Terrier im Freien

Terrier-Rassen: 12 Terrier im Vergleich und Porträt

Kurzantwort: Terrier wurden zur Jagd auf Ratten, Dachse und Füchse gezüchtet. Sie sind mutig, eigenständig und ausdauernd. Die FCI führt sie in Gruppe 3 mit über 30 Rassen. Ihr gemeinsames Merkmal ist nicht die Größe, sondern das Temperament — und das macht sie zu schlechten Anfängerhunden.

Der Name kommt vom lateinischen terra, also Erde. Terrier gingen dem Wild in den Bau nach und mussten dort allein entscheiden.

Diese Selbstständigkeit ist ihr Kern. Wer einen gehorsamen Begleithund sucht, ist bei ihnen falsch.

Was Terrier ausmacht

Die FCI führt Terrier in Gruppe 3 und teilt sie in hochläufige, niederläufige, Bullartige und Zwergterrier ein.

Gemeinsam ist ihnen das Temperament: mutig, selbstbewusst, ausdauernd und unabhängig. Sie geben nicht auf.

Diese Eigenschaften waren bei der Jagd im Bau nötig. Im Alltag bedeuten sie: Ein Terrier hinterfragt jedes Kommando.

Zwölf Terrier im Vergleich

Rasse Gewicht Bewegung/Tag Fell
Yorkshire Terrier 2–3,2 kg 1 Std. Haar, täglich
Norwich Terrier 5–5,5 kg 1,5 Std. rauh, trimmen
West Highland White 6–10 kg 1,5 Std. rauh, trimmen
Cairn Terrier 6–7,5 kg 1,5 Std. rauh, trimmen
Jack Russell Terrier 5–8 kg 2–3 Std. kurz bis rauh
Parson Russell Terrier 5–8 kg 2–3 Std. kurz bis rauh
Foxterrier 6,5–8,5 kg 2 Std. glatt oder rauh
Border Terrier 5–7 kg 2 Std. rauh, trimmen
Scottish Terrier 8,5–10,5 kg 1,5 Std. rauh, trimmen
Bullterrier 22–38 kg 2 Std. kurz
Irish Terrier 11–12 kg 2 Std. rauh, trimmen
Airedale Terrier 20–30 kg 2–3 Std. rauh, trimmen

Vom 2 Kilogramm schweren Yorkshire bis zum 30 Kilogramm schweren Airedale reicht die Spanne. Das Temperament ist bei allen ähnlich.

Jack Russell und Parson Russell

Jack Russell Terrier
Der Jack Russell ist klein, aber einer der aktivsten Hunde überhaupt. Foto: Jared Wong, CC BY 4.0

Beide gehen auf denselben Züchter zurück, Pfarrer John Russell im England des 19. Jahrhunderts. Sie sind seit 2001 getrennte Rassen.

Der Parson Russell ist hochbeiniger und größer, der Jack Russell kompakter mit kürzeren Beinen.

Beide gehören zu den aktivsten Hunden überhaupt. Zwei bis drei Stunden Bewegung plus Kopfarbeit sind das Minimum.

Der Airedale als größter Terrier

Airedale Terrier
Der Airedale ist der größte aller Terrier. Foto: unbekannt, CC0

Mit 20 bis 30 Kilogramm und bis zu 61 Zentimetern ist der Airedale der größte Terrier. Er wurde als Allzweckhund gezüchtet.

Er ist ruhiger als die kleinen Terrier, aber ebenso eigenständig. Als Diensthund war er im Ersten Weltkrieg im Einsatz.

Sein Fell wird mehrmals jährlich getrimmt. Geschoren verliert es Struktur und Farbe.

Trimmen statt Scheren

Terrier wird getrimmt
Rauhaarige Terrier werden getrimmt, nicht geschoren. Foto: Randy Son Of Robert, CC BY 4.0

Rauhaarige Terrier haben ein Deckhaar, das nicht von allein ausfällt. Es wird mit den Fingern oder einem Trimmmesser herausgezupft.

Beim Scheren wird das Haar geschnitten statt entfernt. Die Struktur geht verloren, das Fell wird weich und die Farbe verblasst.

Getrimmt wird zwei- bis viermal im Jahr. Ein Termin beim Fachmann kostet 50 bis 90 Euro.

Erziehung

Terrier lernen schnell, gehorchen aber nicht aus Prinzip. Sie müssen den Sinn eines Kommandos erkennen.

Belohnungsbasiertes Training funktioniert, Druck nicht. Ein unter Druck gesetzter Terrier wird stur, nicht folgsam.

Der Rückruf ist die wichtigste Übung. Der Jagdtrieb ist bei fast allen Rassen dieser Gruppe stark ausgeprägt.

Terrier und andere Tiere

Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster sind für Terrier Beute. Das lässt sich nur begrenzt trainieren.

Katzen können funktionieren, wenn Hund und Katze gemeinsam aufwachsen. Eine Garantie gibt es nicht.

Gegenüber fremden Hunden sind viele Terrier wenig konfliktscheu. Frühe Sozialisierung ist deshalb besonders wichtig.

Gesundheit

Patellaluxation kommt bei den kleinen Rassen häufig vor. Bei Yorkshire Terrier und Cairn Terrier gehört die Untersuchung der Elterntiere dazu.

Der West Highland White Terrier neigt zu Hauterkrankungen und Allergien. Das ist das bekannteste Rasseproblem der Gruppe.

Beim Bullterrier kommen Nierenerkrankungen und Taubheit bei weißen Tieren vor. Ein Hörtest der Welpen ist Standard.

Für wen Terrier passen

Für aktive Menschen mit Humor und Geduld. Ein Terrier fordert seinen Halter täglich heraus.

Nicht geeignet sind sie für alle, die einen ruhigen, gehorsamen Hund suchen. Das ist nicht ihr Wesen.

Als Ersthund funktionieren am ehesten Border Terrier und West Highland White. Jack Russell und Foxterrier gehören in erfahrene Hände.

Häufige Fragen

Welcher Terrier ist der kleinste?

Der Yorkshire Terrier mit 2 bis 3,2 Kilogramm. Er zählt zugleich zu den kleinsten Hunderassen überhaupt.

Welcher Terrier ist der ruhigste?

Scottish Terrier und Border Terrier gelten als vergleichsweise ausgeglichen. Ruhig ist bei Terriern allerdings ein relativer Begriff.

Sind Terrier gute Familienhunde?

Ja, wenn die Familie aktiv ist. Für kleine Kinder sind sie wegen ihres Temperaments oft zu ungestüm.

Warum werden Terrier getrimmt?

Ihr Deckhaar fällt nicht von allein aus. Trimmen entfernt es und erhält Struktur und Farbe.

Wie viel Auslauf brauchen Terrier?

Je nach Rasse eine bis drei Stunden. Jack Russell und Airedale liegen am oberen Ende.

Vertragen sich Terrier mit Katzen?

Wenn sie gemeinsam aufwachsen, meist ja. Bei fremden Katzen greift der Jagdtrieb.

Woher die Terrier kommen

Die meisten Terrierrassen entstanden in Großbritannien und Irland zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie waren Arbeitshunde auf Höfen und in Ställen.

Ihre Aufgabe war die Bekämpfung von Ratten, Mardern und Füchsen. Dafür brauchten sie Mut, Schnelligkeit und die Bereitschaft, allein zu arbeiten.

Der Name leitet sich vom lateinischen terra ab. Terrier sind Erdhunde, die ihrem Wild in den Bau folgten.

Bullartige Terrier und Rasselisten

Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und American Staffordshire Terrier stehen in mehreren Bundesländern auf der Liste gefährlicher Hunde.

Je nach Land gelten Wesenstest, Sachkundenachweis, Maulkorbpflicht oder Halteerlaubnis. Die Regelungen unterscheiden sich stark.

Vor der Anschaffung gehört ein Blick in die Landeshundeverordnung. Ein Umzug in ein anderes Bundesland kann die Rechtslage ändern.

Kosten

Ein Terrierwelpe vom VDH-Züchter kostet je nach Rasse 1.200 bis 2.000 Euro.

Bei rauhaarigen Rassen kommen 200 bis 350 Euro jährlich fürs Trimmen dazu. Wer es selbst lernt, spart diesen Posten.

Futterkosten liegen je nach Größe zwischen 25 und 70 Euro im Monat.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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