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Kurzantwort: Nach der VDH-Welpenstatistik 2025 führt der Deutsche Schäferhund mit 6.374 gemeldeten Welpen die Rangliste an, gefolgt von Teckel (4.508), Labrador Retriever (2.401), Pudel (2.035) und Golden Retriever (2.007). Die Statistik erfasst allerdings nur Welpen von VDH-Mitgliedsvereinen, nicht alle Rassehunde in Deutschland.
Welche Hunderasse ist gerade wirklich gefragt? Eine verlässliche Antwort liefert die jährliche Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen.
Sie zeigt nicht nur, welche Rassen vorn liegen, sondern auch, wo die Grenzen dieser Zahlen liegen.
Was „bekannt“ bei Hunderassen bedeutet
Bekanntheit lässt sich unterschiedlich messen – über Sichtbarkeit im Alltag, über Suchanfragen im Internet oder eben über offizielle Zuchtzahlen. Alle drei Maßstäbe können zu unterschiedlichen Ranglisten führen: Eine Rasse, die im Straßenbild häufig auffällt, muss nicht zwangsläufig auch bei den jährlich gemeldeten Zuchtwelpen vorn liegen, etwa weil viele Exemplare aus dem Ausland stammen oder älter sind als die Erhebung selbst. Die VDH-Welpenstatistik ist dabei eine der wenigen Quellen mit belastbaren, jährlich veröffentlichten Zahlen für Deutschland, weil sie auf tatsächlichen Meldungen der Zuchtvereine beruht und nicht auf Umfragen oder Schätzungen.
Die Top-Rassen nach VDH-Welpenstatistik
Für 2025 verzeichnet die Statistik insgesamt 55.053 registrierte Welpen bei den VDH-Mitgliedsvereinen, nach 56.851 im Vorjahr. An der Spitze steht der Deutsche Schäferhund mit 6.374 Welpen, gefolgt vom Teckel mit 4.508 Welpen. Dahinter folgen Labrador Retriever mit 2.401, Pudel mit 2.035 und Golden Retriever mit 2.007 gemeldeten Welpen. Zwischen Platz eins und Platz fünf liegt damit ein deutliches Gefälle: Der Deutsche Schäferhund kommt allein auf mehr gemeldete Welpen als Labrador, Pudel und Golden Retriever zusammen. Das zeigt, wie konzentriert die Nachfrage innerhalb der organisierten Rassezucht auf wenige Spitzenrassen ausfällt, während viele andere anerkannte Rassen nur einige Dutzend oder wenige Hundert Welpen im Jahr stellen.
Platz sechs bis zehn
Die Rangliste setzt sich fort mit dem Deutsch Drahthaar (2.215 Welpen), dem Rottweiler (1.376), dem Kleinen Münsterländer (1.102), dem Boxer (1.050) und dem Border Collie mit 1.000 gemeldeten Welpen. Auffällig ist, dass mit Deutsch Drahthaar und Kleinem Münsterländer gleich zwei klassische Jagdhunderassen unter den Top Ten stehen – ein Hinweis darauf, dass die VDH-Statistik stark von organisierten Zuchtvereinen geprägt ist, in denen Jagdhundrassen traditionell gut vertreten sind. Jagdhundevereine gehören zu den ältesten und mitgliederstärksten Strukturen im VDH, mit eigenen Prüfungsordnungen für Anlagen, Gebrauchsfähigkeit und Wesen – ein zusätzlicher organisatorischer Rahmen, den viele reine Familienhunderassen in dieser Form nicht haben.
Warum Schäferhund und Teckel vorn liegen
Beide Rassen gehören zu den traditionsreichsten Zuchten Deutschlands mit langer VDH-Historie und einem dichten Netz an Zuchtvereinen. Der Deutsche Schäferhund-Verein (SV) und der Deutsche Teckelklub (DTK) zählen zu den mitgliederstärksten Rasseclubs im VDH und bieten flächendeckend Zuchtstätten, Ausstellungen und Beratung an – Strukturen, die kleineren oder neueren Rassen oft fehlen. Das erklärt zum Teil, warum sie in dieser speziellen Statistik so weit vorn liegen, auch wenn andere Rassen im Alltagsbild vieler Städte häufiger zu sehen sind. Die VDH-Welpenstatistik erfasst Daten mindestens seit dem Jahr 2011 und erlaubt damit auch einen Blick auf längerfristige Entwicklungen einzelner Rassen. Für 2025 verzeichnet die Statistik gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 56.851 auf 55.053 gemeldete Welpen insgesamt – ein Hinweis darauf, dass sich auch die Nachfrage nach Rassehunden aus organisierten Zuchten von Jahr zu Jahr verschiebt, statt konstant zu bleiben.
Was die Statistik nicht zeigt
Die VDH-Welpenstatistik erfasst ausschließlich Welpen, die bei angeschlossenen Zuchtvereinen registriert wurden. Ein großer Teil der in Deutschland lebenden Rassehunde stammt jedoch nicht aus VDH-Zuchten, sondern aus anderen Zuchtquellen oder dem Ausland. Wer sich ein vollständiges Bild der Rassenbeliebtheit machen will, sollte diese Einschränkung mitdenken.
Warum Rassehunde nur einen Teil des Bildes zeigen
Neben Welpen aus VDH-Zuchten leben in Deutschland auch zahlreiche Hunde aus anderen Zuchtquellen, aus dem Ausland oder aus dem Tierschutz – häufig Mischlinge ohne Zuchtpapiere. Diese Tiere tauchen in keiner Rasse-Rangliste auf, obwohl sie einen erheblichen Teil der gesamten Hundepopulation ausmachen. Eine Rangliste wie die VDH-Welpenstatistik beschreibt deshalb nicht „die beliebtesten Hunde Deutschlands“ insgesamt, sondern spezifisch die Nachfrage innerhalb organisierter Rassezuchten. Wer sich für die tatsächliche Verteilung aller Hunde in Deutschland interessiert, findet dazu eher bei Tierschutzverbänden, Kommunen über die Hundesteuerstatistik oder Branchenverbänden Näherungswerte – wenn auch mit weniger Detailtiefe zur einzelnen Rasse, als es die VDH-Zahlen liefern.
Ein Blick über die Grenzen: die USA als Vergleich
Wie unterschiedlich Ranglisten ausfallen können, zeigt der Vergleich mit den USA. Beim American Kennel Club (AKC) belegt seit 2022 die Französische Bulldogge Platz eins und beendete damit die 31 Jahre währende Führung des Labrador Retriever, der zuvor drei Jahrzehnte lang unangefochten an der Spitze stand. In der deutschen VDH-Welpenstatistik taucht die Französische Bulldogge dagegen nicht einmal unter den zehn meistgezüchteten Rassen auf. Das zeigt: Beliebtheit ist immer auch eine Frage des jeweiligen Landes, seiner Zuchtvereinsstruktur und seiner Moden.
Bekannt heißt nicht automatisch passend
Eine hohe Platzierung in der Welpenstatistik sagt nichts darüber aus, ob eine Rasse zum eigenen Alltag passt. Sowohl der Deutsche Schäferhund als auch der Teckel haben ausgeprägte rassespezifische Bedürfnisse – etwa in Bezug auf Beschäftigung oder Erziehung –, die unabhängig von ihrer Beliebtheit bestehen. Der Deutsche Schäferhund etwa wurde als Hüte- und später als Arbeitshund für Polizei und Rettungsdienste gezüchtet und braucht entsprechend viel geistige und körperliche Auslastung, während der Teckel mit seinem ausgeprägten Jagdtrieb schon beim Freilauf besondere Aufmerksamkeit verlangt. Wer nur auf den Bekanntheitsgrad schaut, unterschätzt diese Anforderungen leicht.
Wie man sich trotz großer Auswahl orientiert
Statt sich allein an Ranglisten zu orientieren, lohnt sich der direkte Kontakt zu Rasseclubs und Züchtern, die über den VDH auffindbar sind. Sie kennen die tatsächlichen Ansprüche einer Rasse besser als jede reine Zahlenstatistik.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








