Belgischer Schäferhund Groenendael mit langem, einfarbig schwarzem Fell

Belgischer Schäferhund Langhaar: Groenendael und Tervueren

Kurzantwort: „Belgischer Schäferhund Langhaar“ bezeichnet nicht eine, sondern zwei Varietäten des FCI-Standards Nr. 15: den einfarbig schwarzen Groenendael und den falbfarben- oder grau-schwarzgewolkten Tervueren mit schwarzer Maske. Beide werden in FCI-Gruppe 1, Sektion 1 (Hütehunde, mit Arbeitsprüfung) geführt, mit einer Widerristhöhe von rund 62 Zentimetern bei Rüden und 58 Zentimetern bei Hündinnen. Das Wesen gilt als lebhaft, wachsam und arbeitsfreudig.

Der Belgische Schäferhund ist eine einzige FCI-Rasse mit insgesamt vier Varietäten, die sich ausschließlich durch Fellart und Farbe unterscheiden: Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois. Wer „langhaarig“ sucht, meint damit automatisch Groenendael oder Tervueren — die beiden anderen Varietäten tragen kurzes beziehungsweise rauhes Haar.

Hier stehen die Standardwerte nach FCI-Standard Nr. 15, der Unterschied zwischen Groenendael und Tervueren sowie das, was beide Varietäten im Alltag von ihren Haltern verlangen.

Belgischer Schäferhund Groenendael mit langem, einfarbig schwarzem Fell
Der Groenendael ist die einfarbig schwarze, langhaarige Varietät des Belgischen Schäferhundes. Foto: Philco Ford, CC BY-SA 4.0

Groenendael: einfarbig schwarz

Der Groenendael ist laut geltendem FCI-Standard einfarbig schwarz, mit dichtem, langem Haar, das um Hals und Vorbrust eine Mähne bildet. Kopf, Ohrenaußenseiten und Unterschenkel tragen kürzeres Haar. Die Widerristhöhe liegt bei etwa 62 Zentimetern für Rüden und 58 Zentimetern für Hündinnen, mit einer Standardtoleranz von minus 2 bis plus 4 Zentimetern. Rüden bringen etwa 25 bis 30 Kilogramm auf die Waage, Hündinnen etwa 20 bis 25 Kilogramm.

Reinschwarz ohne größere weiße Abzeichen gilt beim Groenendael als Idealbild — kleine weiße Flecken an Brust oder Zehen toleriert der Standard nur in geringem Umfang, während größere weiße Partien als Fehler gewertet werden. Das dichte Unterhaar unter dem langen Deckhaar macht die Rasse zudem wetterfest für den Einsatz im Freien bei jeder Jahreszeit.

Die vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes im Vergleich: Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois
Von links oben im Uhrzeigersinn: Groenendael, Tervueren, Laekenois und Malinois — vier Varietäten, ein Rassestandard. Foto: Various, see description. Compiled by User:Adventurous36, CC BY-SA 4.0

Tervueren: falbfarben mit schwarzer Maske

Der Tervueren teilt sich Größe und Körpergewicht mit dem Groenendael, unterscheidet sich aber deutlich in der Farbe: bevorzugt falbfarben-schwarzgewolkt, seltener grau-schwarzgewolkt, immer mit schwarzer Maske im Gesicht. Auch beim Tervueren bildet das lange Haar um Hals und Brust die charakteristische Mähne.

Die „Wolkung“ im Namen beschreibt schwarze Haarspitzen, die sich über die falbfarbene Grundfarbe legen und dem Fell ein changierendes, wolkenartiges Muster verleihen. Wie stark diese Zeichnung ausgeprägt ist, unterscheidet sich von Hund zu Hund und macht jeden Tervueren im Detail einzigartig, auch wenn Grundfarbe und Maske dem Standard folgen.

FCI-Standard Nr. 15: Einordnung und Verwendung

Beide Varietäten stehen im FCI-Standard Nr. 15, Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde außer Schweizer Sennenhunde), Sektion 1 (Schäferhunde), mit Arbeitsprüfung. Ursprünglich als Hüte- und Wachhund gezüchtet, wird der Belgische Schäferhund heute zusätzlich als Schutz- und Diensthund eingesetzt und ist in Hundesportarten wie Agility, Fährtenarbeit und Rettungshundearbeit stark vertreten.

Die vorgeschriebene Arbeitsprüfung im Standard unterscheidet den Belgischen Schäferhund von vielen reinen Gesellschaftshunderassen: Zuchttiere müssen ihre Gebrauchstauglichkeit nachweisen, bevor sie zur Zucht zugelassen werden. Das trägt dazu bei, dass Arbeitswille und Belastbarkeit über Generationen erhalten bleiben.

Welpenkauf: worauf zu achten ist

Wie bei jeder Rasse gilt die Tierschutz-Hundeverordnung: Ein Welpe darf erst mit über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Ein Züchter im VDH-Zuchtverein für Belgische Schäferhunde lässt Elterntiere vorab auf Gesundheit prüfen und achtet auf Wesensfestigkeit, gerade weil Wachsamkeit und Arbeitsfreude bei falscher Zuchtauswahl schnell in überschießende Nervosität kippen können.

Wesen: lebhaft, wachsam, arbeitsfreudig

Der Standard beschreibt ein lebhaftes und munteres Temperament, gepaart mit ständiger Aufmerksamkeit und hoher Aktivität. Furcht oder Aggression gelten als unerwünschte Wesenszüge, ebenso wie übermäßige Nervosität. Gefragt sind stattdessen Mut, Ausdauer und Trainierbarkeit — Eigenschaften, die den Belgischen Schäferhund zu einem gefragten Partner im Hundesport machen, aber auch tägliche Beschäftigung voraussetzen.

Zur Familie und vertrauten Personen zeigt sich die Rasse anhänglich und loyal, gegenüber Fremden dagegen von Natur aus zurückhaltend bis distanziert. Dieses Wachverhalten macht Groenendael und Tervueren zuverlässige Wächter, verlangt aber auch frühe, konsequente Sozialisierung, damit aus natürlicher Distanz nicht übertriebene Ängstlichkeit oder Aggression gegenüber Besuchern wird.

Malinois und Laekenois: die kurz- und rauhaarigen Varietäten

Zur Einordnung lohnt der Blick auf die übrigen zwei Varietäten desselben Standards: Der Malinois trägt kurzes, glattes Haar in Falbfarben mit schwarzer Maske und ist heute die mit Abstand am weitesten verbreitete Varietät, vor allem bei Polizei- und Diensthundestaffeln. Der Laekenois ist rauhaarig und ebenfalls falbfarben, dabei die seltenste der vier Varietäten. Wer gezielt nach Langhaar sucht, schließt mit dieser Unterscheidung Malinois und Laekenois von vornherein aus.

Fellpflege bei den langhaarigen Varietäten

Sowohl Groenendael als auch Tervueren tragen dichte Unterwolle unter dem langen Deckhaar. Regelmäßiges Bürsten mehrmals pro Woche beugt Verfilzung vor, besonders in der Mähne am Hals und an der Befederung der Hinterläufe. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst steigt der Pflegeaufwand spürbar an.

Kein Anfängerhund

Der hohe Bewegungs- und Beschäftigungsdrang beider Varietäten sowie die ausgeprägte Wachsamkeit verlangen erfahrene Halter mit Zeit für Training und Auslastung. Ohne artgerechte Beschäftigung neigt die Rasse zu unerwünschtem Wachverhalten oder übermäßigem Bewegungsdrang in der Wohnung.

Wer über wenig Erfahrung mit wachsamen Hüterassen verfügt, sollte sich vor dem Kauf ehrlich fragen, ob genug Zeit für konsequentes Training, tägliche Auslastung und frühe Sozialisierung mit Fremden und anderen Hunden vorhanden ist. Ein gelangweilter Groenendael oder Tervueren entwickelt sonst leicht übersteigertes Wachverhalten, das sich später nur mit viel Aufwand wieder zurückbauen lässt.

Häufige Fragen

Welche der vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes sind langhaarig?

Nur Groenendael und Tervueren — Malinois und Laekenois tragen kürzeres beziehungsweise rauhes Haar.

Worin unterscheiden sich Groenendael und Tervueren genau?

Ausschließlich in der Fellfarbe: Groenendael ist einfarbig schwarz, Tervueren falbfarben- oder grau-schwarzgewolkt mit schwarzer Gesichtsmaske.

Wie groß und wie schwer wird ein ausgewachsener Belgischer Schäferhund?

Rund 62 Zentimeter bei Rüden, 58 Zentimeter bei Hündinnen, mit Standardtoleranz von -2 bis +4 Zentimetern, bei etwa 20 bis 30 Kilogramm Gewicht.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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