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Kurzantwort: Den Chinesischen Schopfhund gibt es in zwei Varietäten: haarlos („Hairless“) und vollständig behaart („Powder Puff“). Der FCI-Standard Nr. 288 nennt als Idealgröße 28 bis 33 cm für Rüden und 23 bis 30 cm für Hündinnen; ein Gewicht legt der Standard nicht fest. Geführt wird die Rasse in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 4 (Haarlose Hunde), ohne Arbeitsprüfung. Sein Wesen beschreibt der Standard knapp: fröhlich, niemals bösartig.
Kaum ein Hund sieht so ungewöhnlich aus. Der Schopf auf dem Kopf, die „Socken“ über den Zehen, die Fahne an der Rute — dazwischen nackte, warme Haut.
Hinter der Optik steckt eine Genetik, die für Halter praktische Folgen hat. Sie betrifft die Zähne, die Hautpflege und die Frage, welche Verpaarungen zulässig sind.
Einordnung und Maße nach FCI-Standard Nr. 288
Trotz des Namens spricht vieles dafür, dass die haarlosen Hunde nicht ursprünglich aus China stammen. Als Ursprungsland führt der Standard China dennoch, das Patronat für den Text liegt bei Großbritannien.
Ursprungsland ist China, das Patronat liegt bei Großbritannien. Die gültige Fassung wurde am 27. Juli 2021 publiziert. Die FCI führt die Rasse in Gruppe 9, Sektion 4 (Haarlose Hunde), ohne Arbeitsprüfung.
- Rüden: Idealgröße 28 bis 33 cm Widerristhöhe
- Hündinnen: Idealgröße 23 bis 30 cm Widerristhöhe
- Gewicht: im Standard nicht festgelegt
- Farbe: jede Farbe oder Farbkombination ist zulässig
Innerhalb der Rasse werden zwei Körperbautypen unterschieden: der schlanke, meist kleinere Deer-Typ und der stabiler gebaute Cobby-Typ. Der Deer-Typ hat sich in der Zucht weitgehend durchgesetzt.

Zur Geschichte hält der Standard fest, dass die Hunde zum Besitz der Familien der Han-Dynastie gehört haben sollen. Die haarlosen Tiere bewachten die Schätze des Hauses, größere und schwerere Schläge wurden zur Jagd eingesetzt. Zwischen 1885 und 1926 waren sie auf amerikanischen Ausstellungen zu sehen, danach fast fünfzig Jahre kaum noch.
Zwei Varietäten in einem Wurf
Der Standard beschreibt beide. Die haarlose Varietät trägt einen Schopf auf dem Kopf, der zum Teil bis zum Hals herunterreicht, „Socken“ über den Zehen und eine Fahne an der Rute; der übrige Körper ist haarlos. Der Powder Puff ist komplett von einem Schleier aus langem, weichem Haar bedeckt — der Standard nennt das ein besonderes Merkmal.
Beide Varietäten fallen in denselben Würfen und werden gemeinsam gezüchtet. In der Praxis werden fünf Behaarungstypen unterschieden: True Hairless, Moderate Hairless, Semi-coated, Hairy Hairless und Powder Puff.
Für Käufer ist das eine gute Nachricht: Wer die Optik der haarlosen Variante mag, aber den Pflegeaufwand der nackten Haut scheut, findet im selben Wurf einen Powder Puff mit demselben Wesen und derselben Größe.
Warum die Zähne am Fell hängen
Bei einem Teil der haarlosen Tiere fehlen Zähne. Der Grund liegt in der Genetik: Das Gen für die Haarlosigkeit hängt mit der Zahnanlage zusammen. Die verantwortliche Mutation im Gen FOXI3 wurde 2008 identifiziert.
Für Halter heißt das zweierlei. Zahnkontrollen gehören bei dieser Rasse zum Routineprogramm, und die Auswahl des Futters richtet sich nach dem tatsächlichen Gebiss, nicht nach der Packungsangabe.
Die Haut fühlt sich glatt, weich und warm an. Der verbreitete Eindruck, Nackthunde hätten eine höhere Körpertemperatur, trifft nicht zu — es fehlt nur die isolierende Schicht zwischen Haut und Hand.
Die Mutation betrifft nur die haarlose Varietät. Powder Puffs tragen ein vollständiges Gebiss und werden in der Zucht auch deshalb gebraucht: Sie halten die Population gesund und sind keine zweite Wahl.
Haut statt Fell: die Pflege
Die nackte Haut übernimmt Aufgaben, die sonst das Fell erledigt. Sie braucht Schutz vor Sonne im Sommer und Schutz vor Kälte im Winter — ein Hundemantel ist bei dieser Rasse kein Zubehör, sondern Ausstattung.
Gewaschen wird selten und mild; zu häufiges Shampoonieren entfettet die Haut und führt zu Schuppen. Die Pigmentierung schwankt jahreszeitlich: Im Winter nimmt sie ab, im Frühjahr wieder zu. Das ist normal und kein Krankheitszeichen.
Der Powder Puff braucht dagegen das, was jedes lange Haar braucht: mehrmals wöchentlich durchkämmen, sonst filzen Achseln, Ohrenansatz und Hosen.
Die großen Stehohren sind mit langen Haarfransen bewachsen und gehören zum Rassebild. Kontrolliert werden sie wie bei jedem Hund mit Stehohren: kurzer Blick hinein, mehr ist meist nicht nötig.
Im Winter kommt der Schutz vor Kälte hinzu, im Sommer der vor Sonnenbrand. Bei längeren Aufenthalten in praller Sonne hilft Schatten mehr als jedes Produkt; Sonnenschutzmittel für Hunde gehören in die Hand des Tierarztes, nicht aus dem Drogerieregal.
Wesen und Alltag
Der Standard bleibt beim Wesen kurz: fröhlich, niemals bösartig. In der Haltung zeigt sich ein anhänglicher, verspielter Hund, der eng an seinen Menschen hängt und Alleinbleiben lernen muss wie jede andere Rasse auch.
Der Bewegungsbedarf ist überschaubar. Zwei bis drei kürzere Runden am Tag, dazu Spiel und kleine Kopfaufgaben, decken ihn ab. Bei Hitze und Frost wird die Runde kürzer, nicht länger — der Hund hat keine isolierende Schicht.
Zum Erscheinungsbild gehören außerdem ein gerader Rücken, dunkle, weit auseinander liegende Augen und eine Rute, die in der Bewegung hoch getragen wird.
Zucht und Tierschutzrecht
Haarlosigkeit bei Hunden wird in der Tierschutzdiskussion als Merkmal geführt, das Zuchtfragen aufwirft. Maßstab ist § 11b des Tierschutzgesetzes: Verboten ist die Zucht, wenn zu erwarten ist, dass bei der Nachzucht erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.
Wer einen Welpen sucht, sollte deshalb nach dem Gebiss der Elterntiere fragen, sich die Aufzuchtbedingungen ansehen und einen Züchter wählen, der beide Varietäten offen zeigt statt nur die haarlose zu bewerben.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 288: Chinese Crested Dog, publiziert 27. Juli 2021
- Wikipedia: Chinesischer Schopfhund
- Tierschutzgesetz, § 11b
- Deutscher Tierschutzbund: Qualzucht
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Felix arbeitet fuer hunde-gesundheit.net mit Zuchtverbaenden und Fachpraxen zusammen.

Felix lebt mit einem Mops in einer Stadtwohnung und kennt jede Wiese im Umkreis von drei Kilometern. Er schreibt über Rassen, Verhalten und das Zusammenleben auf engem Raum.







