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Kurzantwort: Der Haushund ist eine Unterart des Wolfs und trägt den wissenschaftlichen Namen Canis lupus familiaris. Der Goldschakal ist eine eigene Art derselben Gattung, Canis aureus. Die Annahme, dass Hunde teilweise vom Schakal abstammen, wurde durch DNA-Analysen widerlegt. Hund und Wolf sind nicht durch eine Artenschranke getrennt und können fruchtbare Nachkommen zeugen.
Wolf, Hund, Schakal, Kojote: Sie sehen sich ähnlich, heulen ähnlich und leben in Familienverbänden. Trotzdem ist nur einer von ihnen der direkte Vorfahre des Hundes.
Über Jahrzehnte galt der Schakal als möglicher zweiter Stammvater. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz vertrat diese Idee in seinem bekannten Buch „So kam der Mensch auf den Hund“. Die Genetik hat sie inzwischen beerdigt.
Hier steht, wie die drei Tiere in der Systematik zueinander stehen, was über die Domestikation des Wolfs bekannt ist und welche Kreuzungen tatsächlich vorkommen.
Die Systematik: eine Gattung, drei Namen
Alle drei gehören zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora), zur Familie der Hunde (Canidae) und zur Gattung Canis, auf Deutsch Wolfs- und Schakalartige. Die Gattung wurde 1758 von Carl von Linné benannt.
Der Wolf ist die Art Canis lupus. Der Haushund wird ihm als Unterart zugeordnet: Canis lupus familiaris. Der Goldschakal ist eine eigene Art, Canis aureus. Im Stammbaum sind Hund und Wolf also dasselbe Tier in zwei Formen, der Schakal ist ein Verwandter auf der nächsten Ebene.
Seit 2015 gilt zusätzlich der Afrikanische Goldwolf, Canis lupaster, als eigene Art. Er wurde vorher als Unterart des Goldschakals geführt. Auch das zeigt, wie eng die Verwandtschaft in dieser Gattung ist.
Der Wolf als Stammform des Hundes
Die wilde Stammform des Hundes ist der Wolf. Wann die Domestikation begann, ist umstritten. Wissenschaftliche Schätzungen reichen laut Wikipedia von etwa 15.000 vor Christus bis vor 100.000 Jahren.
Die ältesten eindeutigen fossilen Belege für die Anpassung des Wolfs an den Menschen stammen aus dem Jungpaläolithikum. Eine Erhebung aus dem Jahr 2012 datiert sie auf höchstens 19.000 Jahre. Daneben gibt es einzelne Funde, die deutlich älter sein sollen: Schädel von Předmostí in Tschechien mit etwa 31.500 Jahren, ein Hundeschädel aus der Razboinichya-Höhle im Altai mit 33.000 Jahren und ein Fund aus den belgischen Höhlen von Goyet mit 36.000 Jahren.
Warum die Datierung so schwierig ist: Am Anfang der Domestikation sahen Hunde noch fast aus wie Wölfe. Ein Schädel lässt sich dann kaum sicher zuordnen. Merkmale wie schräg gestellte Zähne und ein kürzerer Gesichtsschädel entwickelten sich erst über viele Generationen.
Warum der Schakal ausscheidet
Der Schweizer Zoologe Theophil Studer stellte die Hypothese auf, dass der Hund mindestens teilweise vom Goldschakal abstamme. Konrad Lorenz griff sie auf und teilte Hunderassen in „Schakalhunde“ und „Wolfshunde“ ein. Die Idee hielt sich lange, weil Schakale zutraulicher wirken als Wölfe und in der Nähe von Siedlungen leben.
DNA-Analysen haben die Hypothese widerlegt. Das Erbgut aller Hunderassen geht auf den Wolf zurück. Für einen Schakal-Anteil fand sich kein Beleg.
Was bleibt, ist die enge Verwandtschaft innerhalb der Gattung. Verhalten wie Rudelbildung, Welpenaufzucht durch die Gruppe und das Markieren des Reviers teilen sich Wolf, Hund und Schakal aus gemeinsamer Herkunft.
Größe und Aussehen im Vergleich
Der Goldschakal ist deutlich kleiner als der Wolf. Er wird laut Wikipedia 80 bis 95 Zentimeter lang, hat eine Schulterhöhe von etwa 35 bis 50 Zentimetern und wiegt ungefähr 8 bis 10 Kilogramm. Sein Fell ist meist goldgelb, in Bergregionen eher grau.
Wölfe erreichen Kopf-Rumpf-Längen von meist 1,0 bis 1,6 Metern. Ihr Gewicht schwankt je nach Region stark und liegt in der Regel zwischen 13 und 78 Kilogramm, wobei Tiere über 60 Kilogramm selten sind.
Der Hund passt in keine dieser Spannen. Von 3 Kilogramm beim Yorkshire Terrier bis über 70 Kilogramm bei Mastiffs deckt er alles ab. Diese Bandbreite ist das Ergebnis von Jahrtausenden Zucht.
Der Goldschakal in Deutschland
Der Goldschakal ist der einzige Schakal, der in Europa vorkommt. Sein Schwerpunkt liegt im Nahen Osten, in Indien und auf dem Balkan. Von dort breitet er sich seit Jahrzehnten nach Norden und Westen aus.
In Deutschland gibt es laut Wikipedia seit 1997 Sichtungen, unter anderem in Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Bis Januar 2021 wurden 80 Einzelnachweise erbracht. Im Spätherbst 2021 wurde im Schwarzwald-Baar-Kreis erstmals eine Fortpflanzung nachgewiesen: eine Familiengruppe mit mindestens zwei Welpen, bestätigt über genetische Untersuchung von Kotproben.
Wer einen fuchsgroßen, goldgelben Hund mit kurzem Schwanz im Feld sieht, hat vielleicht keinen streunenden Hund gesehen. Meldungen nehmen die Landesjagdverbände und die Naturschutzbehörden entgegen.
Kreuzungen zwischen Hund und Wolf
Hund und Wolf können miteinander fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen. Das ist der Grund, warum der Hund als Unterart des Wolfs geführt wird.
Zwei anerkannte Hunderassen gehen auf gezielte Kreuzungen mit Wölfen zurück: der Tschechoslowakische Wolfhund (FCI-Standard Nr. 332) und der Saarloos-Wolfhund (FCI-Standard Nr. 311). Beide wurden im 20. Jahrhundert aus Deutschen Schäferhunden und Wölfen gezüchtet und sind heute als Rassen mit eigenem Standard anerkannt.
Auch in freier Wildbahn kommt es vor, dass sich Wölfe mit Hunden paaren. Solche Hybriden gelten im Artenschutz als Problem, weil sie das Erbgut der Wolfspopulation verändern.
Häufige Fragen
Stammt der Hund vom Wolf oder vom Schakal ab?
Vom Wolf. Die Schakal-Hypothese von Studer und Lorenz wurde durch DNA-Analysen widerlegt.
Wie heißt der Hund wissenschaftlich?
Canis lupus familiaris. Er ist eine Unterart des Wolfs, Canis lupus.
Können sich Hund und Wolf paaren?
Ja, die Nachkommen sind fruchtbar. Zwei Hunderassen entstanden aus solchen Kreuzungen.
Ist der Schakal ein Wolf?
Nein. Der Goldschakal ist eine eigene Art derselben Gattung, kleiner und leichter als der Wolf.
Gibt es Schakale in Deutschland?
Ja, Sichtungen seit 1997, erste nachgewiesene Fortpflanzung 2021 im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Seit wann gibt es Hunde?
Eindeutige Belege reichen etwa 19.000 Jahre zurück, einzelne umstrittene Funde bis 36.000 Jahre.
Quellen
- Wikipedia: Haushund
- Wikipedia: Goldschakal
- Wikipedia: Wolf
- FCI: Czechoslovakian Wolfdog, Standard Nr. 332
Geschrieben von Clara, Redaktion hunde-gesundheit.net — sie schreibt hier über Hunde, ihre Rassen und ihre Haltung.








