Shih Tzu mit langem Fell schaut in die Kamera

Shih Tzu: Rasseporträt, Größe, Fell und Gesundheit

Aktualisiert am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Der Shih Tzu ist ein tibetischer Begleithund, den die FCI unter der Standardnummer 208 in Gruppe 9, Sektion 5 (Tibetanische Hunderassen) führt, ohne Arbeitsprüfung. Der Standard nennt eine Widerristhöhe von nicht über 27 cm und ein Gewicht von 4,5 bis 8 kg, als Idealgewicht 4,5 bis 7,5 kg. Das Wesen beschreibt er als intelligent, lebhaft, aufmerksam, freundlich und unabhängig. Der größte Aufwand ist das Fell; die kurze Schnauze verlangt Aufmerksamkeit bei Hitze und Belastung.

Auf dem Foto sieht der Shih Tzu aus wie ein Sofakissen mit Augen. Im Alltag ist er das nur zur Hälfte.

Er wiegt kaum mehr als eine Hauskatze, hat aber eine eigene Meinung, ein Haarkleid mit Wartungsplan und einen Schädelbau, den man kennen muss, bevor man zum Joggen aufbricht.

Einordnung und Maße nach FCI-Standard Nr. 208

Ursprungsland ist Tibet (China), das Patronat über den Standard liegt bei Großbritannien. Die gültige Fassung wurde am 22. August 2017 veröffentlicht. Verwendung laut Standard: Begleithund.

  • Widerristhöhe: nicht über 27 cm
  • Gewicht: 4,5 bis 8 kg, Idealgewicht 4,5 bis 7,5 kg
  • Proportionen: länger zwischen Widerrist und Rutenansatz als hoch bis zum Widerrist
  • Gruppe: 9 — Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 5 Tibetanische Hunderassen

Der Standard fügt einen Satz an, den viele überlesen: Typ und Rassecharakteristika seien von höchster Bedeutung und dürften unter keinen Umständen allein der Größe wegen geopfert werden. Wer einen besonders kleinen Shih Tzu angeboten bekommt, sollte deshalb hellhörig werden — winzig ist kein Zuchtziel.

Shih Tzu wird gewaschen und gepflegt
Das lange Deckhaar mit Unterwolle verfilzt schnell und braucht regelmäßige Pflege. Foto: Judgefloro, CC0

Wesen: was im Standard steht

Vier Worte fasst der Standard zum Charakter zusammen: intelligent, lebhaft und aufmerksam, dazu freundlich und unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist der Punkt, an dem sich Erwartungen und Alltag oft reiben.

Ein Shih Tzu arbeitet nicht für den Menschen, er lebt mit ihm. Er lernt schnell, entscheidet aber gern selbst, ob sich das Mitmachen gerade lohnt. Über Futter, Stimme und kurze Einheiten kommt man weit; über Druck nicht. Wer einen Hund sucht, der jeden Wink befolgt, sucht in der falschen Gruppe.

Herkunft: Klosterhund statt Modehund

Die Rasse stammt aus dem tibetischen Kulturraum und wurde über China nach Europa gebracht. Der Standard ordnet ihn den tibetanischen Hunderassen zu und weist das Patronat Großbritannien zu — dort wurde der Typ im 20. Jahrhundert festgeschrieben. Sein Name wird gern mit „Löwenhund“ übersetzt, was sich auf das üppige Kopfhaar bezieht.

Fellpflege: der eigentliche Aufwand

Das Haarkleid besteht aus langem Deckhaar mit Unterwolle. In dieser Kombination verfilzt es zuverlässig, und zwar zuerst an den Stellen, die niemand kontrolliert: hinter den Ohren, in den Achseln, an der Innenseite der Hinterläufe und rund um den After.

Plane tägliches Kämmen ein, nicht Bürsten allein — eine Bürste gleitet über einen Filzknoten hinweg, ein grober Metallkamm findet ihn. Verfilztes Haar wird nicht gewaschen, sondern vorher gelöst, sonst zieht es sich zusammen. Viele Halter entscheiden sich für einen kurzen Schnitt alle acht bis zwölf Wochen. Das ist kein Verrat am Rassebild, sondern eine Frage der Zeit, die realistisch vorhanden ist.

Das Haar über den Augen wird hochgebunden oder gekürzt, damit es nicht auf der Hornhaut reibt. Nach dem Spaziergang lohnt ein Blick auf Pfoten und Bauch, weil sich dort Grannen und Streusalz sammeln.

Kurzköpfigkeit: der Punkt, den man kennen muss

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz führt den Shih Tzu in ihrem Merkblatt zu Qualzucht und Erbkrankheiten ausdrücklich unter den brachyzephalen, also kurz- und rundköpfigen Rassen auf. Die Verkürzung des vorderen Gesichtsschädels kann zusammen mit Veränderungen im Rachen zu Atemwegsproblemen führen.

Genannt werden unter anderem verengte Nasenlöcher, zu große Nasenmuscheln, ein verlängertes Gaumensegel und eine gestörte Wärmeregulation, weil die verkürzte Nase weniger Schleimhautoberfläche bietet. Bei warmen Temperaturen kann es zur Überhitzung kommen. Auch übermäßiger Tränenfluss und Hautentzündungen in den Falten am Nasenrücken stehen in der Liste, ebenso Hornhautschäden.

Die Ausprägung schwankt stark zwischen einzelnen Hunden. Achte auf offene, weite Nasenlöcher, auf ruhige Atmung ohne Röcheln in Ruhe und darauf, dass die Nase noch erkennbar hervortritt. Ein Hund, der im Liegen schnarcht und im Sommer schon nach hundert Metern hechelt, ist kein gemütlicher Typ — er bekommt zu wenig Luft.

Alltag und Bewegung

Ein gesunder Shih Tzu läuft gern und ausdauernder, als sein Aussehen vermuten lässt. Mehrere ruhige Spaziergänge am Tag, Schnüffelstrecken und kurze Kopfarbeit decken seinen Bedarf. Hundesport mit Sprüngen oder langen Laufstrecken passt nicht zu Körperbau und Atmung.

Im Sommer wird früh morgens und spät abends gegangen. Bei über 20 Grad ist die Mittagsrunde für einen kurzköpfigen Hund kein Spaziergang, sondern eine Belastung.

Vor dem Kauf

Sieh dir Mutterhündin und Wurfgeschwister an und höre ihnen zu. Frage nach tierärztlichen Befunden zu Augen und Atmung und nach dem Gewicht der Elterntiere. Ein Züchter, der offen über die Schwächen der Rasse spricht, ist der bessere Ansprechpartner als einer, der jede Frage abwiegelt.

Zähne, Augen, Ohren: die kleine Wochenroutine

Kleine Rassen neigen zu Zahnstein und frühem Zahnverlust, weil im verkürzten Kiefer wenig Platz für ein vollständiges Gebiss bleibt. Tägliches Zähneputzen mit einer Hundezahnpasta ist deshalb keine Übertreibung, sondern die günstigste Vorsorge, die es gibt.

Die Augen werden morgens mit einem sauberen, feuchten Tuch von Sekret befreit, immer vom Augenwinkel nach außen. Rötung, Kneifen oder ein plötzlich trübes Auge gehören am selben Tag in die Praxis — Hornhautschäden entwickeln sich bei kurzköpfigen Hunden schnell. Die Ohren werden wöchentlich angesehen, nicht ausgespült: Wattestäbchen schieben Sekret nur tiefer.

Was ein Shih Tzu kostet

Neben Futter und Versicherung fallen bei dieser Rasse zwei Posten dauerhaft an, die viele nicht einplanen: der Hundesalon alle acht bis zwölf Wochen und die Zahnsanierung in Narkose, die im Lauf eines Hundelebens meist mehr als einmal nötig wird. Wer stattdessen selbst schert, braucht eine leise Schermaschine und Geduld in der Gewöhnung.

Die Hundesteuer setzt jede Gemeinde selbst fest, die Sätze unterscheiden sich deshalb von Ort zu Ort erheblich. Ein Blick in die Satzung der eigenen Kommune vor der Anschaffung erspart eine Überraschung.

Quellen

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Vanessa arbeitet fuer hunde-gesundheit.net mit Zuchtverbaenden und Fachpraxen zusammen.

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