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Titelbild: „Afghan Hound 4“ von Томасина · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Der Afghanische Windhund ist ein langhaariger Windhund aus Afghanistan, den die FCI unter der Standardnummer 228 in Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 (Langhaarige oder befederte Windhunde), ohne Arbeitsprüfung führt. Die Idealgröße liegt bei 68 bis 74 cm für Rüden und 63 bis 69 cm für Hündinnen; ein Gewicht nennt der Standard nicht. Das Patronat liegt bei Großbritannien, die gültige Fassung wurde am 27. Juli 2021 publiziert.
Kaum ein Hund polarisiert so wie der Afghane. Für die einen ist er der eleganteste Hund überhaupt, für die anderen ein Fellberg mit eigenem Kopf.
Beide Bilder greifen zu kurz. Hinter dem Haarkleid steckt ein Jagdhund, der über Stunden in unwegsamem Gelände arbeiten konnte — und der bis heute so denkt.
Einordnung und Maße nach FCI-Standard Nr. 228
Der Afghane kam in den 1920er Jahren über britische Offiziere nach Europa. Zwei Zuchtstämme prägten die westliche Population, und aus ihnen entwickelte sich das Bild, das heute auf Ausstellungen zu sehen ist.
Ursprungsland ist Afghanistan, das Patronat liegt bei Großbritannien. Die FCI führt die Rasse in Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 (Langhaarige oder befederte Windhunde), ohne Arbeitsprüfung.
- Rüden: Idealgröße 68 bis 74 cm Widerristhöhe
- Hündinnen: Idealgröße 63 bis 69 cm Widerristhöhe
- Gewicht: im Standard nicht festgelegt
Damit gehört der Afghane zu den größten Hunden im Register, ohne schwer zu sein. Windhunde sind auf Geschwindigkeit gebaut: tiefer Brustkorb, aufgezogener Bauch, lange Gliedmaßen, wenig Muskelmasse im Verhältnis zur Höhe.
Der Standard betont die Herkunft aus unwegsamem Gelände. Anders als der Greyhound, der auf ebener Bahn läuft, musste der Afghane in den Bergen wenden, springen und Höhe machen. Daher die auffällig kräftigen Hüften und die hohe Beweglichkeit im Hinterhandgelenk.

Auffällig sind außerdem die großen, flachen Pfoten und die stark hervortretenden Hüfthöcker. Beides gehört zum Rassebild und ist kein Zeichen von Untergewicht, auch wenn es bei einem gut ernährten Afghanen zunächst so aussieht.
Wesen: würdevoll und zurückhaltend
Der Standard beschreibt den typischen orientalischen Ausdruck: Der Afghane schaue jemanden an und durch ihn hindurch. Gefordert wird ein würdevoller und zurückhaltender Hund, „mit einem gewissen leidenschaftlichen Ungestüm“.
In der Praxis heißt das: Er bindet sich eng an seine Menschen, sucht aber keine ständige Bestätigung. Fremde begrüßt er höflich und ohne Überschwang. Wer einen Hund erwartet, der bei jedem Kommando sofort reagiert, wird umlernen müssen — Windhunde arbeiten mit, wenn sie den Sinn erkennen.
Mit Kindern kommt er in der Regel gut zurecht, solange er sich zurückziehen kann. Körperliches Bedrängen mag er nicht; wer ihn festhält oder über den Kopf greift, bekommt keine Aggression, aber Distanz.
Im Training zahlt sich Kleinschrittigkeit aus. Ein Afghane wiederholt Übungen nicht gern zwanzigmal; er lernt schneller, wenn nach drei gelungenen Durchgängen Schluss ist. Druck führt bei dieser Rasse zuverlässig dazu, dass sie abschaltet.
Haarkleid: was der Standard verlangt
An Rippen, Vor- und Hinterhand sowie an den Flanken ist das Haar lang und von sehr feiner Textur. Bei erwachsenen Hunden ist es von den Schultern rückwärts entlang des Sattels kurz und dicht. Von der Stirn nach hinten wächst ein markanter, seidiger Haarschopf, der „top-knot“. Ohren und Läufe sind gut behaart, das Haar am Vorgesicht kurz.
Der Standard ist an einer Stelle ungewöhnlich deutlich: Das Haarkleid müsse sich natürlich entwickeln, jeder Hinweis auf Schneiden oder Scheren sei zu bestrafen. Bei der Farbe ist der Text dagegen offen — alle Farben sind zulässig, weiße Abzeichen am Kopf oder am Kragen jedoch höchst unerwünscht.
Welpen tragen zunächst ein kurzes, weiches Haarkleid. Das erwachsene Haar kommt im ersten Lebensjahr und bringt eine Phase mit, in der täglich gekämmt werden muss, weil das Welpenhaar unter dem neuen Haar verfilzt.
Weiß am Kopf ist deshalb ein Ausschlusskriterium in der Bewertung, nicht in der Haltung. Ein Hund mit weißer Blesse ist gesund wie jeder andere, hat auf einer Ausstellung aber wenig Aussicht auf eine Platzierung.
Pflegeaufwand realistisch eingeschätzt
Das feine Haar filzt schnell, weil es keine grobe Deckschicht hat. Zwei bis drei gründliche Durchgänge pro Woche sind das Minimum, im Fellwechsel des Junghundes deutlich mehr. Gearbeitet wird in Strähnen bis auf die Haut, nicht nur über die Oberfläche.
Wer das nicht leisten kann oder will, sollte die Rasse nicht nehmen. Ein verfilzter Afghane ist kein Schönheitsproblem, sondern ein Schmerzproblem: Filzplatten ziehen an der Haut und führen zu Entzündungen.
Zur Ausstattung gehören ein grober Metallkamm, eine Zupfbürste und Geduld. Zwei Stunden pro Woche sind eine realistische Rechnung, verteilt auf mehrere Termine statt in einem Block.
Bewegung: kurz und schnell
Windhunde brauchen keine Dauerleistung, sondern Sprints. Ein Afghane, der zweimal in der Woche auf einer eingezäunten Fläche richtig laufen darf, ist zufriedener als einer, der täglich zwei Stunden im Schritt neben dem Rad geht.
Der Jagdtrieb bleibt dabei das Thema. Ein Windhund, der Wild sieht, ist in Sekunden außer Rufweite und über hundert Meter schneller als jedes Kommando. Freilauf gibt es deshalb nur in gesicherten Bereichen; im offenen Gelände bleibt die Schleppleine.
Windhundrennen und Coursing bieten Vereine als geregelten Rahmen an. Für den Alltag reicht auch eine eingezäunte Wiese, auf der der Hund zwei- bis dreimal frei anlaufen darf.
Gesundheit
Zwei Punkte sind bei Windhunden allgemein relevant. Sie vertragen bestimmte Narkosemittel schlechter als andere Rassen, weil sie wenig Körperfett haben — die Tierarztpraxis sollte darüber informiert sein. Und sie kühlen im Winter schneller aus, als die Fellmenge vermuten lässt, weil die Unterwolle fehlt.
Beim Welpenkauf gelten dieselben Regeln wie sonst: Zuchtbuchpapiere, Befunde der Elterntiere, Besichtigung bei der Hündin. Der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband führt das Zuchtbuch für Windhunde im VDH.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 228: Afghan Hound, publiziert 27. Juli 2021
- Wikipedia: Afghanischer Windhund
- Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Leonberger Hund: Rasseporträt, Größe, Wesen und Pflege
- Cocker Spaniel: Wesen, Größe, Pflege und Gesundheit
- Hovawart: Rasseporträt, Größe, Wesen und Haltung
Geschrieben von Felix fuer hunde-gesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

Felix lebt mit einem Mops in einer Stadtwohnung und kennt jede Wiese im Umkreis von drei Kilometern. Er schreibt über Rassen, Verhalten und das Zusammenleben auf engem Raum.

