Ein Akita Inu sitzt aufmerksam im Freien

Asiatischer Hund: Akita, Shiba Inu, Chow-Chow im Porträt

Kurzantwort: Zu den bekanntesten asiatischen Hunderassen zählen Akita Inu und Shiba Inu aus Japan sowie Chow-Chow und Shar Pei aus China. Alle vier stehen laut molekulargenetischen Untersuchungen den Wölfen genetisch besonders nahe und gehören zu den ältesten Hunderassen der Welt. Die FCI ordnet Akita und Shiba Inu der Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen) zu. Charakterlich gelten diese Rassen übereinstimmend als eigenständig, reserviert gegenüber Fremden und stark an ihre Bezugsperson gebunden – Eigenschaften, die sich aus ihrer langen Geschichte als Wach- und Jagdhunde in isolierten Regionen erklären.

Als „asiatische Hunderassen“ werden meist Rassen bezeichnet, die genetisch zur sogenannten Urhund-Gruppe gehören – jenen wenigen Rassen, die sich am wenigsten von ihren wölfischen Vorfahren entfernt haben.

Diese Nähe zeigt sich nicht nur im Erbgut, sondern auch im Wesen: Asiatische Hunderassen gelten als unabhängiger und weniger auf ständige Rückmeldung des Menschen angewiesen als viele europäische Gebrauchshunderassen.

Was asiatische Hunderassen verbindet

Molekulargenetische Untersuchungen haben gezeigt, dass Akita, Shiba Inu, Chow-Chow und Shar Pei gemeinsam mit dem Neuguinea-Dingo und dem australischen Dingo eine eigene genetische Gruppe bilden, die den Wölfen näher steht als die meisten anderen modernen Hunderassen. Fachleute bezeichnen sie deshalb häufig als „asiatische Gruppe“ oder Urhunde. Diese genetische Isolation erklärt sich durch ihre geografische Herkunft in abgelegenen Bergregionen Japans und Chinas, wo über Jahrhunderte kaum Einkreuzung mit anderen Rassen stattfand.

Akita Inu – Japans Nationalhund

Der Akita Inu erhielt seinen Namen von seiner japanischen Heimatprovinz Akita auf der Insel Honshu. Ursprünglich wurde die Rasse für die Jagd auf Wildschweine und Bären eingesetzt und musste entsprechend robust und eigenständig sein. 1931 ehrte Japan den Akita als erste seiner heimischen Hunderassen mit dem Status eines Naturdenkmals. Heute gilt er als treuer, aber zurückhaltender Begleiter, der Fremden gegenüber reserviert bleibt und eine konsequente, ruhige Erziehung braucht.

Ein Akita Inu sitzt aufmerksam im Freien
Foto: B@rt, CC BY-SA 4.0

Shiba Inu – der kleine Urtyp aus den Bergen

Der Shiba Inu geht auf Hunde zurück, die in den Bergregionen Japans zur Jagd auf Vögel und Kleinwild gehalten wurden. Mit seiner kompakten Statur, dem fuchsartigen Gesichtsausdruck und dem eigenständigen Charakter zählt er zu den beliebtesten japanischen Rassen außerhalb Japans. Shiba Inus gelten als reinlich, selbstständig bis eigenwillig und wenig unterwürfig – Eigenschaften, die bei der Erziehung mehr Geduld erfordern als bei klassischen Gebrauchshunderassen.

Chow-Chow – blaue Zunge und chinesische Wurzeln

Der Chow-Chow zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen Chinas und ist durch seine auffällige blau-schwarze Zunge unverwechselbar. Historisch diente er sowohl als Wach- und Jagdhund als auch als Zughund. Sein dichtes, löwenmähnenartiges Fell und sein zurückhaltendes, fast katzenähnliches Wesen machen ihn zu einem eigenständigen Begleiter, der Nähe auf seinen eigenen Bedingungen sucht.

Shar Pei – der Faltenhund aus Südchina

Der Shar Pei stammt aus der südchinesischen Provinz Guangdong und ist vor allem für seine charakteristische, stark gefaltete Haut bekannt, die ihm ursprünglich bei der Verteidigung gegen Angriffe anderer Hunde half. Die Rasse wurde in den 1970er-Jahren vor dem Aussterben gerettet und gilt heute als ruhig, unabhängig und seiner Familie gegenüber sehr loyal, Fremden gegenüber jedoch distanziert. Die charakteristischen Falten dienten ursprünglich einem praktischen Zweck: Sie sollten verhindern, dass ein angreifender Gegner den Hund an einer festen Hautstelle packen konnte, da sich die lose Haut unter Zug einfach mitverschob.

Auch beim Chow-Chow hatte das dichte Fell historisch eine Funktion über die reine Optik hinaus: Es schützte den Hund bei der Arbeit in den kalten nordchinesischen Wintern und diente in ärmeren Regionen zeitweise sogar als Rohstoff für Pelzverarbeitung, eine Nutzung, die heute nicht mehr praktiziert wird.

FCI-Einordnung im Überblick

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) ordnet Akita Inu und Shiba Inu der Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) zu, dort speziell der Sektion 5 für asiatische Spitze und verwandte Rassen. Der Chow-Chow ist in derselben Gruppe eingeordnet. Diese gemeinsame Klassifizierung spiegelt sowohl die äußerliche Ähnlichkeit – spitzartiger Körperbau, aufrechte Ohren, geringelte Rute – als auch die genetische Verwandtschaft dieser Rassen wider.

Wesen und Haltung im Vergleich

So unterschiedlich die vier Rassen im Aussehen sind, so ähnlich fällt ihr Wesen aus: Alle gelten als eigenständig denkend, weniger auf ständige Bestätigung des Menschen ausgerichtet und reserviert gegenüber Fremden. Das macht sie zu zuverlässigen, aber anspruchsvollen Begleitern, die konsequente, ruhige Führung statt strenger Dominanz brauchen. Für Ersthundehalter gelten sie deshalb übereinstimmend als weniger geeignet als klassische, auf Kooperation gezüchtete Familienhunderassen. Konsequentes, frühzeitiges Training mit positiver Bestärkung zeigt bei allen vier Rassen deutlich bessere Ergebnisse als harsche Korrekturen, da ihr eigenständiges Wesen auf Druck eher mit Rückzug oder Sturheit reagiert als mit vorauseilendem Gehorsam.

Weitere asiatische Rassen im Überblick

Neben den vier genannten Hauptvertretern zählen weitere Rassen aus Asien zur Vielfalt der Region, etwa der Tibet Terrier und der Lhasa Apso aus dem Himalaya-Raum, die traditionell in Klöstern als Wach- und Begleithunde gehalten wurden, sowie der chinesische Schopfhund mit seiner auffälligen Nacktheit. Auch der Jindo aus Südkorea und der Kishu aus Japan gehören zur weiteren Gruppe ursprünglicher asiatischer Rassen, auch wenn sie außerhalb ihrer Heimatländer deutlich seltener anzutreffen sind als Akita oder Shiba Inu.

Gemeinsam ist all diesen Rassen eine lange, oft Jahrhunderte zurückreichende Zuchtgeschichte in geografisch abgegrenzten Regionen, die zu einer bemerkenswerten Formkonstanz geführt hat. Anders als viele europäische Rassen, die im 19. Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte planmäßig aus Kreuzungen entstanden, entwickelten sich die meisten asiatischen Rassen über einen deutlich längeren Zeitraum, was Fachleute als Erklärung für ihre genetische Nähe zum Wolf heranziehen.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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