Golden Retriever, eine vom VDH genannte Familienhunderasse

Familien-Hunderassen: Diese Rassen empfiehlt der VDH für Kinder

Kurzantwort: Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) nennt Golden Retriever, Berner Sennenhund und Neufundländer als besonders geduldige, verträgliche Familienhunde mit hoher Reizschwelle. Bei den mittelgroßen Rassen hebt der VDH den Beagle wegen seiner enormen Verträglichkeit hervor. Wichtiger als die Rasse allein ist laut VDH die frühe Sozialisierung beim Züchter zwischen der dritten und vierzehnten Lebenswoche, dazu sollten Kinder mindestens drei Jahre alt sein.

Die Suche nach der „perfekten“ Familien-Hunderasse führt fast immer zu denselben Kandidaten. Der VDH ordnet diese Empfehlung ein: Nicht die Rasse allein entscheidet, ob ein Hund kinderfreundlich wird, sondern vor allem die Aufzucht und Sozialisierung in den ersten Lebenswochen.

Hier stehen die vom VDH konkret genannten Rassen, die Kriterien für einen guten Familienhund und die Punkte, auf die Eltern beim Züchterbesuch achten sollten, bevor ein Welpe einzieht — dazu die Frage, was bei kleineren Rassen genauso wichtig bleibt wie bei den großen, häufig genannten Familienhunden.

Golden Retriever, eine vom VDH genannte Familienhunderasse
Der Golden Retriever gilt laut VDH als geduldig und gutmütig gegenüber Kindern. Foto: pmarkham, CC BY-SA 4.0

Große Rassen: Golden Retriever, Berner Sennenhund, Neufundländer

Der VDH beschreibt Golden Retriever, Berner Sennenhund und Neufundländer als in der Regel geduldige Hunde, die viel zulassen und eine relativ hohe Reizschwelle mitbringen. Genau diese Eigenschaft ist bei kleinen Kindern wichtig, die noch nicht immer einschätzen können, wie grob Ziehen an Ohren oder Fell für einen Hund ist.

Alle drei Rassen sind großgewachsen und bringen entsprechend Kraft und Futterbedarf mit. Wer sich für einen Golden Retriever, Berner Sennenhund oder Neufundländer entscheidet, sollte deshalb genug Platz in Wohnung oder Haus, ein ausreichend großes Auto für Fahrten zum Tierarzt und ein Budget für entsprechend hohe Futtermengen einplanen. Der Charakterzug „geduldig“ ersetzt außerdem nie die Aufsicht durch Erwachsene — er macht den Umgang mit Kindern nur nachsichtiger gegenüber kleineren Fehlern.

Beagle, mittelgroße Hunderasse mit hoher Verträglichkeit
Auch der Beagle wird vom VDH als verträglicher Familienhund genannt. Foto: Bukowsky18, CC BY-SA 4.0

Mittelgroße Rasse: der Beagle

Bei den mittelgroßen Rassen nennt der VDH den Beagle und hebt seine „enorme Verträglichkeit“ hervor. Wer sich für einen Beagle entscheidet, sollte trotzdem den ausgeprägten Jagdtrieb und die feine Nase der Rasse einplanen: Ohne konsequentes Rückruftraining läuft ein Beagle jeder interessanten Spur hinterher.

Als Meutehund ist der Beagle zudem auf Gesellschaft ausgelegt, ob durch Menschen oder Artgenossen. Lange Alleinzeiten passen wenig zu seinem Wesen und äußern sich häufig in lautem Bellen oder Heulen — ein Punkt, der in Mehrfamilienhäusern besonders ins Gewicht fällt.

Für Familien mit Garten ist genau diese Gesellschaftsorientierung ein Vorteil: Ein Beagle sucht von sich aus die Nähe zu allen Familienmitgliedern, statt sich auf eine einzelne Bezugsperson zu fixieren. Wer viel Zeit im Freien verbringt und Nasenarbeit als gemeinsame Beschäftigung einplant, bekommt einen aktiven, verträglichen Begleiter.

Drei Kriterien für einen guten Familienhund

Der VDH nennt drei Eigenschaften, die einen Hund familientauglich machen: Spielfreude, Gutmütigkeit und gute Nerven. Alle drei lassen sich beim Welpen selbst kaum beurteilen, wohl aber bei den Elterntieren und in der Art, wie ein Züchter mit seinen Welpen umgeht.

Sozialisierung zählt mehr als die Rasse

Besonders wichtig ist laut VDH die Phase zwischen der dritten und vierzehnten Lebenswoche: Welpen, die in dieser Zeit schon Kinderkontakt, Alltagsgeräusche und andere Tiere kennenlernen, entwickeln sich deutlich gelassener. Der VDH rät Eltern deshalb, den Züchter vor dem Kauf mehrfach zu besuchen und die Kinder mitzunehmen, damit sich beide Seiten „frühzeitig beschnuppern“ können.

Diese wiederholten, mehrfachen Besuche haben einen weiteren Vorteil: Eltern lernen dabei nicht nur den einzelnen Welpen, sondern auch die Elterntiere und die Aufzuchtbedingungen kennen. Ein Züchter, der Interessenten offen ins Haus lässt, Fragen zu Gesundheit und Wesen der Elterntiere beantwortet und Wert auf frühen Menschenkontakt der Welpen legt, liefert ein deutlich verlässlicheres Bild als ein Inserat mit Fotos allein.

Mindestalter der Kinder und Aufsicht

Für kleinere Kinder ab etwa drei Jahren empfiehlt der VDH gezielt Rassen, denen es wenig ausmacht, auch einmal zu grob getätschelt oder am Fell gezogen zu werden. Ein Hund — unabhängig von der Rasse — bleibt aber immer ein Lebewesen mit eigenen Grenzen: Spielszenen zwischen kleinen Kindern und Hund gehören grundsätzlich unter Aufsicht.

Auch bei nachsichtigen Rassen gilt: Kinder sollten früh lernen, einen Hund während des Essens, Schlafens oder bei Schmerzen in Ruhe zu lassen. Diese Grundregeln lassen sich am besten gemeinsam mit dem Züchter oder einer Hundeschule einüben, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Kleinere Rassen als Alternative

Nicht jede Familie hat Platz oder Kraft für einen großen Hund. Kleinere Gesellschaftshunde aus FCI-Gruppe 9 gelten grundsätzlich ebenfalls als familientauglich, solange dieselben Grundregeln gelten: frühe Sozialisierung, Aufsicht beim Spiel mit Kindern und ein Züchter, der Wert auf Wesensfestigkeit statt nur auf Aussehen legt. Die Statur ersetzt dabei nie die individuelle Prüfung von Wesen und Aufzucht.

Seriöse Zucht als Grundvoraussetzung

Zukünftige Hundehalter sind laut VDH auf der sicheren Seite, wenn der Welpe von einem Züchter stammt, der einem dem VDH angeschlossenen Rassehunde-Zuchtverein angehört. Dort überwacht ein Zuchtwart, ob die Elterntiere gesund und nicht zu eng miteinander verwandt sind — beides wirkt sich auf Wesen und Belastbarkeit der Welpen aus. Rechtlich darf ein Welpe ohnehin erst mit über acht Wochen von der Mutter getrennt werden.

Häufige Fragen

Welche Hunderassen empfiehlt der VDH für Familien?

Unter den großen Rassen Golden Retriever, Berner Sennenhund und Neufundländer, bei mittelgroßen Rassen ausdrücklich den Beagle mit seiner enormen Verträglichkeit.

Ab welchem Alter ist ein Kind bereit für einen Hund?

Der VDH nennt ein Mindestalter von etwa drei Jahren, verbunden mit konsequenter Aufsicht.

Was genau ist wichtiger als die Rasse?

Die frühe Sozialisierung beim Züchter zwischen der dritten und vierzehnten Lebenswoche.

Sind kleine Hunderassen auch für Familien geeignet?

Grundsätzlich ja, solange Aufzucht, Sozialisierung und Aufsicht beim Spiel mit Kindern genauso ernst genommen werden wie bei großen Rassen.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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