Hund im Tierheim, der auf Vermittlung wartet

Shelta Hunde: So funktioniert TASSOs Online-Tiervermittlung

Aktualisiert am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Shelta ist die kostenlose Online-Vermittlungsplattform des Tierschutzvereins TASSO e.V., die seit 2001 besteht. Über shelta.tasso.net stellen angeschlossene Tierheime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Hunde, Katzen und andere Tiere zur Adoption vor – durchsuchbar nach Tierart, Ort und weiteren Kriterien wie Größe oder Verträglichkeit mit anderen Tieren.

Wer online nach einem Tierheimhund sucht, landet fast zwangsläufig irgendwann bei „Shelta“. Der Name klingt nach einer eigenen Organisation, gehört aber zu TASSO – dem größten kostenlosen Haustierregister Europas.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Tierheime pflegen ihre vermittlungsbereiten Tiere selbst in die Datenbank ein, Interessenten durchsuchen sie nach eigenen Kriterien.

Für Hundesuchende bedeutet das einen entscheidenden Vorteil gegenüber anonymen Kleinanzeigen: Jedes Tier steht mit einem konkreten, überprüfbaren Tierheim in Verbindung, nicht mit einer beliebigen Privatperson ohne nachvollziehbare Vorgeschichte.

Was ist Shelta und wer steckt dahinter

TASSO e.V. wurde 1982 als erstes Haustierzentralregister Europas gegründet, mit Sitz in Sulzbach im Taunus. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden und verzeichnet inzwischen mehr als 9,5 Millionen registrierte Haustiere – ursprünglich vor allem zur Wiederbeschaffung gestohlener oder entlaufener Tiere.

2001 gründete TASSO zusätzlich das Online-Tierheim Shelta, um Tierheimen eine gemeinsame Vermittlungsplattform zu bieten. Anders als ein einzelnes Tierheim mit eigener Website erreicht Shelta durch die Bündelung vieler Einrichtungen deutlich mehr potenzielle Interessenten.

Neben der reinen Vermittlung bietet TASSO Tierheimen zusätzlich einen „TASSO-Tierheim-Support“ an, der bei organisatorischen Alltagsfragen unterstützt. Für kleinere, ehrenamtlich geführte Tierheime kann diese Unterstützung einen spürbaren Unterschied machen, weil dort oft die Zeit für aufwendige eigene Öffentlichkeitsarbeit fehlt.

So läuft die Suche nach einem Hund über Shelta

Auf shelta.tasso.net lässt sich die Suche nach Tierart, Postleitzahl und Umkreis von 10 bis 200 Kilometern eingrenzen. Zusätzliche Filter betreffen unter anderem Größe, Kastrationsstatus und Verträglichkeit mit Kindern oder anderen Tieren.

Tiere werden zudem als Neuzugang, Notfall oder mit besonderem Handicap gekennzeichnet, was die Suche nach dem passenden Hund erleichtert. Eine Merkzettel-Funktion erlaubt es, mehrere Favoriten zu speichern, bevor eine Entscheidung fällt.

Was ein Tierheim-Profil auf Shelta zeigt

Jedes Profil enthält in der Regel Fotos, eine Beschreibung des Wesens, Angaben zu Alter, Rasse oder Rassetyp sowie Hinweise zu besonderen Bedürfnissen. Die Pflege der Profile liegt beim jeweiligen Tierheim vor Ort, nicht bei TASSO zentral.

Wer sich für ein Tier interessiert, nimmt über die im Profil hinterlegten Kontaktdaten direkt Verbindung zum zuständigen Tierheim auf – die weitere Vermittlung läuft dann individuell nach dessen eigenen Regeln.

Weil die Profile dezentral von jedem Tierheim selbst gepflegt werden, variiert die Ausführlichkeit von Beschreibung zu Beschreibung. Ein kurzer Anruf beim Tierheim vor der Anfahrt klärt häufig offene Fragen schneller, als lange auf eine schriftliche Antwort zu warten.

Manche Profile enthalten zudem Videos, die einen realistischeren Eindruck vom Verhalten des Tieres vermitteln als ein einzelnes Foto – gerade bei der Einschätzung von Ängstlichkeit oder Verträglichkeit mit anderen Tieren ein hilfreiches zusätzliches Werkzeug.

Kennenlernen zwischen Mensch und Tierheimhund
Vor der Vermittlung steht in der Regel ein persönliches Kennenlernen im Tierheim. Foto: Ryan Vaarsi, CC BY 4.0

Warum ein Tierheimhund ein Vorgespräch verlangt

Seriöse Tierheime vermitteln nicht auf den ersten Klick. Vor der Übergabe steht meist ein persönliches Gespräch, häufig auch ein Hausbesuch, bei dem geprüft wird, ob Wohnsituation und Erfahrung zum jeweiligen Hund passen.

Das ist kein Misstrauen gegenüber Interessenten, sondern Erfahrung: Ein Hund, der schon einmal abgegeben wurde, soll nicht ein zweites Mal in eine Situation vermittelt werden, die nicht passt.

Vorteile der Vermittlung über eine bekannte Plattform

Weil Shelta viele Tierheime bündelt, lässt sich die Suche über Regionen hinweg ausweiten, ohne einzeln jede Tierheim-Website durchsuchen zu müssen. Für kleinere Tierheime ohne eigene aufwendige Website bedeutet die Plattform zudem mehr Sichtbarkeit für ihre Schützlinge.

Wer regional flexibel ist, findet über eine gebündelte Suche oft schneller einen passenden Hund als über zufällige Kleinanzeigen.

Gerade bei Rassen oder Mischlingstypen, die in der eigenen Region selten im Tierheim landen, lohnt sich der Blick über den Tellerrand: Eine Suche im Umkreis von 100 oder 200 Kilometern statt nur 20 Kilometern öffnet die Auswahl erheblich.

Worauf nach der Kontaktaufnahme zu achten ist

Ein realistisches Bild vom Vorleben des Hundes gehört zu einer seriösen Vermittlung dazu – auch unangenehme Details wie Verhaltensauffälligkeiten oder ein bisheriger Beißvorfall sollten offen kommuniziert werden. Wird auf konkrete Nachfragen ausweichend geantwortet, lohnt sich zusätzliche Vorsicht.

Eine Probezeit oder ein Schutzvertrag mit Rückgabeoption, wie sie viele Tierheime anbieten, gibt beiden Seiten Sicherheit, falls die Vermittlung doch nicht passt.

Was Shelta von reinen Kleinanzeigenportalen unterscheidet

Anders als bei privaten Kleinanzeigen steht hinter jedem Shelta-Profil ein eingetragenes Tierheim, das sich an die Vermittlungsstandards des Tierschutzes hält. Anonyme Verkäufe ohne Vorgeschichte des Tieres, wie sie auf allgemeinen Anzeigenportalen vorkommen können, sind über Shelta praktisch ausgeschlossen.

Für Interessenten bedeutet das mehr Verbindlichkeit, aber auch mehr Verantwortung: Ein Tierheim erwartet zurecht ehrliche Angaben zur eigenen Lebenssituation, bevor es ein Tier vermittelt.

Was nach der Vermittlung zu beachten ist

Ein Tierheimhund bringt oft eine unbekannte Vorgeschichte mit, die sich erst im neuen Zuhause allmählich zeigt. Manche Tiere brauchen Wochen, bis sie sich vollständig eingewöhnt haben und ihr eigentliches Wesen zeigen – Geduld in dieser Anfangsphase zahlt sich fast immer aus.

Viele Tierheime bieten auch nach der Vermittlung weiterhin Beratung an, etwa bei Verhaltensfragen oder gesundheitlichen Problemen. Dieses Angebot sollte genutzt werden, statt bei ersten Schwierigkeiten vorschnell an eine Rückgabe zu denken.

Auch eine Haftpflichtversicherung, die viele Tierheime bei der Übergabe empfehlen, gehört zur seriösen Vorbereitung dazu – unabhängig davon, ob der neue Hund aus dem Tierschutz oder von einem Züchter stammt.

Wer sich diese Zeit für Vorbereitung und Nachbetreuung nimmt, erhöht die Chancen deutlich, dass die Vermittlung über Shelta dauerhaft gelingt und nicht in einer erneuten Rückgabe endet.

Quellen

Von Marlene Kort, Redaktion hunde-gesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

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