitten- und Begleithund.

  • Rüden: ideale Widerristhöhe 57 cm, Toleranz 3 cm nach oben oder unten
  • Hündinnen: ideale Widerristhöhe 53 cm, dieselbe Toleranz
  • Proportionen: Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe um annähernd 5 Prozent; die Tiefe des Körpers ist etwas geringer als die halbe Widerristhöhe
  • Gewicht: im Standard nicht festgelegt

Zum Wesen ist der Standard ungewöhnlich ausführlich: freundlich, aufgeschlossen, munter und lebhaft mit sehr gering ausgeprägtem Jagdinstinkt, keinesfalls scheu oder aggressiv, sehr gesellig — und als Wachhund ungeeignet. Wer einen meldenden Hund sucht, sucht in der falschen Rasse.

Samojede mit dichtem weißem Haarkleid im Porträt
Unterwolle und harscheres Deckhaar bilden ein doppeltes Haarkleid, das zweimal im Jahr komplett gewechselt wird. Foto: Kjunstorm, CC BY 4.0

Was der VDH über die Rasse schreibt

Der Verband für das Deutsche Hundewesen beschreibt den Samojeden als ausgesprochen freundlich und anschmiegsam, mit einem feinen Gespür für die Stimmungen seines Besitzers, und nennt die Rasse unkompliziert. Sie gilt als robust, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa zwölf Jahren.

Zum Bewegungsbedarf hält der VDH fest, dass Samojeden Ausdauersportler sind und Herausforderungen lieben; ihr Lieblingssport sei das Ziehen von Schlitten und Lasten. Als Familienhund eignen sie sich damit vor allem für aktive Menschen.

Fellpflege beim Welpen

Das Haarkleid besteht aus kurzer, weicher Unterwolle und längerem, harscherem Deckhaar. Der VDH empfiehlt, dieses doppelte Haarkleid zwei- bis dreimal pro Woche gründlich zu bürsten und anschließend zu kämmen. Während der beiden jährlichen Fellwechsel ist tägliches Bürsten und Kämmen erforderlich.

Beim Welpen geht es dabei noch nicht um die Menge an Haaren, sondern um die Gewöhnung. Übe täglich eine Minute: Bürste ansetzen, Pfoten anfassen, auf die Seite legen lassen, Ohren ansehen. Ein erwachsener Samojede, der sich beim Auskämmen wehrt, ist im Fellwechsel ein echtes Problem — für dich und für ihn.

Geschoren wird ein Samojede nicht. Das Haarkleid schützt im Sommer vor Hitze und Sonne; wird es entfernt, wächst es oft ungleichmäßig nach.

Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere

Der VDH nennt für die Rasse Hüftgelenksdysplasie und Augenerkrankungen als die Themen, an denen die Zuchtvereine seit Jahren arbeiten, darunter Distichiasis, Glaukom und Katarakt. Entsprechend gehören zur Zuchtzulassung ein ausgewertetes Hüftröntgen und eine augenärztliche Untersuchung.

Lass dir die Befunde beider Elterntiere im Original zeigen, mit Datum und Untersucher. Frage außerdem, ob die Augenuntersuchung eine Gonioskopie einschloss — damit wird der Kammerwinkel beurteilt, der für das Glaukomrisiko wichtig ist.

Die ersten Wochen und die Impfungen

Die Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen. Welpen bis zu einem Alter von zwanzig Wochen ist mindestens vier Stunden je Tag Umgang mit einer Betreuungsperson zu gewähren.

Für die Grundimmunisierung nennt die Kleintierklinik der LMU München bei Welpen unter 16 Wochen: Parvovirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis ab der sechsten bis achten Woche, danach im Abstand von drei bis vier Wochen bis zur 16. Woche, dann nach einem Jahr. Gegen Leptospirose wird ab der zwölften Woche zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen geimpft, die Tollwutimpfung erfolgt einmal ab der zwölften Woche.

Bewegung im Wachstum

Ein Samojede ist ein Zughund, aber nicht als Welpe. Solange die Wachstumsfugen offen sind, gilt: kein Radfahren neben dem Junghund, kein Zuggeschirr, keine langen Strecken am Stück und keine Sprünge aus dem Kofferraum. Freies Spiel auf weichem Boden ist unproblematisch.

Was von Anfang an geübt werden sollte, ist das Alleinbleiben. Eine Rasse, die als sehr gesellig beschrieben wird, lernt das nicht von selbst. Beginne bei einer Minute und steigere über Wochen.

Womit du rechnen musst

Drei Dinge nennen erfahrene Halter regelmäßig: Haare in der ganzen Wohnung, ein ausgeprägtes Interesse am Graben und eine Stimme. Samojeden bellen wenig, aber sie kommentieren — mit Jaulen, Grummeln und Lauten, die schwer zu beschreiben sind. In hellhörigen Wohnungen gehört das eingeplant.

Das Graben lässt sich nicht abstellen, aber lenken. Eine Sandkiste oder eine freigegebene Ecke im Garten, in der Buddeln erlaubt ist, rettet den Rest des Rasens. Wer im ersten Jahr konsequent dorthin umleitet, spart sich jahrelangen Ärger.

Bei Hitze braucht die Rasse Rücksicht. Spaziergänge liegen im Sommer früh morgens und spät abends, und ein schattiger, kühler Platz gehört zur Grundausstattung.

Züchter finden — und Vermittlungen erkennen

Wartezeiten von einem Jahr sind bei dieser Rasse normal. Das ist kein Nachteil, sondern ein Filter: Wer sofort einen weißen Welpen liefern kann, züchtet meist nicht nach den Vorgaben eines Vereins.

Achte auf drei Punkte. Erstens: Der Wurf wächst im Haus auf, nicht in einem abgetrennten Zwinger ohne Alltagsgeräusche. Zweitens: Die Mutterhündin ist anwesend und geht offen auf Fremde zu. Drittens: Es gibt einen Kaufvertrag, in dem die Rücknahme geregelt ist.

Neben Züchtern gibt es die Rassevermittlung. Weil Samojeden häufig wegen Haaren, Stimme und Bewegungsbedarf abgegeben werden, stehen dort regelmäßig junge, gesunde Hunde. Wer flexibel beim Alter ist, findet dort schneller und erfährt gleichzeitig, wie der Hund sich im Alltag verhält.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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