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Kurzantwort: Die Futtermenge ergibt sich aus dem Energiebedarf: Ruhebedarf = 70 × Körpergewicht in kg hoch 0,75 kcal, multipliziert mit einem Faktor für die Lebenslage (1,2 für kastrierte ruhige Hunde bis 2,0 für Sporthunde und Welpen), geteilt durch den Energiegehalt des Futters je 100 g. Ein 20-kg-Hund mit normaler Aktivität braucht rund 1.060 kcal am Tag, bei 360 kcal je 100 g Trockenfutter etwa 295 g. Der Rechner macht die Rechnung mit deinen Werten.
Die Fütterungstabelle auf der Packung ist ein Mittelwert für alle Hunde dieses Gewichts. Sie kennt weder Kastration noch Alter noch Bewegung, und genau diese drei Faktoren verschieben den Bedarf um bis zu 50 Prozent. Das ist der Grund, warum mehr als jeder zweite Hund in Deutschland zu schwer ist. Die Formel unten benutzen Tierärzte und Futterhersteller selbst; sie stammt aus den Nährstoffempfehlungen des amerikanischen National Research Council und den Leitlinien der Weltvereinigung der Kleintierärzte.
Rechner: Futtermenge nach Energiebedarf
Rechenweg: Ruheenergiebedarf RER = 70 × Gewicht0,75 kcal, Erhaltungsbedarf MER = RER × Faktor (NRC 2006, WSAVA Global Nutrition Guidelines). Futtermenge = MER ÷ Energiegehalt. Herstellerangabe und Körperkondition haben Vorrang.
So rechnet der Rechner
Schritt 1, Ruheenergiebedarf (RER): 70 × Gewicht0,75. Der Exponent 0,75 bildet ab, dass der Bedarf nicht linear mit dem Gewicht steigt: Ein 40-kg-Hund braucht nicht doppelt so viel wie ein 20-kg-Hund, sondern etwa 1,7-mal so viel. Schritt 2, Erhaltungsbedarf (MER): RER × Faktor. Schritt 3: MER geteilt durch den Energiegehalt des Futters. Der Energiegehalt steht auf jeder Packung als „kcal/100 g“ oder „MJ/kg“ (1 MJ = 239 kcal).
| Gewicht | RER (kcal/Tag) | MER kastriert, ruhig (× 1,2) | MER aktiv (× 1,6) | Trockenfutter 360 kcal/100 g, aktiv |
|---|---|---|---|---|
| 5 kg | 234 | 281 | 374 | 104 g |
| 10 kg | 394 | 472 | 630 | 175 g |
| 20 kg | 662 | 794 | 1.059 | 294 g |
| 30 kg | 897 | 1.077 | 1.436 | 399 g |
| 40 kg | 1.113 | 1.336 | 1.781 | 495 g |
| 60 kg | 1.509 | 1.811 | 2.414 | 671 g |
Die Faktoren für die Lebenslage
| Lebenslage | Faktor | Hinweis |
|---|---|---|
| Kastriert, wenig aktiv | 1,2 | häufigster Fall bei Wohnungshunden; Übergewichtsrisiko |
| Unkastriert, normal aktiv | 1,4 | Spaziergänge, kein Sport |
| Aktiv, 1–2 h Bewegung täglich | 1,6 | Hundesport am Wochenende, lange Runden |
| Arbeits- oder Sporthund | 2,0–5,0 | Schlittenhunde im Winter bis 5,0 |
| Senior, ruhig | 1,1–1,4 | Muskelabbau senkt den Bedarf |
| Welpe bis 4 Monate | 3,0 | Wachstumsfutter, 3–4 Mahlzeiten |
| Welpe 4–12 Monate | 2,0 | ab 80 % des Endgewichts auf 1,6 senken |
| Trächtig, letzte 3 Wochen | 1,6–2,0 | danach Laktation bis 4,0 |
Nassfutter, Trockenfutter, BARF
Trockenfutter liegt meist bei 330 bis 400 kcal je 100 g, Nassfutter bei 80 bis 120, weil es zu 75 Prozent aus Wasser besteht. Derselbe 20-kg-Hund braucht deshalb 295 g Trockenfutter oder rund 1.000 g Nassfutter. Bei BARF hängt der Energiegehalt vom Fettanteil des Fleischs ab; mageres Muskelfleisch liefert etwa 120 kcal, fettes 250 kcal je 100 g. Leckerlis zählen mit: Sie sollen höchstens 10 Prozent des Tagesbedarfs ausmachen, bei 1.000 kcal also 100 kcal, das sind zwei bis drei kleine Kausticks.
Kontrolle nach vier Wochen
Die Formel liefert einen Startwert. Entscheidend ist die Körperkondition: Rippen sollen mit leichtem Druck tastbar sein, von oben eine Taille sichtbar, von der Seite eine aufgezogene Bauchlinie. Nach vier Wochen wiegen: Nimmt der Hund zu, Menge um 10 Prozent senken, nimmt er ab, um 10 Prozent erhöhen. Bei Welpen wöchentlich wiegen und das Wachstum mit der Rassekurve vergleichen.
Drei Beispiele durchgerechnet
Mops, 8 kg, kastriert, wenig Bewegung: RER = 70 × 80,75 = 333 kcal; MER = 333 × 1,2 = 400 kcal. Bei 370 kcal je 100 g Trockenfutter sind das 108 g am Tag. Die Packung nennt für 8 kg meist 130 bis 150 g; die Differenz ist der Grund, warum viele Möpse zu dick sind.
Border Collie, 18 kg, Hundesport: RER = 612 kcal; MER = 612 × 2,0 = 1.224 kcal. Bei 380 kcal je 100 g: 322 g. An Ruhetagen mit Faktor 1,6: 258 g.
Labrador-Welpe, 4 Monate, 14 kg: RER = 507 kcal; MER = 507 × 3,0 = 1.521 kcal. Bei 400 kcal je 100 g Welpenfutter: 380 g, auf drei bis vier Mahlzeiten. Ab 80 Prozent des Endgewichts, also etwa 26 kg, sinkt der Faktor auf 1,6.
Nassfutter umrechnen
Steht auf der Dose 95 kcal je 100 g, teilt der Rechner den Bedarf durch 95 statt 360: Der Mops aus dem Beispiel bekommt 420 g Nassfutter, der Border Collie 1.290 g. Wer mischt, rechnet die Anteile getrennt: die Hälfte des Bedarfs aus Trockenfutter, die andere aus Nassfutter, jeweils mit dem eigenen Energiegehalt.
So nutzt du den Rechner
Aktuelles Gewicht eingeben, bei Welpen das Ist-Gewicht. Lebenslage wählen, im Zweifel die niedrigere Stufe, denn Zunehmen ist leichter als Abnehmen. Energiegehalt von der Packung übernehmen; fehlt die Angabe, liegt Trockenfutter meist bei 350 bis 380 kcal, Nassfutter bei 90 bis 110 kcal je 100 g. Das Ergebnis ist der Startwert, die Waage nach vier Wochen entscheidet.
Typische Fehler
Leckerlis vergessen: Ein Kaustick mit 90 kcal ist beim Mops aus dem Beispiel fast ein Viertel des Tagesbedarfs. Packungsangabe plus Extras: Die Tabelle auf der Packung rechnet ohne Leckerlis. Faktor zu hoch gewählt: „Aktiv“ heißt täglich ein bis zwei Stunden Bewegung, nicht zwei Spaziergänge um den Block. Messbecher statt Waage: Trockenfutter variiert im Schüttgewicht um bis zu 20 Prozent, ein Becher ist kein Maß. Futterwechsel ohne Neuberechnung: Ein anderes Futter hat einen anderen Energiegehalt, dieselbe Grammzahl kann 30 Prozent mehr oder weniger Kalorien bedeuten.
Häufige Fragen
Wie viel Futter braucht ein 20-kg-Hund?
Etwa 800 kcal (kastriert, ruhig) bis 1.060 kcal (aktiv) am Tag, bei 360 kcal je 100 g Trockenfutter 220 bis 295 g.
Warum stimmt die Packungsangabe nicht?
Sie ist ein Mittelwert ohne Kastration, Alter und Aktivität; die Abweichung kann 50 Prozent betragen.
Wo steht der Energiegehalt?
Auf der Packung als kcal/100 g oder MJ/kg; 1 MJ entspricht 239 kcal.
Zählen Leckerlis?
Ja, höchstens 10 Prozent des Tagesbedarfs.
Wie oft füttern?
Erwachsene Hunde zweimal täglich, Welpen drei- bis viermal, große Rassen nie eine große Mahlzeit (Magendrehung).
Quellen
- National Research Council: Nutrient Requirements of Dogs and Cats (2006)
- WSAVA Global Nutrition Guidelines







