Basset Hound, eine ruhige französische Laufhundrasse

Ruhige Hunderassen: Basset Hound, Mops, Neufundländer

Aktualisiert am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Als besonders ruhig gelten unter anderem Basset Hound, Mops, Neufundländer und Bernhardiner. Alle vier haben einen niedrigen bis mittleren Bewegungsdrang, bringen aber auch rassetypische gesundheitliche Einschränkungen mit, die bei der Wahl mitgedacht werden sollten.

„Ruhig“ wird schnell mit „pflegeleicht“ verwechselt. Tatsächlich hat ausgerechnet ein Teil der gelassensten Rassen einen erhöhten Betreuungsaufwand – nur eben nicht beim Auslauf, sondern bei der Gesundheit.

Wer eine ruhige Rasse sucht, sollte deshalb genau hinschauen, warum ein Hund ruhig ist – aus Zufriedenheit oder aus körperlicher Einschränkung.

Die vier hier vorgestellten Rassen decken dabei ein breites Spektrum ab: vom kompakten Laufhund über den kleinen Schoßhund bis zu zwei ganz unterschiedlichen Riesenrassen.

Basset Hound: gezüchtet fürs Schritttempo

Der Basset Hound stammt aus Frankreich und wurde als Laufhund gezüchtet, der Jägern zu Fuß im Schritttempo folgen konnte, statt wie ein Windhund vorauszupreschen. Diese historische Aufgabe erklärt seinen bis heute gemächlichen Bewegungsstil.

Trotz seines entspannten Auftretens ist der Basset kein wartungsfreier Hund: Die langen Schlappohren begünstigen Ohrenentzündungen und brauchen regelmäßige Kontrolle, der lange Rücken sollte vor zu viel Treppensteigen geschont werden.

Sein ausgeprägter Spürsinn bleibt trotz des ruhigen Gemüts erhalten: Ein Basset, der eine interessante Spur aufnimmt, kann trotz kurzer Beine überraschend zielstrebig werden und dabei sein sonst so gemächliches Tempo vollständig vergessen.

Mops: gesellig, aber mit kurzer Nase

Der Mops stammt ursprünglich aus China und wurde über Jahrhunderte als reiner Begleithund gehalten – nie als Arbeitshund. Entsprechend genügsam und anhänglich gilt sein Wesen bis heute.

Die kurze Nase (Brachyzephalie) schränkt die Rasse aber spürbar ein: Anstrengung bei Hitze, längere Spaziergänge im Sommer und Aufregung können zu Atemnot führen. Wer einen Mops hält, sollte diese Grenzen kennen und Belastung entsprechend dosieren.

Auch das Körpergewicht verdient bei dieser Rasse besondere Aufmerksamkeit: Übergewicht verschärft die ohnehin eingeschränkte Atmung zusätzlich, weshalb eine kontrollierte, nicht zu üppige Fütterung bei kaum einer anderen Rasse so wichtig ist wie beim Mops.

Neufundländer: der sanfte Riese

Der Neufundländer stammt aus Kanada und wurde ursprünglich zur Arbeit an Bord von Fischerbooten eingesetzt, unter anderem um Netze und schwimmende Ausrüstung an Land zu ziehen. Sein Ruf als besonders gutmütig und geduldig gegenüber Kindern hält sich seit Generationen.

Als Riesenrasse bringt er dennoch Ansprüche mit: hoher Futterbedarf, dichtes Fell mit entsprechendem Pflegeaufwand und ein Wachstum, das im Welpenalter besondere Rücksicht auf die Gelenke braucht.

Seine ausgeprägte Wasserfreude nutzen bis heute Rettungshundestaffeln: Speziell ausgebildete Neufundländer helfen bei der Wasserrettung, weil ihre Schwimmhäute zwischen den Zehen und ihre kräftige Statur sie dafür geradezu prädestinieren.

Bernhardiner, ruhiger Riesenhund aus der Schweiz
Der Bernhardiner geht auf die Rettungshunde des Großen St. Bernhard zurück. Foto: pantelispan, Public Domain

Bernhardiner: der Retter vom Alpenpass

Der Bernhardiner stammt aus der Schweiz und geht auf die Hunde zurück, die Augustiner-Chorherren auf dem Großen St. Bernhard zur Verschütteten- und Lawinensuche einsetzten. Die FCI führt ihn in Gruppe 2 als Berghund.

Im Alltag gilt der Bernhardiner als gelassen und selten aggressiv, braucht aber wegen seiner Größe viel Platz und neigt bei Hitze schnell zur Überhitzung – kurze, kühle Spaziergänge sind ihm lieber als lange Sommertouren.

Bekannt wurde die Rasse vor allem durch Barry, einen Bernhardiner, der der Überlieferung nach im frühen 19. Jahrhundert mehrere Dutzend Menschen aus Lawinen gerettet haben soll – eine Geschichte, die bis heute das Bild der Rasse als treuer Lebensretter prägt.

Warum Ruhe nicht gleich Pflegeleichtigkeit bedeutet

Alle vier vorgestellten Rassen zeigen ein Muster: Ihre Gelassenheit geht bei drei von vier Rassen mit einer rassetypischen gesundheitlichen Schwachstelle einher – kurze Nase beim Mops, langer Rücken beim Basset, Wachstumsanfälligkeit bei den beiden Riesenrassen.

Wer eine ruhige Rasse wegen weniger Auslauf sucht, sollte den eingesparten Zeitaufwand realistisch gegen den zusätzlichen Pflege- und Tierarztaufwand aufrechnen.

Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt

Neben der Rasse spielt die individuelle Aufzucht eine große Rolle dafür, wie ausgeglichen ein Hund später ist. Ein schlecht sozialisierter Welpe einer „ruhigen“ Rasse kann unruhiger werden als ein gut sozialisierter Welpe einer aktiveren Rasse.

Ein Besuch beim Züchter, bei dem die Elterntiere im eigenen Wesen zu erleben sind, sagt oft mehr aus als jede Rassebeschreibung.

Auch das Alter der Elterntiere und ihr Verhalten im Alltag geben Hinweise: Ein bereits älterer, gelassener Rüde oder eine entspannte Hündin lassen eher auf ruhigen Nachwuchs schließen als ein ständig unruhiges Elternpaar.

Bewegung trotzdem nicht streichen

Auch bei den ruhigsten Rassen gilt: Bewegung ist keine Option, sondern Pflicht. Zu wenig Auslauf führt selbst bei einem gelassenen Basset oder Bernhardiner mittelfristig zu Übergewicht, das wiederum Gelenke und Rücken zusätzlich belastet – gerade bei Rassen, die ohnehin anfällig dafür sind.

Angepasste, aber regelmäßige Spaziergänge gehören deshalb auch bei diesen vier Rassen zum festen Tagesplan, nicht nur an Tagen, an denen gerade Zeit dafür ist.

Klimaverträglichkeit: Hitze und Kälte unterschiedlich einschätzen

Mops und Bernhardiner reagieren aus unterschiedlichen Gründen empfindlich auf Hitze – der eine wegen der kurzen Nase, der andere wegen seines dichten Fells und seiner Größe. Beide sollten an heißen Tagen möglichst in den kühleren Morgen- und Abendstunden bewegt werden, mit Zugang zu Schatten und Wasser während der Mittagshitze.

Basset Hound und Neufundländer kommen dagegen mit kühlerem Wetter meist gut zurecht, wobei der kurzhaarige Basset im Winter von einer wärmenden Decke oder einem Mantel profitieren kann.

Grundsätzlich gilt für alle vier Rassen: Ein schattiger Rückzugsort und ständig verfügbares frisches Wasser gehören im Sommer zur Grundausstattung, unabhängig davon, wie hitzeempfindlich die jeweilige Rasse konkret einzuschätzen ist.

Wer im Sommer mit einer dieser Rassen verreist, sollte klimatische Bedingungen am Zielort vorab prüfen – ein heißer Süd-Urlaub ist für Mops oder Bernhardiner deutlich belastender als für die meisten anderen Hunde.

Im Zweifel gilt: lieber einen kühleren Reisemonat wählen, als den Hund unnötigem Risiko auszusetzen.

Quellen

Von Tim Bahr, Redaktion hunde-gesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

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