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Kurzantwort: Apricot ist eine offiziell anerkannte Pudelfarbe neben Schwarz, Weiß, Braun und Grau. Laut FCI-Rassestandard müssen Nasenschwamm, Lefzen und Lidränder bei apricotfarbenen Pudeln dunkelbraun statt schwarz gefärbt sein. Die Farbe kommt in allen vier Größenvarianten vor: Großpudel, Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel.
Ein apricotfarbener Pudel fällt sofort auf – das warme, honigfarbene Fell unterscheidet sich deutlich von den klassischen schwarzen oder weißen Pudeln.
Offiziell ist Apricot aber keine neue Modefarbe, sondern seit den 1970er-Jahren fest im Rassestandard verankert.
Apricot als offizielle Pudelfarbe
In den 1970er-Jahren wurde Apricot als eigenständige Farbe in den offiziellen Rassestandard des Pudels aufgenommen. Der Rassestandard, den der Weltdachverband FCI (Fédération Cynologique Internationale) führt, erkennt heute die einfarbigen Varianten Schwarz, Weiß, Braun, Grau und Apricot an.
Was der Standard zu Nasenschwamm und Lidrändern sagt
Für apricotfarbene Pudel gelten eigene Vorgaben zur Pigmentierung. Der Standard verlangt, dass Nasenschwamm, Lefzen und Lidränder dunkelbraun gefärbt sind – nicht schwarz, wie es bei den übrigen Farben vorgeschrieben ist. Diese Ausnahme berücksichtigt, dass Pigmentierungsprobleme bei apricotfarbenen Tieren häufiger auftreten als bei dunklen Farbschlägen. Richter auf Ausstellungen prüfen diese Pigmentierung gezielt, weil sie als Rassemerkmal gilt und nicht mit einer unerwünschten Aufhellung verwechselt werden darf, wie sie durch fehlende genetische Kontrolle bei unkontrollierter Zucht entstehen kann.
Die vier Größenvarianten des Pudels
Der Rassestandard unterscheidet beim Pudel vier Größen, die alle in Apricot vorkommen: den Großpudel mit einer Widerristhöhe über 45 Zentimetern, den Klein- beziehungsweise Mittelpudel zwischen 35 und 45 Zentimetern, den Zwergpudel zwischen 28 und 35 Zentimetern sowie den Toypudel unter 28 Zentimetern. Der Toypudel wurde erst in den 1990er-Jahren offiziell als eigene Größenvariante in den Standard aufgenommen. Vor dieser Anerkennung liefen besonders kleine Pudel häufig einfach als untypisch kleine Zwergpudel mit, ohne einen eigenen Rassestatus. Für künftige Halter ist die Größenwahl auch eine Frage des Alltags: Ein Großpudel braucht deutlich mehr Platz und Bewegung als ein Toypudel, der sich auch in kleineren Wohnungen wohlfühlen kann, dafür aber empfindlicher auf grobes Spiel mit größeren Hunden reagiert.
Herkunft: ein Wasserhund mit langer Geschichte
Der Name Pudel geht auf das altdeutsche Wort „puddeln“ zurück, was so viel wie „im Wasser planschen“ bedeutet. Die FCI führt Frankreich als Ursprungsland, andere kynologische Quellen verweisen auf deutsche Wurzeln der Rasse. Ursprünglich wurde der Pudel als Apportierhund für die Jagd auf Wasservögel eingesetzt – ein Erbe, das sich bis heute im ausgeprägten Apportiertrieb vieler Pudel zeigt, obwohl kaum noch einer jagdlich geführt wird. Der Großpudel erreicht dabei eine Widerristhöhe von bis zu 60 Zentimetern.
Ein Hund mit langer Kulturgeschichte
Der Pudel begleitet nicht nur Jäger, sondern auch bekannte Persönlichkeiten der Geistesgeschichte. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hielt zeitlebens Pudel und soll ihnen sogar den Spitznamen „Atma“ (Weltseele) gegeben haben. Der Schriftsteller John Steinbeck reiste mit seinem Großpudel Charley quer durch die USA und verarbeitete die Reise im Buch „Reise mit Charley“. Auch der Schriftsteller Thomas Mann besaß einen schwarzen Pudel namens Nico. Diese lange Verbundenheit mit dem Menschen erklärt mit, warum der Pudel bis heute als besonders anhänglich und menschenbezogen gilt.
Charakter und Wesen
Unabhängig von Farbe und Größe gilt der Pudel als eine der intelligentesten Hunderassen überhaupt. Er lässt sich in der Regel gut erziehen, ist lernfreudig und eng an seine Bezugspersonen gebunden. Diese Eigenschaften machen ihn sowohl als Familienhund als auch im Hundesport beliebt, etwa in Agility- und Obedience-Wettbewerben. Größere Pudel arbeiten zudem erfolgreich als Assistenz-, Rettungs- und Blindenführhunde, teils auch im Katastrophenschutz und bei der Leichensuche. Diese Vielseitigkeit beruht auf derselben Kombination aus Lernbereitschaft, körperlicher Ausdauer und enger Bindung an den Menschen, die den Pudel schon in seiner ursprünglichen Rolle als Jagdhelfer auszeichnete.
Pflegeaufwand trotz lockigem Fell
Pudel haaren kaum, weil ihr Fell dem menschlichen Haar in der Wachstumsdynamik ähnelt und nicht saisonal wechselt. Das bedeutet aber nicht, dass die Fellpflege einfach ist: Ohne regelmäßiges Trimmen beim Hundefriseur verfilzt das Fell recht schnell. Wer sich für einen Pudel entscheidet, sollte diesen wiederkehrenden Termin von Anfang an einplanen. Zwischen den Friseurbesuchen gehört tägliches oder zumindest mehrmals wöchentliches Bürsten dazu, besonders an Stellen mit viel Reibung wie hinter den Ohren, unter den Achseln und an der Rute – dort setzt sich Verfilzung am schnellsten fest. Für den Alltag hat das ständig nachwachsende Fell aber auch einen Vorteil: Es lässt sich in unterschiedlichen Scherformen trimmen, von der klassischen Löwenschur bis zum pflegeleichteren, kurz gehaltenen „Teddy-Schnitt“, den viele Familienhalter heute bevorzugen.
Gesundheit je nach Größenvariante
Großpudel neigen wie viele größere Rassen zu Hüftdysplasie. Bei den kleineren Varianten – Klein-, Zwerg- und Toypudel – treten häufiger progressive Retinaatrophie (eine erbliche Netzhauterkrankung), Grauer Star und Patellaluxation auf. Die Rasse ist außerdem überdurchschnittlich häufig von Sebadenitis betroffen, einer immunbedingten Entzündung der Talgdrüsen, die zu Fellausfall und schuppiger Haut führen kann. Seriöse Zuchtvereine testen gezielt auf diese Erkrankungen, etwa per Hautbiopsie bei Sebadenitis oder per Augenuntersuchung bei progressiver Retinaatrophie, um betroffene Tiere von der Weiterzucht auszuschließen.
Gesundheit und Zucht
Wie bei jeder Rassehundzucht empfiehlt es sich, einen Welpen nur bei einem Züchter zu kaufen, der dem VDH oder einem anerkannten Rasseclub angeschlossen ist. Solche Zuchtvereine kontrollieren unter anderem die Einhaltung des Rassestandards und legen Wert auf gesundheitliche Zuchtauswahl, statt allein auf die gefragte Fellfarbe zu achten. Nach der VDH-Welpenstatistik 2025 wurden 2.035 Pudel-Welpen bei Mitgliedsvereinen gemeldet – die Rasse gehört damit zu den zehn meistgezüchteten in Deutschland. Die Statistik unterscheidet dabei nicht systematisch nach Fellfarbe, sodass sich nicht genau beziffern lässt, wie viele der gemeldeten Welpen apricotfarben waren. Wer gezielt einen apricotfarbenen Pudel sucht, sollte das beim Züchter früh ansprechen, denn die Farbvererbung folgt komplexen genetischen Regeln und lässt sich bei einem Wurf nicht sicher vorhersagen.
Quellen
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








