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Kurz gesagt: Das Italienische Windspiel ist mit 32 bis 38 Zentimetern Schulterhöhe und meist unter 5 Kilogramm der kleinste Windhund der Welt. Es ist anhänglich, ruhig in der Wohnung – braucht aber die Möglichkeit zum freien Sprint und ist kälteempfindlich.
Ein Windhund im Miniaturformat, mit allem, was dazugehört – auch dem Jagdinstinkt.
Herkunft
Die Rasse ist sehr alt; ähnliche kleine Windhunde sind schon aus dem antiken Mittelmeerraum bildlich überliefert.
In der Renaissance war das Windspiel ein Hund der Höfe – es findet sich auf zahlreichen Gemälden dieser Zeit.
Aussehen
Größe: 32 bis 38 Zentimeter Schulterhöhe.
Gewicht: meist unter 5 Kilogramm.
Fell: sehr kurz, fein, ohne Unterwolle.
Körperbau: extrem schlank, mit aufgezogener Bauchlinie und feinen Knochen.
Wesen
Sensibel, sehr menschenbezogen und in der Wohnung ausgesprochen ruhig – Windhunde schlafen viel.
Draußen zeigt sich die andere Seite: Ein Windspiel beschleunigt in Sekunden auf hohe Geschwindigkeit und folgt Sichtreizen. Der Jagdinstinkt ist vorhanden und kaum wegzutrainieren.
Fremden gegenüber ist es zurückhaltend, laute Umgebungen mag es nicht.
Was es braucht
Freilauf im gesicherten Bereich. Ein Windspiel braucht die Möglichkeit zu sprinten – kurze, intensive Läufe statt langer Wanderungen.
Wärme. Ohne Unterwolle und mit wenig Körperfett friert es schnell. Ein Mantel im Winter ist keine Verkleidung, sondern nötig.
Weiche Liegeplätze. Die dünne Haut über den Knochen macht harte Untergründe unangenehm.
Ruhe. Es ist kein Hund für hektische Haushalte.
Gesundheit
Knochenbrüche. Die feinen Läufe brechen leicht – vor allem bei jungen Hunden, die vom Sofa springen. Das ist das häufigste Problem der Rasse.
Zähne. Windspiele neigen zu Zahnstein und frühem Zahnverlust; regelmäßige Kontrolle ist wichtig.
Narkose. Wie alle Windhunde reagieren sie empfindlich auf bestimmte Narkosemittel – die Tierarztpraxis sollte das wissen.
Augen. Erbliche Netzhauterkrankungen kommen vor; seriöse Zucht untersucht darauf.
Für wen es passt
Geeignet für ruhige Haushalte, Menschen mit Zeit und der Möglichkeit, gesicherte Freilaufflächen anzusteuern.
Ungeeignet für Familien mit sehr kleinen Kindern – die Verletzungsgefahr durch Stürze ist real – und für Menschen, die einen robusten Begleiter für jedes Wetter suchen.
Der zerbrechliche Knochenbau
Windspiele haben außergewöhnlich dünne Röhrenknochen, und Brüche an Unterarm und Unterschenkel gehören zu den häufigsten tierärztlichen Vorstellungsgründen der Rasse. Betroffen sind vor allem Jungtiere zwischen vier und zwölf Monaten, häufig durch einen Sprung vom Sofa oder ein Missgeschick beim Toben. Solche Brüche verlangen meist eine Operation mit Platte.
Vorbeugen lässt sich durch Rampen an Sofa und Bett, rutschfeste Böden und das konsequente Vermeiden von Sprüngen aus der Höhe während des Wachstums. Auch wildes Spiel mit deutlich größeren Hunden ist in dieser Phase riskant. Nach dem ersten Lebensjahr sinkt das Risiko deutlich.
Wer die Rasse hält, sollte den Weg zur nächsten Klinik mit Operationsmöglichkeit kennen und eine Krankenversicherung prüfen. Eine Frakturversorgung liegt schnell im vierstelligen Bereich. Das gehört in die Anschaffungsüberlegung.
Kälteempfindlichkeit im Alltag
Mit sehr kurzem Fell, kaum Unterwolle und wenig Körperfett friert das Windspiel früher als andere Hunde. Unter etwa zehn Grad ist ein Mantel sinnvoll, bei Nässe und Wind auch darüber. Zittern ist bei der Rasse nicht immer ein Kältezeichen, sondern kann auch Anspannung ausdrücken.
Im Haus suchen die Hunde Wärmequellen und verkriechen sich gern unter Decken. Ein Hundebett mit hohem Rand und Decke entspricht diesem Bedürfnis. Zugluft am Schlafplatz sollte vermieden werden.
Im Sommer ist das Gegenteil zu beachten: Die dünne Haut ist an Nase, Ohren und Bauch sonnenbrandgefährdet. Bei hellen Tieren ist Schatten wichtiger als bei anderen Rassen. Ein Sonnenschutz für Hunde ist im Handel erhältlich.
Erziehung und Jagdverhalten
Als Sichthund reagiert das Windspiel auf schnelle Bewegung, oft schneller, als ein Rückruf greifen kann. Ein sicherer Freilauf ist deshalb nur auf eingezäunten Flächen oder bei sehr gut aufgebautem Rückruf zu verantworten. Schleppleine und Sichtkontakt sind der übliche Weg.
Die Rasse ist sensibel und arbeitet schlecht unter Druck. Wirksam sind kurze, freundliche Trainingseinheiten mit hoher Belohnungsdichte. Härte führt bei diesen Hunden zu Rückzug statt zu Lernerfolg.
Als Auslastung eignen sich Nasenarbeit, Trickübungen und kontrolliertes Rennen auf sicherem Untergrund. Coursing wird für Sichthunde angeboten und entspricht dem natürlichen Bewegungsdrang. Dauerlaufen neben dem Fahrrad ist wegen der Knochenstruktur ungeeignet.
Zahnpflege und Ernährung
Kleine Rassen mit schmalem Kiefer neigen zu Zahnstein und Zahnfleischentzündungen, und das Windspiel gehört ausgeprägt dazu. Ohne Pflege gehen Zähne oft schon im mittleren Alter verloren. Tägliches Zähneputzen mit Hundezahnpasta ist die wirksamste Maßnahme.
Zusätzlich helfen Kauartikel mit passender Größe und regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt. Eine professionelle Zahnreinigung erfolgt unter Narkose, was bei dieser Rasse wegen der geringen Körpermasse eine sorgfältige Dosierung verlangt. Ein auf Kleinhunde eingestellter Tierarzt ist deshalb sinnvoll.
Bei der Fütterung ist die geringe Körpergröße zu beachten: Wenige Gramm zu viel machen bei einem Fünf-Kilo-Hund prozentual viel aus. Abgewogene Portionen sind bei dieser Rasse keine Pedanterie, sondern Notwendigkeit. Schlank gehalten belastet weniger die ohnehin feinen Gelenke.
Anschaffung und Kosten
Ein Welpe aus kontrollierter Zucht kostet meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro, wobei Papiere, Impfungen und Untersuchungen der Elterntiere enthalten sein sollten. Bei dieser Rasse sind Nachweise zu Augenerkrankungen und zur Patellaluxation üblich. Ein seriöser Züchter zeigt die Mutterhündin und gibt frühestens ab der achten Woche ab.
Laufende Kosten entstehen für Futter, Versicherung, Steuer und Tierarzt, wobei bei dieser Rasse Zahnbehandlungen und Frakturversorgung überdurchschnittlich ins Gewicht fallen. Eine Operationskostenversicherung ist deshalb häufiger sinnvoll als bei robusteren Rassen. Die Beiträge liegen je nach Alter im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat.
Auch aus dem Tierschutz werden Windspiele vermittelt, teils aus Beschlagnahmungen, teils aus dem Ausland. Wer diesen Weg wählt, sollte auf eine ehrliche Vorgeschichte und einen Vorbericht zum Verhalten achten. Seriöse Organisationen führen Vorkontrollen durch.
Häufige Fragen
Wie alt wird ein Italienisches Windspiel?
Häufig 12 bis 15 Jahre.
Kann man es ableinen?
Nur in eingezäunten Bereichen. Der Sichtjagdtrieb macht Rückruf unzuverlässig.
Haart es?
Sehr wenig – ein Vorteil für Allergiker, allerdings kein allergenfreier Hund.
Ist es ein Anfängerhund?
Mit Einschränkungen. Wichtig sind Ruhe, Vorsicht und Verständnis für Windhundverhalten.
Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Warum brechen Windspiele so leicht?
Wegen ihrer sehr dünnen Röhrenknochen.
Braucht die Rasse einen Mantel?
Ab etwa zehn Grad ja.
Wie sichert man den Freilauf?
Über eingezäunte Flächen oder Schleppleine.
Warum ist Zahnpflege so wichtig?
Kleine Rassen neigen stark zu Zahnstein.
Wie füttert man richtig?
Abgewogen, weil wenige Gramm viel ausmachen.
Was kostet ein Windspiel?
Aus kontrollierter Zucht meist 1.500 bis 2.500 Euro.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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- Entlebucher Sennenhund – Wesen, Haltung und Gesundheit
- Papillon: Wesen, Haltung und Gesundheit der Rasse
Tim Bahr arbeitet fuer hunde-gesundheit.net mit Zuchtverbaenden und Fachpraxen zusammen.

Tim hat seit Jahren Katzen im Haus und schreibt über Futter, Gewohnheiten und kleine Warnzeichen. Klare Antworten auf einfache Fragen.
