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Kurzantwort: Der Akbaş ist ein türkischer Herdenschutzhund, den die FCI nicht als eigenständige Rasse führt. Anerkannt ist er seit dem 1. Januar 1998 vom amerikanischen United Kennel Club (UKC). Rüden erreichen im Schnitt rund 75 cm Schulterhöhe und etwa 45 kg, wobei UKC-Quellen eine Spanne von 72 bis 82 cm und bis zu 60 kg nennen. Das durchgehend weiße, mittel- bis langhaarige Fell und ein unabhängiges, wenig menschenbezogenes Wesen prägen die Rasse.
Der Akbaş sieht auf den ersten Blick aus wie ein weißer Kangal — und genau das führt regelmäßig zu Verwechslungen. Genetisch sind beide Rassen laut Wikipedia klar voneinander getrennt.
Wer sich für einen Akbaş interessiert, sollte wissen, dass er in Deutschland kein anerkannter FCI-Rassehund ist und in erster Linie für eine Aufgabe gezüchtet wurde: die eigenständige Bewachung von Weidetieren, ohne dass ein Mensch dabei mitreden muss.
Herkunft: ein Hund aus Anatolien
Der Akbaş stammt aus der Westtürkei, aus Regionen wie Ankara, Afyon, Eskişehir und Konya, wo Hirten ihn über Jahrhunderte zur Bewachung von Schaf- und Ziegenherden gegen Wölfe hielten. Seinen heutigen Bekanntheitsgrad außerhalb der Türkei verdankt er den Amerikanern David und Judy Nelson, die die Rasse seit den 1970er-Jahren in der Türkei erforschten und Zuchttiere in die USA brachten. Nach Angaben von Wikipedia ist der Akbaş heute in den USA, Kanada und den Niederlanden stärker vertreten als in seinem Ursprungsland.
Warum die FCI die Rasse nicht führt
Anders als der Kangal, der unter der FCI-Standardnummer 331 als „Kangal Çoban Köpeği“ geführt wird, taucht der Akbaş im FCI-Register nicht auf. Der türkische Kennelclub KIF bemüht sich laut Wikipedia um eine offizielle Anerkennung. Bis dahin ist der United Kennel Club die maßgebliche Instanz: Er hat die Rasse am 1. Januar 1998 unter dem Namen „Akbash Dog“ anerkannt und einen eigenen Zuchtstandard veröffentlicht.
Größe und Erscheinungsbild
- Schulterhöhe im Schnitt: etwa 75 cm (Wikipedia nennt einen Rassedurchschnitt von 75,3 cm)
- Gewicht im Schnitt: etwa 45 kg
- Größenspanne laut gängigen Rasseübersichten: Rüden 72 bis 82 cm und bis zu 60 kg, Hündinnen 68 bis 75 cm und 35 bis 50 kg
- Fell: mittel- bis langhaarig, durchgehend cremeweiß bis porzellanweiß
Der UKC-Standard beschreibt den Akbaş als langbeinigen, schlanken, muskulösen Hund von imposanter Größe und Kraft, dessen Körperbau eine seltene Mischung aus Mastiff- und Windhund-Merkmalen zeigt — länger als hoch gebaut, mit keilförmigem Kopf, Hängeohren und einer Rute, die in Bewegung oder Erregung oft eingerollt über dem Rücken getragen wird.
Wesen: ein Einzelentscheider, kein Kommandohund
Herdenschutzhunde wie der Akbaş wurden dafür gezüchtet, selbstständig zu arbeiten — oft tagelang allein mit der Herde, ohne dass ein Hirte in der Nähe ist. Das prägt bis heute den Charakter: Der Akbaş gilt als intelligent, willensstark und eigenständig in seinen Entscheidungen, gegenüber Fremden reserviert und wenig auf Menschen fixiert.
Der UKC-Standard betont zudem, dass die Rasse körperlich und im Wesen langsam reift — bis zur vollen Reife vergehen zwei bis drei Jahre. Ein junger Akbaş zeigt seine Schutzinstinkte zwar schon früh, verhält sich insgesamt aber noch unausgeglichen.
Kein Hund für die Stadtwohnung
Ein Hund, der darauf gezüchtet ist, eigenständig zu patrouillieren und notfalls mannshohe Zäune zu überspringen, braucht Fläche und eine Aufgabe. Wikipedia beschreibt den Akbaş als Wach- und Schutzhund für Weidetiere — als reiner Begleithund in beengten Verhältnissen wird sein Bewegungs- und Schutzbedürfnis kaum zu erfüllen sein.
Wer keine Herde zu bewachen hat, sollte sich vor der Anschaffung ehrlich fragen, wie viel Auslauf, Territorium und eigenständige Beschäftigung er einem Hund dieser Größe und dieses Naturells bieten kann.
Auch der Umgang mit fremden Hunden auf Spaziergängen verlangt Erfahrung: Ein Hund, der instinktiv Territorium verteidigt, unterscheidet nicht von selbst zwischen einer bedrohlichen Situation und einem neugierigen Artgenossen an der Leine. Konsequentes Training und viele kontrollierte Begegnungen gehören deshalb von Welpenbeinen an dazu.
Verwechslungsgefahr mit dem Kangal
Weil beide Rassen aus der Türkei stammen und als Herdenschutzhunde eingesetzt wurden, werden Akbaş und Kangal häufig verwechselt — vor allem, weil einzelne Kangal-Linien ebenfalls helle Farbschläge zeigen. Wikipedia stellt klar, dass der Akbaş dem Kangal bis auf die Fellfarbe ähnelt, genetisch aber eindeutig eine eigene Rasse ist.
Für Interessenten heißt das: Wer gezielt einen Akbaş sucht, sollte bei Züchtern und Vermittlungsstellen nach der genauen Abstammung fragen, statt sich allein auf die weiße Fellfarbe zu verlassen.
Fellpflege und Gesundheit
Das dichte, wetterfeste Doppelfell hat der Akbaş nicht zum Vorzeigen, sondern zum Arbeiten im Freien bei jedem Wetter. Zweimal wöchentliches Bürsten hält es frei von Verfilzungen, im Fellwechsel reicht das nicht aus — dann ist tägliches Bürsten nötig, um die abgestoßene Unterwolle herauszuarbeiten.
Wie bei den meisten großwüchsigen Herdenschutzhunden zählen ausgewertete Hüft- und Ellenbogenbefunde der Elterntiere zu den Punkten, die ein verantwortungsvoller Züchter offenlegen sollte. Bei einer Rasse ohne FCI-Zuchtbuch und ohne verpflichtende Gesundheitsprüfung liegt diese Verantwortung noch stärker beim einzelnen Züchter als bei FCI-organisierten Rassen.
Haltung: Sozialisierung von klein auf
Auch wenn der Akbaş von Natur aus unabhängig ist, entscheidet die Sozialisierung in den ersten Monaten darüber, wie er später mit fremden Menschen, anderen Hunden und Alltagssituationen umgeht. Ruhiges Kennenlernen unterschiedlicher Reize, ohne den natürlichen Schutzinstinkt zu unterdrücken, ist bei einem Herdenschutzhund eine Gratwanderung, die erfahrene Halter besser meistern als Einsteiger.
Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt für jeden Welpen unabhängig von der Rasse vor, dass die Trennung vom Muttertier erst nach Vollendung der achten Lebenswoche erfolgen darf und bis zur 20. Woche täglich mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson zu gewährleisten sind.
Quellen
- Wikipedia: Akbaş (Hund)
- United Kennel Club: offizieller Zuchtstandard Akbash Dog (PDF, englisch)
- FCI-Rassestandard Nr. 331 — Kangal Çoban Köpeği, zum Vergleich
- Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), Bundesministerium der Justiz
Geschrieben von Marlene Kort fuer hunde-gesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

Marlene teilt ihr Zuhause mit Hund und Katze unter einem Dach und schreibt über das, was im Alltag mit Tieren wirklich zählt. Wird es ernst, sagt sie das offen.







