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Kurzantwort: Der Altdeutsche Schäferhund ist von der FCI nicht als eigene Rasse anerkannt. Gemeint ist heute im Sprachgebrauch der Deutsche Schäferhund mit langem Deckhaar. Seit 2010 führt der FCI-Standard Nr. 166 das Langstockhaar wieder als zuchtzugelassene Haarart neben dem Stockhaar. Maße und Wesen entsprechen deshalb dem Deutschen Schäferhund: Rüden 60 bis 65 cm bei 30 bis 40 kg, Hündinnen 55 bis 60 cm bei 22 bis 32 kg.
Wer nach „Altdeutscher Schäferhund“ sucht, findet Anzeigen, Vereine und Preise — aber keinen Rassestandard. Das liegt nicht an einer Lücke im Register, sondern an der Geschichte des Begriffs.
Zwei Bedeutungen laufen dabei nebeneinander her, und beide sind im Umlauf.
Warum es den Namen gibt
Der Deutsche Schäferhund entstand ab 1899 als planmäßige Zucht aus deutschen Hüteschlägen. Von Anfang an fielen Welpen mit unterschiedlich langem Deckhaar. Wie mit dieser Vielfalt umzugehen sei, war über Jahrzehnte umstritten.
Der Verein für Deutsche Schäferhunde hatte beschlossen, den langstockhaarigen Typ nicht mehr zur Zucht zuzulassen. Einige Züchter gründeten daraufhin eigene Zuchtvereine, um diesen Schlag zu erhalten, und verwendeten dafür den Namen „Altdeutscher Schäferhund“. 2010 beschloss der Verein für Deutsche Schäferhunde, das Langstockhaar wieder zur Zucht zuzulassen.
Seither führt der FCI-Standard Nr. 166 zwei Haararten: Stockhaar und Langstockhaar, beide mit Unterwolle. Beim Stockhaar soll das Deckhaar möglichst dicht, gerade, harsch und fest anliegend sein. Beim Langstockhaar ist es lang, weich und liegt nicht fest an, mit Fahnen an Ohren und Läufen, ausgeprägten Hosen und einer buschigen Rute.
Das Langstockhaar war nie ausgestorben. Es fiel weiter in Würfen, durfte nur über Jahre nicht in die Zucht — mit der Folge, dass sich außerhalb des Verbands eigene Strukturen bildeten. Der Name „Altdeutscher Schäferhund“ stammt aus dieser Zeit und hat sich gehalten, obwohl der Anlass 2010 entfallen ist.

Zuchtrechtlich hat der Beschluss von 2010 die Lage geklärt: Langstockhaar mit Unterwolle ist zuchtzugelassen, Langhaar ohne Unterwolle bleibt ausgeschlossen. Wer einen Welpen sucht, sollte diesen Unterschied kennen — er entscheidet über die Papiere.
Die zweite, ältere Bedeutung
Ursprünglich bezeichnete der Begriff etwas anderes: alte deutsche Schäferhundschläge, die nicht in der Zucht des Deutschen Schäferhundes aufgegangen sind. Diese Hunde werden heute unter dem Oberbegriff „Altdeutsche Hütehunde“ zusammengefasst — dazu zählen unter anderem Schafpudel, Gelbbacke, Schwarzer und Harzer Fuchs.
Auch diese Schläge sind von der FCI nicht als Rassen anerkannt. Sie werden über Vereine geführt, die Leistungsprüfungen an der Herde abnehmen, und sind zahlenmäßig klein.
Wer nach diesen Hunden sucht, sollte deshalb genau hinschauen, welche Bedeutung gemeint ist. Ein Harzer Fuchs und ein langstockhaariger Deutscher Schäferhund haben wenig gemeinsam, tauchen im Netz aber unter demselben Suchwort auf.
Für die Suche im Netz heißt das: Ein Angebot für einen „Altdeutschen Schäferhund“ sagt noch nichts darüber, ob es sich um einen Hütehundschlag oder um einen langstockhaarigen Deutschen Schäferhund handelt. Die Ahnentafel klärt das in einem Blick.
Maße und Wesen
Weil das Langstockhaar zum Deutschen Schäferhund gehört, gelten dessen Werte. Der FCI-Standard Nr. 166, publiziert am 11. August 2010, nennt:
- Rüden: 60 bis 65 cm Widerristhöhe, 30 bis 40 kg
- Hündinnen: 55 bis 60 cm Widerristhöhe, 22 bis 32 kg
- Format: Die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um etwa 10 bis 17 %
Zum Wesen verlangt der Standard einen ausgeglichenen, nervenfesten, selbstsicheren, unbefangenen und gutartigen Hund, dazu aufmerksam und führig, mit Triebverhalten, Belastbarkeit und Selbstsicherheit.
Ein verbreiteter Irrtum lautet, das Langstockhaar sei ruhiger oder familientauglicher als das Stockhaar. Der Standard unterscheidet beim Wesen nicht zwischen den Haararten. Was den Charakter prägt, ist die Zuchtlinie — Leistungs- oder Ausstellungszucht —, nicht die Fellänge.
Worauf Käufer achten sollten
Der entscheidende Punkt ist die Papierlage. Ein Welpe, der als „Altdeutscher Schäferhund“ angeboten wird, kann drei Dinge sein: ein Langstockhaar-Welpe mit Papieren aus dem Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde, ein Welpe aus einem nicht VDH-gebundenen Verein — oder ein Hund ohne jede Zuchtbuchanbindung.
Alle drei kosten mitunter dasselbe. Nur beim ersten sind Zuchtzulassung, Wesensbeurteilung und Untersuchungsbefunde der Elterntiere geregelt und überprüfbar.
Wer den Nachweis nicht bekommt, sollte nicht auf den Namen zahlen. Ein Aufschlag für „selten“ ist bei einer Haarart, die im Standard steht, nicht begründbar.
Ein weiterer Punkt betrifft die Bezeichnung im Kaufvertrag. Steht dort eine Rasse, die die FCI nicht führt, lässt sich später schwer belegen, was zugesichert war. Wer Wert auf Nachvollziehbarkeit legt, kauft einen „Deutschen Schäferhund, Langstockhaar“ mit Zuchtbuchnummer.
Pflege des Langstockhaars
Das lange Deckhaar liegt nicht an und bildet Fahnen. Die Partien hinter den Ohren, an den Keulen und unter den Achseln neigen zum Verfilzen und werden zweimal die Woche durchgekämmt. Im Fellwechsel wird daraus für zwei bis drei Wochen eine tägliche Aufgabe.
Geschoren wird nicht. Die Unterwolle isoliert gegen Kälte und gegen Hitze; nach dem Scheren wächst sie ungleichmäßig nach.
Baden ist selten nötig. Trockener Schmutz fällt aus dem Fell heraus, sobald er abgetrocknet ist; häufiges Shampoonieren entfettet die Haut und begünstigt Juckreiz.
Gesundheit
Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie sind bei dieser Rasse die bekanntesten Zuchtausschlusskriterien. Der Verein für Deutsche Schäferhunde führt dafür ein eigenes Auswertungsverfahren, dessen Befunde zu jedem Wurf im Zuchtbuch gehören.
Wer einen Welpen besichtigt, sollte die Elterntiere im Schritt und im Trab laufen sehen. Die stark abfallende Rückenlinie mancher Ausstellungslinien steht seit Jahren in der Kritik und lässt sich in Bewegung besser beurteilen als auf einem Foto.
Zur Lebenserwartung: Sie liegt bei dieser Rasse im Rahmen anderer großer Hütehunde. Eine Rolle spielen Gewicht und Bewegung im ersten Lebensjahr — ein schlanker Junghund, der nicht überlastet wurde, hat es im Alter leichter.
Quellen
- Wikipedia: Altdeutscher Schäferhund
- FCI-Standard Nr. 166: Deutscher Schäferhund, publiziert 11. August 2010
- Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Doodle-Hunde – was hinter Labradoodle und Co. steckt
- Deutscher Schäferhund Welpe: Auswahl, Linien, Aufzucht
- Schweizer Schäferhund: Rasseporträt, Größe und Wesen
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








