Shiba Inu auf einem Waldweg

Japanische Hunderasse: Alle neun Rassen im Überblick

Aktualisiert am 17.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Titelbild: „Shiba Inu dog @ Mount Mitake“ von *_* · CC BY 2.0 · via Flickr · zugeschnitten

Kurzantwort: Die FCI erkennt neun Rassen mit Ursprungsland Japan an. Sechs davon sind einheimische Spitze: Akita (Standard Nr. 255), Shiba (Nr. 257), Kishu (Nr. 318), Kai (Nr. 317), Shikoku (Nr. 319) und Hokkaido (Nr. 261). Dazu kommen der Japan Spitz (Nr. 262), der Chin (Nr. 206), der Japanische Terrier (Nr. 259) und der Tosa (Nr. 260). Der Amerikanische Akita (Nr. 344) gilt seit 1999 als eigene Rasse.

Japanische Rassen wirken auf Fotos ähnlich: Stehohren, Ringelrute, dichtes Stockhaar. Im Alltag trennt sie mehr, als das Bild vermuten lässt.

Zwischen einem Shiba mit knapp 40 Zentimetern und einem Tosa ab 60 Zentimetern liegen zwei völlig verschiedene Haltungsformen — bis hin zur Frage, ob die Rasse im eigenen Bundesland überhaupt ohne Auflagen gehalten werden darf.

Die sechs einheimischen Spitze

Alle sechs führt die FCI in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), ohne Arbeitsprüfung. In Japan stehen sie als Naturdenkmäler unter Schutz.

  • Akita (Nr. 255): Rüden 67 cm, Hündinnen 61 cm, Toleranz ±3 cm — Verwendung laut Standard: Begleithund
  • Shiba (Nr. 257): Rüden 39,5 cm, Hündinnen 36,5 cm, Toleranz ±1,5 cm — Jagdhund für Vögel und Kleinwild sowie Begleithund
  • Kishu (Nr. 318): Rüden 52 cm, Hündinnen 49 cm, Toleranz ±3 cm
  • Shikoku (Nr. 319): Rüden 52 cm, Hündinnen 49 cm, Toleranz ±3 cm
  • Kai (Nr. 317): Rüden 50 cm, Hündinnen 45 cm, Toleranz ±3 cm
  • Hokkaido (Nr. 261): Rüden 48,5 bis 51,5 cm, Hündinnen 45,5 bis 48,5 cm

Kishu, Shikoku, Kai und Hokkaido sind außerhalb Japans selten. Wer einen Welpen sucht, findet in Deutschland fast nur Akita und Shiba mit regelmäßigen Würfen.

Akita mit dichtem Fell im Freien
Der Akita ist die größte japanische Spitzrasse — Rüden messen laut Standard 67 cm. Foto: „Shiba Inu Kazumi“ von blumenbiene · CC BY 2.0 · via Flickr · zugeschnitten

Akita und Amerikanischer Akita

Die FCI führt zwei getrennte Rassen: den Akita unter Nr. 255 mit Ursprungsland Japan und den Amerikanischen Akita unter Nr. 344. Beide gehen auf dieselbe Population zurück, entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg aber auseinander.

Der japanische Typ ist leichter, mit fuchsartigem Kopf und eng begrenzter Farbpalette. Der amerikanische Typ ist schwerer, breiter im Schädel und in fast allen Farben zugelassen. Die Trennung in zwei Standards erfolgte 1999.

Die übrigen japanischen Rassen

  • Japan Spitz (Nr. 262): Rüden 30 bis 38 cm, Hündinnen etwas kleiner, weißer Begleithund in Gruppe 5
  • Chin (Nr. 206): Rüden etwa 25 cm, geführt in Gruppe 9, Sektion 8 (Japanische Spaniel und Pekingesen)
  • Japanischer Terrier (Nr. 259): 30 bis 33 cm, Gruppe 3, Sektion 2 (Niederläufige Terrier)
  • Tosa (Nr. 260): mindestens 60 cm bei Rüden und 55 cm bei Hündinnen, Gruppe 2, Sektion 2.1

Der Tosa nimmt eine Sonderstellung ein. Er steht in mehreren Bundesländern auf einer Rasseliste; welche Auflagen für Haltung, Wesenstest und Hundesteuer gelten, sagt verbindlich nur die zuständige Ordnungsbehörde am Wohnort.

Was japanische Spitze im Alltag brauchen

Alle einheimischen Spitzrassen wurden ursprünglich für die Jagd im Gebirge oder im dichten Bewuchs gezüchtet. Sie arbeiten selbstständig, treffen eigene Entscheidungen und behalten das auch als Begleithunde.

Für die Erziehung heißt das: Kooperation statt Kommando. Ein Shiba, der keinen Sinn in einer Übung sieht, wiederholt sie nicht. Belohnung, kurze Einheiten und Geduld führen weiter als Konsequenz um jeden Preis.

Der Rückruf bleibt bei allen diesen Rassen ein Dauerthema. Freilauf ohne Zaun ist bei ausgeprägtem Jagdverhalten ein Risiko, das viele Halter erst nach dem ersten Ausflug ernst nehmen.

Fellpflege und Fellwechsel

Stockhaar mit dichter Unterwolle bedeutet zweimal im Jahr einen kompletten Wechsel. In dieser Zeit fällt so viel Haar an, dass tägliches Bürsten mit Unterwollbürste und grobem Kamm nötig wird.

Geschoren wird nicht. Das Deckhaar schützt im Sommer vor Sonne und im Winter vor Kälte; nach einer Schur wächst es bei Spitzrassen oft ungleichmäßig nach.

Gesundheit

Bei den großen Rassen stehen Hüft- und Ellbogendysplasie im Vordergrund, außerdem Augenerkrankungen. Für den Akita sind zusätzlich Autoimmunerkrankungen beschrieben, für den Shiba unter anderem Patellaluxation und Glaukom.

Untersuchungsergebnisse der Elterntiere gehören zu jedem Wurf aus einem VDH-gebundenen Verein. Frag nach den Befunden, bevor über den Preis gesprochen wird.

Wie bei allen Spitzen mit dichtem Haarkleid ist Hitze ein Thema. Im Sommer gehören Spaziergänge in die kühlen Tagesrandzeiten, und Schatten ist wichtiger als Wasser aus dem Schlauch.

Welche japanische Rasse passt zu wem?

Der Shiba passt in Wohnungen und zu Menschen, die einen eigenständigen, katzenartigen Hund mögen. Der Akita braucht mehr Platz, mehr Ruhe im Haushalt und eine souveräne Führung; er ist kein Ersthund.

Chin und Japan Spitz sind ausgesprochene Begleithunde ohne Jagdanspruch und passen in ruhigere Haushalte. Der Tosa gehört wegen der rechtlichen Auflagen in erfahrene Hände und will vor dem Kauf mit der Behörde geklärt sein.

Herkunft der japanischen Spitze

Die einheimischen Rassen gehen auf Hunde zurück, die in den Bergregionen der jeweiligen Landesteile zur Jagd auf Wildschwein, Hirsch und Kleinwild eingesetzt wurden. Ihre Namen verweisen auf diese Herkunft: Akita, Kishu, Shikoku, Kai und Hokkaido sind Regionen und Inseln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Bestände stark zurückgegangen. Der Aufbau erfolgte aus wenigen Linien, weshalb die Populationen bis heute schmal sind und die Zuchtvereine großen Wert auf die Erhaltung des Typs legen.

Welpenkauf in Deutschland

Für Akita und Shiba gibt es Würfe aus VDH-gebundenen Vereinen mit Ahnentafel, Untersuchungsergebnissen und einer Abgabe frühestens ab der achten Lebenswoche. Rechne mit Wartezeit; die Zahl der Würfe pro Jahr ist überschaubar.

Bei den selteneren Rassen führt der Weg oft ins Ausland. Prüfe dann die Einreisebedingungen: Mikrochip, EU-Heimtierausweis und eine Tollwutimpfung, die erst 21 Tage nach der Impfung gültig ist.

Vorsicht bei Angeboten mit sofort verfügbaren Welpen mehrerer japanischer Rassen aus einer Hand. Das ist Handel, keine Zucht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Vanessa fuer hunde-gesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

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