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Kurzantwort: Die FCI führt fünf eigenständige Rassen aus Japan, alle in Gruppe 5, Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), ohne Arbeitsprüfung: Akita (Standardnummer 255, 67 cm), Shiba (257, 39,5 cm), Hokkaido (261, 48,5 bis 51,5 cm), Kishu (318, 52 cm) und Shikoku (319, 52 cm), Maße jeweils für Rüden. Zusätzlich gibt es den separat geführten American Akita (344). Mehrere der Rassen sind in Japan als Naturdenkmal geschützt.
Wer „japanische Hunde“ hört, denkt meist zuerst an den Shiba oder den Akita. Tatsächlich führt die FCI fünf eigenständige japanische Spitz-Rassen, die sich in Größe und ursprünglicher Aufgabe deutlich unterscheiden.
Alle fünf teilen dieselbe Klassifikation als Spitze vom Urtyp — und ein Wesen, das mehr Eigenständigkeit zeigt als die meisten europäischen Rassen.
Akita: die größte der fünf Rassen
Der Akita trägt die FCI-Standardnummer 255, Ursprungsland Japan, gültiger Standard seit dem 13. März 2001. Rüden erreichen 67 cm Widerristhöhe, Hündinnen 61 cm, mit einer Toleranz von plus oder minus 3 cm. Benannt ist die Rasse nach der Präfektur Akita im Norden der Insel Honshu, wo sie laut VDH seit langem als „nie unterwürfiger“ Hund geschätzt wird — heute zählt der Akita zu Japans National- und Naturdenkmälern. Zu unterscheiden ist er vom separat geführten American Akita (FCI-Nummer 344), einer in den USA weiterentwickelten, oft größeren Variante.
Shiba: der kleinste und älteste
Mit 39,5 cm bei Rüden und 36,5 cm bei Hündinnen ist der Shiba (FCI-Nummer 257) die kleinste der fünf Rassen — und laut VDH zugleich die älteste. Bereits 1937 erklärte Japan den Shiba zum Naturdenkmal. Sein kompakter, gut proportionierter Körperbau mit kräftiger Muskulatur macht ihn heute zum weltweit bekanntesten japanischen Hund außerhalb Japans.

Hokkaido: der Bärenjäger der Ainu
Der Hokkaido (FCI-Nummer 261) erreicht 48,5 bis 51,5 cm bei Rüden, 45,5 bis 48,5 cm bei Hündinnen. Benannt nach seiner nördlichen Herkunftsinsel, trägt er auch den Namen „Ainu-ken“ — nach den Ainu, der indigenen Bevölkerung Hokkaidos, die diese Hunde gezielt für die Jagd auf Bären und anderes Großwild züchtete. Auch der Hokkaido wurde 1937 zum japanischen Naturdenkmal erklärt.
Kishu und Shikoku: die weniger bekannten Jagdhunde
Kishu (FCI-Nummer 318) und Shikoku (FCI-Nummer 319) erreichen mit jeweils 52 cm bei Rüden und 49 cm bei Hündinnen fast identische Maße und sind beide seit dem 30. Oktober 2016 mit aktuellem FCI-Standard geführt. Beide Rassen stammen aus bergigen Regionen Japans, wo sie ursprünglich zur Jagd auf Wildschwein und anderes Wild eingesetzt wurden. Außerhalb Japans sind sie deutlich seltener als Shiba oder Akita — Zuchtstätten in Europa sind entsprechend schwerer zu finden.
Warum es fünf Rassen statt einer gibt
Anders als in Europa, wo Landrassen oft regional verschmolzen oder unter einem Dachnamen zusammengefasst wurden, blieben die japanischen Spitze über Jahrhunderte in geografisch getrennten Regionen isoliert — Inseln, Gebirgsketten und historisch wenig verbundene Provinzen verhinderten die Vermischung. Das Ergebnis sind fünf klar unterscheidbare Rassen, die trotz ähnlicher Grundform in Größe und Spezialisierung auseinanderdriften: der kompakte Shiba für die Jagd im Unterholz, der kräftige Hokkaido für die Bärenjagd im Norden, Kishu und Shikoku für die Wildschweinjagd im bergigen Süden und Zentrum, der Akita als größte und ursprünglich auch zur Bewachung eingesetzte Rasse.
Was die fünf Rassen gemeinsam haben
Alle fünf Rassen sind in FCI-Gruppe 5, Sektion 5 eingeordnet: Spitze und Hunde vom Urtyp, asiatische Sektion. Gemeinsam ist ihnen ein ursprüngliches, wenig auf den Menschen hin überzüchtetes Erscheinungsbild mit Stehohren, dichter Unterwolle und einer über dem Rücken getragenen oder eingerollten Rute. Charakterlich gelten sie als eigenständig, wachsam und weniger unterwürfig als viele europäische Gebrauchshunderassen — ein Erbe ihrer ursprünglichen Aufgaben als Jagd- und Wachhunde in bergigem, oft abgelegenem Gelände.
Worauf bei der Haltung zu achten ist
Die Eigenständigkeit, die japanische Spitze bei der Jagd auszeichnete, zeigt sich im Alltag oft als ausgeprägter Dickkopf: Ein Akita oder Shiba lässt sich nicht mit reiner Autorität erziehen, sondern braucht konsequentes, geduldiges Training mit klaren Grenzen. Der Jagdinstinkt bleibt bei allen fünf Rassen erhalten, weshalb ein zuverlässiger Rückruf besonders sorgfältig aufgebaut werden sollte.
Das dichte Doppelfell verlangt zudem regelmäßige Pflege, vor allem im Fellwechsel zweimal jährlich, wenn sich die Unterwolle in großen Mengen löst.
Auch der Ausdruck von Zuneigung unterscheidet sich oft von dem europäischer Rassen: Japanische Spitze gelten als weniger anhänglich und distanzierter Fremden gegenüber, entwickeln aber eine sehr enge, oft nur auf wenige Bezugspersonen konzentrierte Bindung. Wer einen besonders verschmusten Familienhund sucht, der jeden Besucher begrüßt, findet bei diesen Rassen meist nicht das, was er erwartet.
Die ersten Wochen und die Impfungen
Die Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen; bis zur 20. Woche ist dem Welpen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson täglich zu gewähren. Für die Grundimmunisierung nennt die Kleintierklinik der LMU München bei Welpen unter 16 Wochen Parvovirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis ab der sechsten bis achten Woche, danach im Abstand von drei bis vier Wochen bis zur 16. Woche und erneut nach einem Jahr; Leptospirose ab der zwölften Woche zweimal, Tollwut einmal ab der zwölften Woche.
Wer sich für eine der selteneren Rassen wie Kishu oder Shikoku entscheidet, sollte einplanen, dass sich Züchter, Tierärzte mit Rasseerfahrung und andere Halter zum Austausch in Deutschland deutlich schwerer finden lassen als bei einem Shiba.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 255 — Akita (deutsche Fassung, PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 257 — Shiba (deutsche Fassung, PDF)
- VDH-Rasselexikon: Shiba
- VDH-Rasselexikon: Hokkaido
- Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), Bundesministerium der Justiz
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








