Shiba Inu, japanische Hunderasse

Asiatische Hunderassen: Shiba Inu, Akita und Chow-Chow im Porträt

Kurzantwort: Zu den bekanntesten asiatischen Hunderassen zählen der japanische Shiba Inu und Akita Inu sowie der chinesische Chow-Chow und Shar-Pei. Shiba, Akita und Chow-Chow führt die FCI in Gruppe 5, Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen), den Shar-Pei dagegen in Gruppe 2 bei den Pinschern und Schnauzern.

Asien hat einige der ältesten und eigenständigsten Hunderassen der Welt hervorgebracht. Viele von ihnen blieben über Jahrhunderte regional isoliert, bevor sie im 20. Jahrhundert international bekannt wurden.

Vier Rassen zeigen die Bandbreite besonders deutlich: ein kleiner Jagdhund, ein Wächter aus den Bergen, ein Hund mit blauer Zunge und eine Rasse, die beinahe verschwunden wäre.

Trotz aller Unterschiede im Aussehen verbindet die vier ein ähnlicher Charakterzug: ein eigenständiges Wesen, das sich nicht durch bloße Wiederholung von Kommandos beeindrucken lässt.

Was asiatische Hunderassen verbindet

Viele asiatische Ursprungsrassen zählen zu den sogenannten Spitz- oder Urtypen: aufrechte Ohren, oft eingerollte Rute, dichtes Fell und ein eher eigenständiger, wenig unterwürfiger Charakter. Anders als viele europäische Rassen entstanden sie über lange Zeiträume ohne dokumentierte Zuchtbücher.

Das ändert sich seit dem frühen 20. Jahrhundert: Mit der Gründung nationaler und internationaler Zuchtverbände wurden Standards festgelegt, die bis heute gelten.

Shiba Inu: Japans kleiner Nationalschatz

Der Shiba Inu geht auf Hunde zurück, die in den Bergregionen Japans zur Jagd auf Vögel und Kleinwild gehalten wurden. Durch die Einkreuzung britischer Jagdhunde wäre der ursprüngliche Typ beinahe verschwunden, bevor japanische Züchter ab 1928 gezielt gegensteuerten.

Seit 1937 gilt die Rasse in Japan offiziell als nationales Naturdenkmal. Mit einer Schulterhöhe von etwa 35 bis 43 cm zählt der Shiba zu den kleineren Spitz-Rassen, im Wesen gilt er als eigenständig und reserviert gegenüber Fremden.

International bekannt wurde die Rasse in den vergangenen Jahren zusätzlich durch Internet-Memes rund um ihren markanten Gesichtsausdruck – ein popkultureller Ruhm, der wenig mit der eigentlichen historischen Aufgabe als Jagdhund zu tun hat.

Akita Inu, benannt nach der japanischen Provinz Akita
Der Akita zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen Asiens. Foto: blumenbiene, CC BY 4.0

Akita Inu: eine der ältesten Rassen Asiens

Der Akita Inu zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen Asiens; erste Vorfahren sollen bereits vor rund 8.000 Jahren existiert haben. Seinen Namen trägt er nach der japanischen Provinz Akita auf der Insel Honshu, wo er ursprünglich zur Jagd auf Wildschweine und Bären eingesetzt wurde.

Mit 61 bis 67 cm Schulterhöhe ist er deutlich größer als der Shiba Inu. International bekannt wurde die Rasse auch durch die wahre Geschichte des Hundes Hachikō, der jahrelang auf seinen verstorbenen Besitzer wartete.

Wegen seiner Größe und seines ausgeprägten Schutztriebs gilt der Akita als anspruchsvolle Rasse für erfahrene Halter. Konsequente Sozialisation mit anderen Hunden von klein auf ist bei dieser Rasse besonders wichtig, da Akitas gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen mitunter wenig Toleranz zeigen.

Chow-Chow: blaue Zunge, unabhängiger Charakter

Der Chow-Chow stammt aus China und gilt als eine der ursprünglichsten Hunderassen überhaupt. Sein bekanntestes Merkmal ist die blau-schwarz pigmentierte Zunge, die keine andere verbreitete Hunderasse in dieser Form zeigt.

Im Wesen gilt der Chow-Chow als würdevoll, distanziert und wenig verspielt im Vergleich zu anderen Begleithunden – eher ein ruhiger Beobachter als ein Hund, der aktiv auf Fremde zugeht.

Das dichte, auffällig dicke Fell des Chow-Chow braucht regelmäßige Pflege, besonders im Fellwechsel. Wegen der kompakten Statur und der eng anliegenden Struktur der Hinterläufe empfehlen Rassekenner zudem regelmäßige Kontrollen der Gelenke im höheren Alter.

Shar-Pei: Falten mit eigener Klassifikation

Der Shar-Pei stammt ebenfalls aus China und wurde historisch unter anderem als Wach- und Hütehund in Südchina gehalten. Anders als Shiba, Akita und Chow-Chow ordnet die FCI ihn nicht bei den Spitzen ein, sondern in Gruppe 2 bei den Pinschern und Schnauzern.

Politische Umwälzungen im China des 20. Jahrhunderts brachten die Rasse an den Rand des Verschwindens, bevor Züchter außerhalb des Landes den Bestand sicherten. Die charakteristischen Hautfalten, besonders ausgeprägt bei Welpen, brauchen regelmäßige Kontrolle, um Hautreizungen frühzeitig zu erkennen.

Haltung: was diese Rassen oft gemeinsam brauchen

Alle vier Rassen gelten als eigenständig denkend und weniger auf ständige Bestätigung durch den Menschen angewiesen als viele westliche Begleithundrassen. Das macht sie interessant für erfahrene Halter, aber anspruchsvoll für Einsteiger, die klassischen Kommandogehorsam erwarten.

Konsequente, aber respektvolle Erziehung von Welpenbeinen an zahlt sich bei allen vier Rassen aus – Druck führt bei diesem Wesenstyp eher zu Verweigerung als zu schnellerem Lernerfolg.

Fellpflege bei dichten Doppelfellen

Shiba, Akita und Chow-Chow tragen alle ein dichtes Doppelfell aus Unterwolle und Deckhaar, das zweimal im Jahr besonders stark wechselt. In dieser Zeit reicht gelegentliches Bürsten nicht mehr aus; tägliches Auskämmen verhindert, dass sich lose Unterwolle zu Filz verklumpt.

Der Shar-Pei bildet hier die Ausnahme: Sein kurzes, hartes Fell braucht deutlich weniger Pflege, dafür verlangt die charakteristische Hautfältelung besondere Aufmerksamkeit gegen Reizungen in den Falten.

Verfügbarkeit und Züchterwahl in Deutschland

Für alle vier Rassen gibt es in Deutschland dem VDH angeschlossene Rasseklubs, die eine kontrollierte Zucht mit Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere sicherstellen. Die Wartezeit auf einen Welpen kann trotzdem länger ausfallen als bei sehr populären Rassen, da die Wurfzahlen insgesamt kleiner sind.

Wer sich für eine dieser Rassen entscheidet, sollte sich vor dem Kauf intensiv mit dem jeweiligen Rasseklub austauschen – nicht nur wegen der Gesundheitsuntersuchungen, sondern auch, um realistisch einzuschätzen, ob das eigenständige Wesen der Rasse zum eigenen Erziehungsstil passt.

Ein Besuch mehrerer erwachsener Hunde der jeweiligen Rasse, etwa auf einer Zuchtschau oder direkt beim Züchter, vermittelt oft einen realistischeren Eindruck als jede schriftliche Rassebeschreibung – gerade bei Rassen mit einem so eigenständigen Charakter.

Wer bereits Erfahrung mit eigenständig denkenden Hunden hat, findet in Shiba, Akita, Chow-Chow und Shar-Pei oft besonders treue und verlässliche Begleiter – ein Vertrauen, das sich bei diesen Rassen erst über Zeit aufbaut, dafür aber tief sitzt.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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