Welpen in der Tierarztpraxis

Welpe entwurmen: Wie oft, welche Mittel, was beachten

Kurzantwort: Welpen erhalten die erste Wurmkur am Ende der zweiten Lebenswoche, danach im Zwei-Wochen-Rhythmus bis zwei Wochen nach dem Absetzen, anschließend monatlich bis zum sechsten Lebensmonat – das sogenannte 2-2-2-Schema von ESCCAP Deutschland. Die Dosierung richtet sich beim Welpen immer nach dem aktuellen Körpergewicht, nicht nach dem Alter, weshalb vor jeder Behandlung eine Kontrollwaage sinnvoll ist. Für sehr junge oder untergewichtige Welpen eignen sich Suspensionen oder Pasten meist besser als Tabletten, weil sich die Dosis feiner anpassen lässt. Entwurmung und Impftermine lassen sich in der Regel am selben Tag kombinieren, sofern der Welpe gesund und munter ist.

Neben dem „wie oft“ stellen sich Welpenhaltern in der Praxis vor allem konkrete Fragen: Welche Darreichungsform passt zum jungen Hund, wie wird richtig dosiert, und was passiert, wenn ein Termin verpasst wurde?

Diese praktischen Aspekte entscheiden oft darüber, ob eine Wurmkur beim Welpen tatsächlich wirkt oder unbemerkt zu niedrig dosiert wird.

Ab wann der erste Wurmkur-Termin ansteht

Die erste Entwurmung erfolgt laut ESCCAP Deutschland bereits am Ende der zweiten Lebenswoche, also lange bevor die meisten Welpen ihren neuen Haushalt beziehen. Verantwortlich dafür ist zunächst der Züchter, der die ersten Behandlungen dokumentieren und im Heimtierausweis vermerken sollte. Wer einen Welpen mit etwa acht Wochen übernimmt, führt die bereits begonnene Behandlungsreihe im Zwei-Wochen-Rhythmus fort, statt neu zu beginnen. Ein Blick in den vom Züchter ausgehändigten Heimtierausweis zeigt in der Regel Datum und Präparat der bisherigen Behandlungen; fehlen diese Angaben vollständig, empfiehlt sich vor der nächsten Gabe ein kurzer Abstimmungsanruf bei der eigenen Tierarztpraxis.

Wie die Dosierung beim Welpen berechnet wird

Anders als bei erwachsenen Hunden mit stabilem Gewicht verändert sich das Körpergewicht eines Welpen innerhalb weniger Wochen erheblich. Die Dosierung von Wurmkuren richtet sich grundsätzlich nach dem aktuellen Gewicht, nicht nach dem Alter oder der erwarteten Endgröße. Vor jeder Behandlung sollte der Welpe deshalb gewogen werden, idealerweise auf einer Küchenwaage oder bei der Tierarztpraxis, um eine Unterdosierung zu vermeiden, die die Wirksamkeit der Behandlung mindert.

Welpen in der Tierarztpraxis
Welpen in der Tierarztpraxis Foto: Wonderlane, CC BY 4.0

Tabletten, Paste oder Suspension – was passt zum Welpen

Für sehr junge oder kleine Welpen eignen sich flüssige Suspensionen oder Pasten oft besser als Tabletten, weil sich die Dosis in kleinen Schritten exakter anpassen lässt und das Verabreichen leichter fällt. Tabletten kommen meist ab einem gewissen Gewicht und Alter zum Einsatz, teils in zerkleinerter Form unter das Futter gemischt. Welches Präparat und welche Darreichungsform im Einzelfall passend ist, legt die Tierarztpraxis anhand von Gewicht, Alter und Wurmbefall fest. Manche Präparate wirken als sogenannte Breitband-Anthelminthika gegen mehrere Wurmarten gleichzeitig, während andere gezielt nur gegen Spulwürmer oder nur gegen Bandwürmer wirksam sind – welches Spektrum im Einzelfall nötig ist, hängt unter anderem davon ab, ob der Welpe bereits Kontakt zu potenziell verseuchtem Boden oder rohem Fleisch hatte.

Entwurmung und Impftermine kombinieren

In der Praxis lassen sich Entwurmung und Impfung häufig am selben Termin durchführen, da beide Behandlungen unterschiedliche Körperfunktionen betreffen. Voraussetzung ist, dass der Welpe zum Zeitpunkt der Behandlung gesund, munter und frei von Durchfall oder Erbrechen ist. Bei Unsicherheit entscheidet die Tierarztpraxis vor Ort, ob beide Maßnahmen am selben Tag sinnvoll sind oder besser getrennt werden.

Wenn ein Termin verpasst wurde

Wurde ein Behandlungstermin im 2-2-2-Schema versäumt, sollte die Entwurmung so bald wie möglich nachgeholt werden, statt bis zum nächsten regulären Termin zu warten. Eine längere Lücke im engen Welpenschema erhöht das Risiko, dass sich zwischenzeitlich reaktivierte Larven zu geschlechtsreifen Würmern entwickeln. Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf bei der Tierarztpraxis, um den Behandlungsplan anzupassen.

Mögliche Nebenwirkungen erkennen

Die meisten zugelassenen Wurmkuren werden von Welpen gut vertragen. In den Stunden nach der Behandlung können vereinzelt leichte Mattigkeit, gelegentliches Erbrechen oder im Kot sichtbare abgestorbene Würmer auftreten – das gilt meist nicht als besorgniserregend. Anhaltendes Erbrechen, starker Durchfall über mehrere Tage oder ausgeprägte Apathie sollten dagegen tierärztlich abgeklärt werden. Bei einem sehr hohen Wurmbefall kann zudem kurzzeitig eine Zunahme der Symptome auftreten, weil absterbende Würmer Reizstoffe freisetzen – ein Effekt, den erfahrene Tierarztpraxen bei stark befallenen Welpen von vornherein einkalkulieren und entsprechend engmaschig kontrollieren.

Allergische Reaktionen auf den Wirkstoff selbst sind bei zugelassenen Präparaten sehr selten, kommen aber vereinzelt vor und äußern sich etwa durch Hautrötungen, Schwellungen im Gesicht oder Juckreiz kurz nach der Gabe. Tritt eine solche Reaktion auf, sollte umgehend die Tierarztpraxis kontaktiert werden, damit für künftige Behandlungen ein alternatives Präparat gewählt und im Heimtierausweis vermerkt werden kann.

Typische Fehler beim Entwurmen von Welpen

Häufige Fehler in der Praxis sind eine zu niedrige Dosierung durch veraltete Gewichtsangaben, ausgelassene Termine wegen Zeitmangels sowie die falsche Annahme, ein äußerlich gesund wirkender Welpe brauche keine weitere Behandlung. Auch das Vergessen der zeitgleichen Behandlung der Mutterhündin gehört zu den häufigsten Ursachen, warum eine Wurminfektion trotz Behandlung bestehen bleibt.

Was nach der Behandlung im Alltag zu beachten ist

Nach jeder Wurmkur sollte der Kot des Welpen in den folgenden Tagen zügig entfernt werden, damit eventuell ausgeschiedene Wurmeier nicht im Garten, auf Wegen oder Spielflächen verbleiben und andere Tiere oder Menschen anstecken. Das gilt besonders in Mehrhundehaushalten oder Gärten, die auch von Kindern genutzt werden, da Wurmeier mehrere Wochen im Erdreich überleben können.

Für die Dokumentation empfiehlt es sich, jede Entwurmung mit Datum, Gewicht und verwendetem Präparat im Heimtierausweis oder einer eigenen Übersicht festzuhalten. Diese Aufzeichnung hilft nicht nur bei der eigenen Planung der nächsten Termine, sondern ist auch bei einem Tierarztwechsel oder im Krankheitsfall eine wertvolle Informationsquelle für die neue Praxis.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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