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Titelbild: „Liver yellow dog in the water looking at viewer at golden hour in Don Det Laos“ von Basile Morin · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Gelegentliches Niesen ist normal und säubert die Nase. Häufen sich die Anfälle, sind Fremdkörper wie Grannen, Reizstoffe, Infektionen, Nasenmilben, entzündete Zahnwurzeln oder Umfangsvermehrungen die üblichen Ursachen. Rückwärtsniesen sieht dramatisch aus, ist meist harmlos und dauert nur Sekunden. Nasenbluten, einseitiger Ausfluss und Atemnot gehören dagegen sofort untersucht.
Ein Hund niest mehrmals am Tag. Das gehört dazu, besonders nach dem Schnüffeln im Gras.
Auffällig wird es, wenn die Anfälle sich häufen, immer wieder auftreten oder von Ausfluss begleitet werden. Dann sagt die Nase etwas über die Ursache.
Hier steht, wie du normales Niesen vom Rückwärtsniesen unterscheidest, welche Ursachen es gibt und wann du nicht mehr abwartest.
Niesen und Rückwärtsniesen unterscheiden
Beim normalen Niesen stößt der Hund die Luft kräftig durch die Nase aus. Beim Rückwärtsniesen zieht er sie ruckartig ein.
Das Bild dazu ist typisch: Der Hund streckt den Hals, spreizt die Ellbogen, macht ein schnarchendes, röchelndes Geräusch und wirkt für ein paar Sekunden angestrengt.
Nach dem Anfall ist er sofort wieder normal. Genau das unterscheidet ihn von echter Atemnot, bei der die angestrengte Atmung bleibt.
Zähl mit, wie oft es vorkommt, und filme einen Anfall mit dem Handy. Die Aufnahme sagt in der Praxis mehr als jede Beschreibung, weil sich Rückwärtsniesen, Husten und Würgen für Laien ähnlich anhören.
Was beim Rückwärtsniesen passiert
Ausgelöst wird der Reflex durch Reizungen im Bereich von Nase und Rachen. Häufige Auslöser sind Staub, Pollen, Aufregung, hastiges Fressen und Trinken oder ein plötzlicher Temperaturwechsel.
Bleib ruhig und sprich den Hund an, meistens ist es nach wenigen Sekunden vorbei. Verbreitet ist der Tipp, kurz die Nasenlöcher zuzuhalten oder den Hals zu massieren, damit der Hund schluckt; ein Wirknachweis dafür fehlt.
Ein einzelner Anfall alle paar Wochen ist unauffällig. Häufen sich die Anfälle oder werden sie länger, gehört die Ursache gesucht — dahinter können Fremdkörper, Milben oder ein Problem am Gaumensegel stecken.
Kleine Rassen und Hunde mit kurzer Schnauze sind häufiger betroffen. Bei ihnen ist der Raum im Nasen-Rachen-Bereich enger, und schon geringe Reizungen lösen den Reflex aus.
Fremdkörper: der häufigste akute Fall
Grannen und Grashalme sind die häufigsten Fremdkörper in der Hundenase. Die Ährchen von Wildgräsern haben Widerhaken und wandern weiter, statt von selbst herauszufallen.
Typisch ist der plötzliche Beginn direkt nach einem Spaziergang, dazu heftige Niesattacken, einseitiges Reiben mit der Pfote und manchmal etwas Blut.
Warte hier nicht ab. Je länger die Granne bleibt, desto weiter wandert sie, und desto aufwendiger wird die Entfernung.
Vorbeugen kannst du im Sommer, indem du hohe, reife Wiesen meidest und deinen Hund nach dem Spaziergang absuchst: Nase, Ohren, Achseln und die Zehenzwischenräume.
Infektionen, Allergien und Reizstoffe
Virale und bakterielle Infektionen der oberen Atemwege führen zu Niesen mit Nasenausfluss, oft beidseitig, häufig zusammen mit Husten. Der Zwingerhusten zeigt sich vor allem als trockener, bellender Husten.
Allergisch bedingtes Niesen tritt eher saisonal auf und geht mit klarem Ausfluss und geröteten Augen einher.
Wichtig ist der Unterschied zwischen ein- und beidseitig. Beidseitiger Ausfluss spricht eher für eine Infektion oder eine Reizung, einseitiger für ein örtliches Problem in genau dieser Nasenhälfte.
Dazu kommt der Alltag: Zigarettenrauch, Duftsprays, Reinigungsmittel, frisch gestreute Katzenstreu und Backofenreiniger reizen die empfindliche Hundenase deutlich stärker als unsere.
Ein Hund riecht um ein Vielfaches feiner als ein Mensch. Was für dich nach frischer Wäsche duftet, ist für ihn eine Wolke. Lüfte nach dem Putzen und sprüh Duftstoffe nicht in Bodennähe.
Nasenmilben, Zähne und Umfangsvermehrungen
Die Nasenmilbe Pneumonyssoides caninum lebt auf den Schleimhäuten von Nasenhöhle, Rachen und Nebenhöhlen. Die adulten Milben sind ein bis anderthalb Millimeter groß und cremefarben.
Ihr Hauptsymptom ist heftiges Niesen und Rückwärtsniesen, dazu kommen manchmal Nasenausfluss und Nasenbluten. Nachgewiesen werden sie über eine Nasenspülung oder eine Spiegelung, oft wird auch versuchsweise behandelt und die Reaktion beurteilt.
Eine entzündete Zahnwurzel im Oberkiefer kann in die Nasenhöhle durchbrechen. Dann kommt einseitiger, oft eitriger Ausfluss dazu, manchmal eine Schwellung unter dem Auge.
Bei älteren Hunden mit einseitigem, langsam schlimmer werdendem Ausfluss und Nasenbluten gehört auch eine Umfangsvermehrung in der Nase abgeklärt.
Was die Praxis macht und wann du hinmusst
Am Anfang stehen die Untersuchung von Maul, Zähnen und Nase sowie die Frage, ob es ein- oder beidseitig ist. Danach kommen je nach Verdacht Röntgen oder Computertomografie des Kopfes und die Spiegelung der Nase.
Mit der Spiegelung lassen sich Fremdkörper und Veränderungen sehen und im selben Termin oft entfernen.
Für Röntgen, Computertomografie und Spiegelung braucht dein Hund eine Narkose, weil er dafür still liegen muss. Deshalb wird das erst gemacht, wenn die einfachen Erklärungen ausscheiden.
Sofort vorstellen solltest du deinen Hund bei Nasenbluten, bei einseitigem eitrigem oder blutigem Ausfluss, bei Atemnot, bei einer Schwellung im Gesicht und wenn er nach dem Spaziergang plötzlich ununterbrochen niest.
Häufige Fragen
Ist Rückwärtsniesen beim Hund gefährlich?
Einzelne kurze Anfälle sind harmlos. Häufen sie sich oder dauern sie länger, gehört die Ursache gesucht.
Was hilft im Anfall?
Ruhig bleiben und den Hund ansprechen. Nach wenigen Sekunden ist es meist vorbei.
Warum niest mein Hund nach dem Spaziergang?
Häufig steckt eine Granne oder ein Grashalm in der Nase. Typisch sind plötzlicher Beginn und einseitiges Reiben mit der Pfote.
Kann mein Hund eine Allergie haben?
Ja. Allergisches Niesen tritt eher saisonal auf, mit klarem Ausfluss und geröteten Augen.
Was bedeutet einseitiger Nasenausfluss?
Er spricht für ein Problem auf genau dieser Seite: Fremdkörper, Zahnwurzel oder eine Veränderung in der Nase.
Wann muss ich sofort in die Praxis?
Bei Nasenbluten, Atemnot, eitrigem einseitigem Ausfluss, Gesichtsschwellung und bei anhaltenden Niesattacken.
Quellen
- Rückwärtsniesen – Wikipedia
- DocCheck Flexikon: Pneumonyssoides caninum (Nasenmilbe des Hundes)
- ESCCAP Deutschland: Empfehlung zur Bekämpfung parasitischer Milben
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Von Vanessa, Redaktion hunde-gesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

Vanessa hat vor fünf Jahren eine Hündin aus dem Tierschutz aufgenommen und seitdem viel über Geduld gelernt. Sie schreibt über Adoption und Eingewöhnung.

