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Kurzantwort: Die europäische Fachgesellschaft ESCCAP empfiehlt für erwachsene Hunde mit normalem Risiko mindestens vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen im Jahr. Bei geringem Risiko reichen ein bis zwei, bei hohem Risiko sind es bis zu zwölf. Welpen werden ab der zweiten Lebenswoche alle zwei Wochen entwurmt, bis zwei Wochen nach dem Absetzen. Wer roh füttert oder einen jagenden Hund hat, behandelt monatlich gegen Bandwürmer.
„Alle drei Monate“ steht auf vielen Merkzetteln aus der Praxis. Die Regel ist nicht falsch, aber sie passt nicht für jeden Hund.
Ein Stadthund, der an der Leine geht, hat ein anderes Risiko als ein Hofhund, der Mäuse frisst. Die Fachgesellschaft ESCCAP hat deshalb ein Schema entwickelt, das die Häufigkeit am Alltag des Hundes ausrichtet.
Hier steht, wie oft welcher Hund entwurmt werden sollte, was die Kotuntersuchung als Alternative taugt und warum die Wurmkur keine Vorsorge ist.
Warum eine Wurmkur nur den Moment abdeckt
Ein Entwurmungsmittel tötet die Würmer, die zum Zeitpunkt der Gabe im Darm sind. Es schützt nicht vor der nächsten Infektion. Am Tag danach kann der Hund neue Eier aufnehmen.
Die häufigste Art beim Hund ist der Spulwurm Toxocara canis. Von der Aufnahme eines Eis bis zur Ausscheidung neuer Eier vergehen laut ESCCAP etwa vier bis acht Wochen. Wer alle vier Wochen entwurmt, unterbricht diesen Zyklus, bevor Eier in die Umgebung gelangen.
Das ist der Grund, warum die Häufigkeit vom Risiko abhängt. Je öfter der Hund mit Eiern in Kontakt kommt, desto kürzer sollten die Abstände sein.
Welpen: das 2-2-2-Schema
Welpen infizieren sich schon im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern. ESCCAP empfiehlt deshalb die erste Behandlung im Alter von zwei Wochen, danach alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach der letzten Muttermilch.
Die säugende Hündin wird zusammen mit der ersten Welpenbehandlung entwurmt. Bis zum sechsten Lebensmonat gilt für Junghunde meist ein monatlicher Rhythmus, danach greift das Schema für Erwachsene.
Frag beim Züchter oder Tierheim nach dem Datum der letzten Entwurmung und dem Wirkstoff. Ohne diese Angabe gilt der Welpe als unbehandelt.
Erwachsene Hunde: die Risikostufen
ESCCAP unterscheidet nach Auslauf, Kontakt zu anderen Hunden und Gewohnheiten wie Kotfressen oder Jagen.
Geringes Risiko
Hunde, die nur an der Leine oder im eigenen Garten laufen und keinen Kontakt zu fremden Hunden haben. Empfehlung: ein bis zwei Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr.
Normales Risiko
Hunde mit freiem Auslauf und Kontakt zu Artgenossen, was auf die meisten Familienhunde zutrifft. Empfehlung: mindestens vier Entwurmungen oder Untersuchungen pro Jahr.
Hohes Risiko
Hunde, die Kot oder Beutetiere fressen, jagen, auf Wiesen mit Fuchsverkehr laufen oder in Haushalten mit Kleinkindern und immungeschwächten Menschen leben. Empfehlung: monatlich, also bis zu zwölf Behandlungen im Jahr.
Welche Stufe dein Hund hat, klärt der Anamnesebogen von ESCCAP in vier Fragen. Die Praxis hat ihn, oder du füllst ihn online aus.
Bandwürmer: Rohfütterung und Beutefang
Bandwürmer nimmt der Hund über Zwischenwirte auf, also über rohes Fleisch, Innereien, Mäuse und Flöhe. Wer roh füttert und das Fleisch nicht ausreichend erhitzt oder mindestens eine Woche bei minus 17 bis 20 Grad einfriert, sollte laut ESCCAP alle vier Wochen gegen Bandwürmer behandeln.
Dasselbe gilt für Hunde, die Mäuse fangen. Über Mäuse überträgt sich der Fuchsbandwurm, der für Menschen gefährlich ist. In Regionen mit Fuchsbandwurm empfiehlt ESCCAP für solche Hunde die monatliche Behandlung mit einem Mittel, das den Wirkstoff Praziquantel enthält.
Flohbefall bringt den Gurkenkernbandwurm mit. Nach jedem Flohproblem gehört deshalb eine Bandwurmbehandlung dazu. Ein Mittel, das nur Spulwürmer erfasst, reicht dann nicht; lies auf der Packung nach, welche Wurmarten der Wirkstoff abdeckt.
Kotuntersuchung statt Wurmkur
Bei geringem und normalem Risiko ist eine regelmäßige Kotuntersuchung eine Alternative zur vorbeugenden Entwurmung. Behandelt wird dann nur, wenn Eier gefunden werden.
Die Untersuchung sollte im selben Rhythmus stattfinden wie sonst die Entwurmung, also bei normalem Risiko viermal im Jahr. Sammle den Kot an drei aufeinanderfolgenden Tagen, weil Würmer ihre Eier nicht jeden Tag ausscheiden.
Ein negatives Ergebnis ist kein Freibrief. Es sagt nur, dass zu diesem Zeitpunkt keine Eier nachweisbar waren. Für Haushalte mit Kindern ist die vorbeugende Entwurmung deshalb der sicherere Weg. Preislich liegen Untersuchung und Wurmkur meist nah beieinander.
Reisen ans Mittelmeer
In Südeuropa kommt der Herzwurm vor, der von Stechmücken übertragen wird. Bei Aufenthalten über vier Wochen empfiehlt ESCCAP eine monatliche Behandlung während der Reise und einmal nach der Rückkehr. Bei kürzeren Reisen reicht die Behandlung direkt nach der Rückreise.
Lass dich vor der Fahrt in der Praxis beraten. Der ESCCAP-Reisetest online nennt die Parasiten für dein Reiseziel.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich einen erwachsenen Hund entwurmen?
Bei normalem Risiko mindestens viermal im Jahr, bei geringem ein- bis zweimal, bei hohem monatlich.
Wie oft werden Welpen entwurmt?
Ab der zweiten Lebenswoche alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen, danach meist monatlich bis zum sechsten Monat.
Reicht eine Kotprobe statt Wurmkur?
Bei geringem und normalem Risiko ja, im gleichen Rhythmus. Bei hohem Risiko nicht.
Muss ich bei Rohfütterung öfter entwurmen?
Ja, alle vier Wochen gegen Bandwürmer, außer das Fleisch wurde erhitzt oder eine Woche tiefgefroren.
Schadet zu häufiges Entwurmen?
Die Mittel werden über den Darm ausgeschieden und gelten bei korrekter Dosierung auch monatlich als gut verträglich.
Kann ich mich bei meinem Hund mit Würmern anstecken?
Ja, vor allem mit Spulwurm und Fuchsbandwurm. Händewaschen nach dem Kotaufsammeln und regelmäßige Entwurmung senken das Risiko.
Quellen
- ESCCAP Deutschland: Wie oft Hunde entwurmen?
- ESCCAP Deutschland: Empfehlung zur Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen
- ESCCAP Deutschland: Entwurmungsschema und Anamnesebogen
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Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.








