Italienische Trüffelhunde: Der Lagotto Romagnolo im Porträt

Veröffentlicht am 25.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Der bekannteste italienische Trüffelhund ist der Lagotto Romagnolo. Die FCI führt ihn mit der Verwendung „Trüffelhund“. Der lockige, mittelgroße Hund stammt aus der Romagna und war früher ein Wasserhund. Heute gilt er dank seiner feinen Nase als Spezialist für die Trüffelsuche und als freundlicher Familienhund, der viel Beschäftigung braucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Herkunft: Italien, Region Romagna, FCI-Standard Nr. 298
  • Größe: Rüden 43 bis 48 cm, Hündinnen 41 bis 46 cm
  • Fell: dicht, wollig, gelockt, mindestens einmal im Jahr scheren
  • Gentests auf JE und LSD gehören in seriöse Zucht

Italienische Trüffelhunde: Herkunft des Lagotto Romagnolo

Der Name bedeutet so viel wie „Wasserhund der Romagna“. Laut FCI-Standard war der Lagotto ursprünglich ein Wasser-Apportierhund. Er arbeitete in den sumpfigen Talgründen von Comacchio und in den Lagunen rund um Ravenna. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Sümpfe trockengelegt und zu Ackerland. Der Hund bekam eine neue Aufgabe. Er wurde zum Trüffelhund in den Ebenen und Hügeln der Romagna.

Die FCI ordnet ihn in Gruppe 8 ein, zu den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden. Innerhalb der Gruppe gehört er zur Sektion 3, den Wasserhunden. Eine Arbeitsprüfung ist freiwillig. Der aktuelle Standard trägt die Nummer 298 und stammt aus dem Jahr 2019.

Kurzantwort: Italienische Trüffelhunde sind vor allem Lagotti Romagnoli. Die Rasse stammt aus der Romagna und wird von der FCI offiziell als Trüffelhund geführt.

Wesen: warum der Lagotto so gut Trüffel findet

Der FCI-Standard lobt seine natürliche Begabung zum Revieren und seinen ausgezeichneten Geruchssinn. Beides macht ihn zu einem vorzüglichen Trüffelhund. Sein Jagdinstinkt wurde durch Zucht abgeschwächt. Wildgeruch lenkt ihn deshalb kaum von der Suche ab. Das ist bei der Arbeit im Wald ein großer Vorteil.

Im Alltag beschreibt der Standard den Lagotto als gehorsam, genügsam, aufgeweckt und liebenswürdig. Er ist seinem Menschen treu ergeben und leicht auszubilden. Dazu gilt er als guter Begleit- und Wachhund.

Größe, Gewicht und Aussehen

Der Lagotto ist klein bis mittelgroß, kräftig gebaut und wirkt rustikal. Er ist fast so hoch wie lang. Die Werte laut FCI-Standard:

Merkmal Rüden Hündinnen
Widerristhöhe 43 bis 48 cm, ideal 46 cm 41 bis 46 cm, ideal 43 cm
Gewicht 13 bis 16 kg 11 bis 14 kg
Toleranz Höhe 1 cm mehr oder weniger 1 cm mehr oder weniger

Erlaubt sind viele Farben: einfarbig grauweiß, weiß mit braunen oder orangen Flecken, Orange- und Braunschimmel sowie braun oder orange mit oder ohne Weiß. Manche Hunde haben eine braune bis dunkelbraune Maske. Lohfarbene Abzeichen sind zulässig.

Das Fell: Locken mit Pflegebedarf

Das Haar hat eine wollige Struktur mit engen, ringförmigen Locken und sichtbarer Unterwolle. Deckhaar und Unterwolle halten Wasser gut ab. Das Fell wächst ständig weiter und neigt zum Verfilzen. Der FCI-Standard verlangt deshalb, dass es mindestens einmal im Jahr vollständig geschoren wird. Verfilztes Haar muss regelmäßig entfernt werden.

Nach dem Scheren soll das Haar höchstens 4 cm lang sein. Ein aufgebürsteter Schnitt wie beim Pudel entspricht nicht dem Standard. Auch die Innenseite der Ohren ist vollständig behaart. Ein Blick in die Ohren gehört deshalb zur wöchentlichen Pflege. Wer Pudel mag, findet im Beitrag über den Pudel eine weitere Lockenrasse zum Vergleich.

Gesundheit: typische Erbkrankheiten

Die Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft ist Mitglied im VDH und in der FCI. Sie nennt mehrere erbliche Erkrankungen, auf die Zuchthunde untersucht werden:

  • Juvenile Epilepsie (JE): Anfälle schon ab der 5. bis 12. Lebenswoche, etwa mit Zittern. Es gibt einen Gentest.
  • Lysosomale Speicherkrankheit (LSD): eine Erkrankung des Nervensystems mit Symptomen zwischen 4 Monaten und 4 Jahren, etwa Gangstörungen. Auch hier gibt es einen Gentest.
  • Neuroaxonale Dystrophie (NAD): Nervenzellen gehen zugrunde, die Bewegungen werden unkoordiniert.
  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Röntgen ab dem 15. Lebensmonat, Grade A bis E. Hunde mit D oder E sind von der Zucht ausgeschlossen.
  • Ellbogendysplasie (ED): In die Zucht dürfen nur freie Hunde und Grenzfälle.
  • Patellaluxation (PL): Grad 1 führt zu einer Zuchteinschränkung, die Grade 2 bis 4 zum Ausschluss.
  • Augen: Untersuchung alle 2 Jahre, unter anderem auf Katarakt.

Ein weiterer Test prüft das sogenannte Furnishing. Er verhindert kurzhaarige Welpen, die nicht dem Rassebild entsprechen.

Kurzantwort: Beim Lagotto sind vor allem Juvenile Epilepsie, die Speicherkrankheit LSD und Hüftdysplasie bekannt. Seriöse Züchter legen Gentests und Röntgenbefunde der Eltern vor.

Haltung und Beschäftigung

Ein Lagotto will seine Nase einsetzen. Reine Spaziergänge reichen ihm auf Dauer nicht. Diese Aufgaben passen gut:

  • Suchspiele im Garten mit Futter oder Spielzeug
  • Nasenarbeit und Mantrailing im Verein
  • Trüffel-Training mit speziellen Duftstoffen
  • Apportieren, auch aus dem Wasser
  • Tricktraining für Kopf und Konzentration

Er lebt gern eng mit seiner Familie zusammen. Weitere Rassen für Familien stellt der Beitrag Familienhund-Rassen vor. Wer mit dem Hund in seine Heimat reisen möchte, findet Tipps im Artikel Urlaub mit Hund in Italien.

Einen Lagotto-Welpen kaufen

Wer einen Welpen sucht, wendet sich am besten an einen Züchter in einem VDH-Verein. Dort lassen sich die Befunde der Elterntiere einsehen. Wichtig sind die Gentests auf JE und LSD sowie die HD-Auswertung. Ein Züchter sollte Fragen offen beantworten und die Mutterhündin zeigen. Welpen ohne Papiere aus dem Internet bergen ein hohes Risiko für Erbkrankheiten.

Fazit

Der Lagotto Romagnolo ist der klassische italienische Trüffelhund. Er ist mittelgroß, lockig, freundlich und leicht zu erziehen. Sein Fell braucht regelmäßige Pflege und eine Schur im Jahr. Wer einen Welpen kauft, achtet auf Gentests und Gesundheitsbefunde der Eltern.

FAQ – Häufige Fragen

Welche Hunde sind italienische Trüffelhunde?

Vor allem der Lagotto Romagnolo. Die FCI nennt als Verwendung ausdrücklich „Trüffelhund“.

Woher kommt der Lagotto Romagnolo?

Aus der Romagna in Italien, ursprünglich aus den Sümpfen bei Comacchio und Ravenna.

Wie groß wird ein Lagotto?

Rüden 43 bis 48 cm, Hündinnen 41 bis 46 cm Widerristhöhe.

Wie schwer wird ein Lagotto?

Rüden 13 bis 16 kg, Hündinnen 11 bis 14 kg.

Muss man einen Lagotto scheren?

Ja. Laut Standard mindestens einmal im Jahr vollständig.

Ist der Lagotto ein Familienhund?

Ja, wenn er genug Beschäftigung für Kopf und Nase bekommt.

Hat der Lagotto einen starken Jagdtrieb?

Laut Standard wurde der Jagdinstinkt durch Zucht abgeschwächt.

Welche Krankheiten hat der Lagotto häufig?

Bekannt sind Juvenile Epilepsie, die Speicherkrankheit LSD, NAD und Hüftdysplasie.

Zu welcher FCI-Gruppe gehört der Lagotto?

Gruppe 8, Sektion 3, Wasserhunde.

Welche Farben gibt es beim Lagotto?

Grauweiß, weiß mit Flecken, Schimmel sowie braun oder orange mit oder ohne Weiß.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quellen

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