Leishmaniose beim Hund – Übertragung, Anzeichen, Behandlung

Kurz gesagt: Die Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor. Die Erreger befallen das Immunsystem; erste Anzeichen sind oft Hautveränderungen, Gewichtsverlust und Nasenbluten. Die Erkrankung ist behandelbar, aber in der Regel nicht heilbar — die Tiere bleiben lebenslang Träger.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Wie sie übertragen wird

Überträger sind Sandmücken der Gattung Phlebotomus. Sie sind winzig — etwa zwei bis drei Millimeter — und fliegen vor allem in der Dämmerung und nachts.

Beim Stich gelangen die einzelligen Parasiten in den Körper und vermehren sich in bestimmten Zellen des Immunsystems. Von dort verteilen sie sich über Blut und Lymphe im ganzen Organismus.

Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund findet praktisch nicht statt. Möglich sind Übertragungen über Blutkonserven und von der Hündin auf die Welpen.

Wo das Risiko besteht

Klassische Verbreitungsgebiete sind Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, die Türkei und Nordafrika. Durch die Klimaerwärmung breiten sich Sandmücken nach Norden aus; einzelne Nachweise gibt es auch in Deutschland.

Betroffen sind vor allem Hunde aus dem Auslandstierschutz und Tiere, die mit in den Urlaub genommen wurden. Die Inkubationszeit kann Monate bis Jahre betragen — ein Hund kann Jahre nach dem Aufenthalt erkranken.

Die Anzeichen

  • Haut: schuppige Stellen, Haarverlust besonders um die Augen, Krusten an Nase und Ohrrändern, schlecht heilende Wunden
  • Krallen: auffällig schnelles, krallenförmiges Wachstum
  • Allgemein: Gewichtsverlust trotz Appetit, Müdigkeit, Fieberschübe
  • Nasenbluten, oft einseitig
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Augen: Entzündungen der Bindehaut und der inneren Augenstrukturen
  • Nieren: vermehrtes Trinken und Urinieren als Zeichen einer Nierenschädigung

Die Nierenbeteiligung ist der gefährlichste Teil und bestimmt in vielen Fällen die Prognose.

Die Diagnose

Nachgewiesen wird über Bluttests: Antikörper zeigen den Kontakt mit dem Erreger, ein direkter Erregernachweis über PCR bestätigt eine aktive Infektion.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ein positiver Antikörpertest bedeutet nicht automatisch, dass der Hund erkrankt ist. Viele Tiere tragen den Erreger, ohne Symptome zu entwickeln.

Zur Beurteilung gehören außerdem ein großes Blutbild, Nierenwerte und die Untersuchung des Urins auf Eiweiß.

Die Behandlung

Behandelt wird mit Medikamenten, die die Erregerlast senken — üblich sind Kombinationen, die über Wochen gegeben werden, gefolgt von einer Dauertherapie.

Eine vollständige Beseitigung der Erreger gelingt in der Regel nicht. Ziel ist, die Erkrankung in Schach zu halten und die Organe zu schützen.

Regelmäßige Kontrollen sind Teil der Behandlung: Blutbild, Nierenwerte und Antikörpertiter werden anfangs vierteljährlich, später halbjährlich geprüft.

Viele behandelte Hunde leben jahrelang beschwerdefrei. Die Prognose hängt vor allem davon ab, wie weit die Nieren bereits geschädigt sind.

Vorbeugung auf Reisen

Repellent gegen Sandmücken — Halsbänder oder Spot-on-Präparate mit entsprechender Zulassung. Sie sollten rechtzeitig vor der Reise angewendet werden.

Nachts drinnen bleiben. Sandmücken fliegen in der Dämmerung; die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ist die kritische.

Feinmaschige Netze. Übliche Mückennetze sind zu grobmaschig — Sandmücken passen hindurch.

Impfung. Es gibt einen Impfstoff, der die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung senkt. Er ersetzt den Schutz vor Stichen nicht und sollte tierärztlich besprochen werden.

Beim Hund aus dem Ausland

Vor der Übernahme sollte ein Mittelmeer-Test erfolgen — er prüft auf Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Dirofilariose.

Ein negativer Test kurz nach der Ausreise schließt nichts aus, weil Antikörper Zeit zur Bildung brauchen. Deshalb wird eine Wiederholung nach etwa sechs Monaten empfohlen.

Ein positiver Befund ist kein Grund gegen die Aufnahme. Er bedeutet lebenslange Begleitung und regelmäßige Kontrollen — und diese Verantwortung sollte man vorher kennen.

Die anderen Mittelmeerkrankheiten

Leishmaniose kommt selten allein. Zum Standardtest gehören drei weitere Erkrankungen, die von Zecken oder Mücken übertragen werden.

Ehrlichiose wird von der Braunen Hundezecke übertragen und verläuft mit Fieber, Blutungsneigung und Lymphknotenschwellung.

Babesiose zerstört rote Blutkörperchen; typisch sind hohes Fieber, dunkler Urin und Blässe. Sie kann akut lebensbedrohlich verlaufen.

Dirofilariose, der Herzwurm, wird von Stechmücken übertragen. Die Würmer siedeln sich in Herz und Lungengefäßen an.

Für alle gilt: Der Schutz vor Stichen und Zeckenbissen ist die wirksamste Vorbeugung.

Bedeutung für den Menschen

Leishmaniose kommt auch beim Menschen vor, wird aber ebenfalls durch Sandmücken übertragen — nicht durch den Kontakt mit einem infizierten Hund. Streicheln, Lecken und gemeinsames Wohnen sind unproblematisch.

Vorsicht ist bei offenen Wunden und bei stark geschwächtem Immunsystem angebracht; hier lohnt eine ärztliche Rücksprache.

Ein an Leishmaniose erkrankter Hund muss nicht abgegeben oder eingeschläfert werden. Diese Empfehlung wird gelegentlich noch ausgesprochen und entspricht nicht dem aktuellen Kenntnisstand.

Die Kosten im Blick

Ein Leishmaniose-Hund verursacht dauerhafte Kosten: Medikamente, regelmäßige Blutkontrollen und im Verlauf gegebenenfalls eine Nierendiät.

Über ein Jahr summiert sich das je nach Verlauf auf einen mittleren dreistelligen bis vierstelligen Betrag. Das gehört in die Überlegung vor der Aufnahme eines Auslandstiers.

Krankenversicherungen für Hunde schließen vorbestehende Erkrankungen in der Regel aus. Wer ein Tier mit bekanntem Befund übernimmt, wird für diese Erkrankung keine Deckung bekommen.

Die Ernährung bei Nierenbeteiligung

Ist die Niere betroffen, wird eine angepasste Diät Teil der Behandlung. Sie enthält weniger, dafür hochwertiges Eiweiß und reduzierten Phosphorgehalt.

Solche Diäten sind als Fertigfutter erhältlich und sollten nicht selbst zusammengestellt werden — die Zusammensetzung ist zu heikel, um sie ohne Berechnung zu improvisieren.

Wichtig ist außerdem ständiger Zugang zu frischem Wasser. Nierenkranke Hunde trinken mehr und dürfen daran nie gehindert werden.

Häufige Fragen

Wie wird Leishmaniose übertragen?

Durch den Stich von Sandmücken.

Ist sie heilbar?

In der Regel nicht, aber gut behandelbar.

Kann sie auf Menschen übergehen?

Nur über Sandmücken, nicht direkt vom Hund.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Monate bis Jahre.

Was ist das erste Anzeichen?

Oft Hautveränderungen und Gewichtsverlust.

Gibt es eine Impfung?

Ja, sie senkt das Erkrankungsrisiko.

Welcher Schutz hilft auf Reisen?

Repellent und nachts drinnen bleiben.

Wann sollte man testen lassen?

Bei Auslandshunden vor Übernahme und nach sechs Monaten erneut.

Welche Mittelmeerkrankheiten gibt es noch?

Ehrlichiose, Babesiose und Dirofilariose.

Ist der Hund für Menschen gefährlich?

Nein, die Übertragung erfolgt nur über Sandmücken.

Was kostet die Behandlung?

Je nach Verlauf mehrere hundert bis über tausend Euro im Jahr.

Braucht ein betroffener Hund eine Diät?

Bei Nierenbeteiligung ja, mit reduziertem Phosphor.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Felix, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.


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