Dalmatiner Welpe

Dalmatiner Welpen: Aufzucht, Taubheit und Ernährung

Kurzantwort: Dalmatiner Welpen brauchen zwei Dinge, die andere Rassen nicht brauchen: einen Hörtest, weil angeborene Taubheit in der Rasse häufig ist, und ein purinarmes Futter wegen des besonderen Harnstoffwechsels. Für Bewegung gilt die Regel eine Minute je Lebenswoche.

Der Dalmatiner wurde als Kutschenbegleithund gezüchtet und lief neben Pferden über weite Strecken. Ausdauer ist sein Kern.

Zwei rassetypische Besonderheiten machen die Aufzucht anspruchsvoller als bei anderen mittelgroßen Hunden.

Angeborene Taubheit

Etwa 15 bis 30 Prozent aller Dalmatiner sind auf einem oder beiden Ohren taub. Die Ursache liegt im Gen für die weiße Fellfarbe.

Der BAER-Test misst die Hörfähigkeit objektiv und wird ab der sechsten Lebenswoche durchgeführt. Seriöse Züchter lassen jeden Welpen testen.

Beidseitig taube Welpen werden von den meisten Zuchtverbänden nicht vermittelt. Einseitig taube Hunde leben normal, brauchen aber angepasstes Training.

Der Harnstoffwechsel

Hund trinkt aus einem Napf
Ständiger Zugang zu Wasser ist bei dieser Rasse besonders wichtig. Foto: Richard Masoner / Cyclelicious, CC BY-SA 4.0

Dalmatiner können Harnsäure nicht wie andere Hunde zu Allantoin abbauen. Sie scheiden sie unverändert aus.

Dadurch entstehen leicht Harnsteine. Rüden sind stärker gefährdet, weil ihre Harnröhre enger ist.

Vorbeugen lässt sich mit purinarmem Futter und viel Wasser. Innereien, Wild und bestimmte Fischsorten sind ungeeignet.

Futter und Wasser

Ein purinarmes Futter enthält wenig Innereien und keine Hefe. Es gibt Spezialfutter für die Rasse.

Wasser muss ständig verfügbar sein. Ein gut durchgespülter Harntrakt ist die wirksamste Vorbeugung gegen Steine.

Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter erhöhen die Flüssigkeitsaufnahme zusätzlich.

Bewegung im ersten Jahr

Rennender Dalmatiner
Als Kutschenbegleithund gezüchtet braucht er viel Ausdauer. Foto: archer10 (Dennis), CC BY-SA 4.0

Auch der Dalmatiner folgt der Regel: eine Minute je Lebenswoche, zwei- bis dreimal täglich.

Seine Ausdauer entwickelt sich erst mit dem Wachstum. Ein Welpe, der nicht müde wirkt, ist trotzdem nicht belastbar.

Ab zwölf bis fünfzehn Monaten kann er zum Ausdauerpartner werden. Dann sind zwei bis drei Stunden am Tag angemessen.

Wesen und Erziehung

Der Dalmatiner ist lebhaft, freundlich und sehr menschenbezogen. Er bleibt ungern allein.

Er ist sensibel und reagiert schlecht auf Härte. Belohnungsbasiertes Training funktioniert deutlich besser.

Sein Bewegungsbedarf ist hoch. Unterfordert wird er unruhig und entwickelt Verhaltensprobleme.

Die Punkte

Ausgewachsener Dalmatiner
Ausgewachsen misst ein Dalmatiner 54 bis 62 Zentimeter. Foto: Sam Howzit, CC BY 4.0

Dalmatiner werden vollständig weiß geboren. Die Punkte entwickeln sich ab der zweiten bis dritten Lebenswoche.

Bis zum siebten Lebensmonat kommen weitere hinzu. Erst dann steht die endgültige Zeichnung fest.

Erlaubt sind schwarze oder leberbraune Punkte. Große zusammenhängende Platten gelten als Fehler.

Fellpflege

Das kurze Fell braucht wenig Pflege, haart aber ganzjährig stark. Die harten weißen Haare stecken in jedem Textil.

Zweimal wöchentlich mit einem Gummistriegel reduziert die Menge deutlich.

Baden ist selten nötig. Zu häufiges Waschen schädigt den Fettfilm der Haut.

Weitere Erkrankungen

Hüftdysplasie kommt vor, in geringerem Maß als bei größeren Rassen. Die Befunde der Elterntiere gehören zur Zuchtdokumentation.

Hautallergien treten gehäuft auf. Sie zeigen sich als Juckreiz, Rötungen und wiederkehrende Ohrenentzündungen.

Die Lebenserwartung liegt bei 10 bis 13 Jahren.

Anschaffung

Ein Welpe vom VDH-Züchter kostet 1.400 bis 2.000 Euro. Der BAER-Test ist im Preis enthalten und muss dokumentiert vorliegen.

Ohne Hörtest sollte kein Dalmatiner gekauft werden. Er ist bei dieser Rasse kein Extra, sondern Pflicht.

Der Züchter fragt nach dem geplanten Alltag. Ein Dalmatiner in einer Wohnung ohne Auslauf wird unglücklich.

Häufige Fragen

Warum sind Dalmatiner oft taub?

Das Gen für die weiße Fellfarbe beeinflusst auch die Entwicklung des Innenohrs. 15 bis 30 Prozent sind betroffen.

Was ist der BAER-Test?

Eine objektive Hörprüfung, die ab der sechsten Lebenswoche durchgeführt wird. Sie zeigt, ob ein Welpe auf beiden Ohren hört.

Welches Futter braucht ein Dalmatiner?

Ein purinarmes Futter ohne Innereien und Hefe, dazu ständig Wasser. Das beugt Harnsteinen vor.

Wann bekommen Dalmatiner ihre Punkte?

Ab der zweiten bis dritten Lebenswoche. Die endgültige Zeichnung steht mit etwa sieben Monaten fest.

Wie viel Auslauf braucht ein Dalmatiner?

Ausgewachsen zwei bis drei Stunden täglich. Als Welpe gilt die Regel eine Minute je Lebenswoche.

Ist der Dalmatiner ein Familienhund?

Ja, er ist sehr menschenbezogen. Er braucht aber viel Bewegung und bleibt ungern allein.

Erziehung eines tauben Hundes

Einseitig taube Dalmatiner leben unauffällig. Sie können die Richtung eines Geräuschs schlechter orten, sonst gibt es keine Einschränkung.

Beidseitig taube Hunde lernen über Handzeichen und Vibration. Das funktioniert gut, verlangt aber ein völlig anderes Training.

Sie dürfen nie unangeleint in ungesichertem Gelände laufen, weil ein Rückruf nicht möglich ist. Ein eingezäunter Garten ist Voraussetzung.

Herkunft der Rasse

Der Dalmatiner begleitete in England Pferdekutschen und lief dabei zwischen oder unter den Rädern. Diese Aufgabe erklärt seine Ausdauer.

In den USA wurde er zum Maskottchen der Feuerwehr, weil er die Pferdegespanne der Löschzüge begleitete. Diese Tradition hält sich bis heute.

Die Herkunft aus Dalmatien ist trotz des Namens nicht belegt. Die FCI führt Kroatien als Ursprungsland.

Kosten

Zur Anschaffung von 1.400 bis 2.000 Euro kommen die laufenden Kosten. Spezialfutter ist etwas teurer als Standardfutter.

Futter liegt bei 50 bis 70 Euro im Monat. Dazu kommen Steuer, Versicherung und Tierarzt.

Wegen der Neigung zu Harnsteinen sollten Rücklagen für Untersuchungen und mögliche Eingriffe eingeplant werden.

Die ersten Wochen zu Hause

Der Welpe zieht mit acht bis zehn Wochen ein und braucht vor allem Ruhe. Bis zu zwanzig Stunden Schlaf am Tag sind normal.

Stubenreinheit entsteht über Routine und Geduld: nach jedem Schlafen, Fressen und Spielen nach draußen. Schimpfen bei Missgeschicken bringt nichts.

Die Sozialisierung bis zur sechzehnten Woche legt fest, was der Hund als normal empfindet. Autos, Menschen, andere Hunde und Geräusche gehören dazu.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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