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Titelbild: Foto: „A dog plays in the water – Nathan Phillips Square“ von Maksim Sokolov (maxergon.com) · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten
Kurzantwort: Hunde schwitzen kaum und kühlen fast nur über das Hecheln. Ab 40 Grad Körpertemperatur beginnen Kreislaufprobleme, ab 40,5 Grad wird es laut Bundestierärztekammer lebensgefährlich. Ein Auto heizt sich bei 24 Grad Außentemperatur in 30 Minuten auf 40 Grad auf. Verlege Spaziergänge in den Morgen und Abend, biete Schatten und Wasser, und kühle einen überhitzten Hund mit lauwarmem Wasser, nie mit Eis.
Ein Sommertag, 28 Grad, der Hund hechelt auf dem Balkon. Ist das noch normal oder schon gefährlich?
Die Grenze verläuft schneller, als viele denken. Ein Hund hat kaum Schweißdrüsen, er gibt Wärme fast nur über Zunge und Atemwege ab. Steht die Luft oder ist sie selbst heiß, funktioniert das nicht mehr.
Hier steht, ab welcher Temperatur es kritisch wird, woran du einen Hitzschlag erkennst, was du dann tun musst und wie du den Sommer für deinen Hund entschärfst.
Warum Hitze für Hunde gefährlicher ist als für dich
Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 37,5 und 39 Grad. Beim Hecheln verdunstet Wasser auf Zunge und Rachen, das kühlt das Blut, das dort vorbeifließt.
Das System hat Grenzen. Bei hoher Luftfeuchte verdunstet wenig. Bei Bewegung produziert der Körper mehr Wärme, als er abgeben kann. Und Rassen mit kurzer Nase wie Mops, Französische Bulldogge oder Boxer haben so enge Atemwege, dass das Hecheln selbst zur Anstrengung wird.
Besonders gefährdet sind außerdem alte Hunde, übergewichtige Hunde, Welpen, Hunde mit Herzproblemen und Rassen mit dichter Unterwolle.
Ab welcher Körpertemperatur es kritisch wird
Ab 40 Grad Körpertemperatur treten Kreislaufprobleme auf. Ab 40,5 Grad spricht die Bundestierärztekammer von Lebensgefahr. Ab 42 Grad beginnen Eiweiße im Körper zu gerinnen, es droht ein Versagen mehrerer Organe.
Ein Fieberthermometer im After zeigt dir den Wert. Wenn du kein Thermometer hast, zählen die Symptome.
Die Außentemperatur allein sagt wenig. Entscheidend sind Sonne, Luftfeuchte, Bewegung und der Hund selbst. Ein Husky in der prallen Sonne bei 26 Grad ist schneller in Gefahr als ein Whippet im Schatten bei 30.
Woran du einen Hitzschlag erkennst
Der Hund hechelt schnell und flach, die Zunge ist dunkelrot und weit heraus, der Speichel wird zäh. Er sucht Schatten, legt sich hin, wirkt unruhig oder apathisch.
Im nächsten Stadium kommen Taumeln, Erbrechen, Durchfall und glasiger Blick dazu. Das Zahnfleisch wird blass oder bläulich. Dann folgen Krämpfe, Bewusstlosigkeit und Kollaps.
Jedes dieser Zeichen ist ein Notfall. Ein Hitzschlag entwickelt sich innerhalb von Minuten und hört nicht von selbst auf.
Ein früher Hinweis ist der Sonnenbrand: Helle Hunde mit dünnem Fell bekommen ihn an Nase, Ohrspitzen und Bauch. Das ist kein Hitzschlag, zeigt aber, dass der Hund zu lange in der Sonne war.
Erste Hilfe: kühlen, aber richtig
Bring den Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Biete Wasser an, aber zwing ihn nicht zu trinken.
Kühle mit lauwarmem Wasser, beginnend an Pfoten, Beinen und Bauch, dann am ganzen Körper. Junge, gesunde Hunde kannst du laut Bundestierärztekammer in lauwarmes Wasser tauchen, den Kopf hältst du dabei fest.
Kein Eiswasser und keine eiskalten Güsse. Schockkalt zieht die Blutgefäße in der Haut zusammen, und die Wärme aus dem Körperkern kommt nicht mehr heraus. Nasse Handtücher über dem Hund stauen die Hitze, lieber Luft zufächeln.
Fahr danach in die Praxis, auch wenn es dem Hund besser geht. Nierenschäden, Gerinnungsstörungen und Hirnschwellung zeigen sich oft erst Stunden später.
Auto: 30 Minuten bis 40 Grad
Bei 24 Grad Außentemperatur und Sonne erreicht der Innenraum eines geparkten Autos laut ADAC innerhalb von 30 Minuten 40 Grad. Ein spaltbreit geöffnetes Fenster und ein Schattenplatz ändern daran fast nichts, weil die Sonne wandert.
Ein Hund gehört an warmen Tagen deshalb nie allein ins abgestellte Auto, auch nicht für fünf Minuten.
Siehst du einen Hund in einem heißen Auto: Halter über Kennzeichen ausrufen lassen, Polizei oder Feuerwehr unter 110 oder 112 rufen. Eine Scheibe selbst einzuschlagen ist nur im äußersten Notfall gerechtfertigt, und du musst das später belegen können.
So kommt dein Hund durch den Sommer
Spaziergang
Morgens vor neun und abends nach acht. Kein Ballspielen und kein Fahrradfahren bei über 25 Grad. Prüfe den Asphalt mit dem Handrücken: Wenn du ihn keine sieben Sekunden halten kannst, verbrennt er die Pfoten.
Zu Hause
Fliesen, ein feuchtes Handtuch zum Drauflegen, Rollläden runter, Ventilator. Eine Kühlmatte hilft, solange der Hund selbst entscheiden kann, ob er drauf liegt.
Wasser
Mehrere Näpfe, unterwegs eine Flasche. Ein Planschbecken im Garten ist für viele Hunde die beste Klimaanlage.
Fell
Ausbürsten der Unterwolle hilft. Scheren nur nach Rücksprache: Bei Rassen mit doppeltem Fell isoliert das Deckhaar auch gegen Hitze und schützt vor Sonnenbrand.
Häufige Fragen
Ab wie viel Grad ist es zu heiß für Hunde?
Ab 25 Grad gilt: keine Anstrengung mehr. Für kurznasige, alte und kranke Hunde liegt die Grenze niedriger.
Wie lange darf ein Hund bei Hitze im Auto bleiben?
Gar nicht. Bei 24 Grad draußen sind es nach 30 Minuten 40 Grad drinnen.
Darf ich meinen Hund mit kaltem Wasser abspritzen?
Lauwarm ja, eiskalt nein. Eiskaltes Wasser blockiert die Wärmeabgabe aus dem Körperkern.
Frisst mein Hund bei Hitze weniger?
Viele Hunde ja. Das ist normal, solange sie trinken. Füttere abends, wenn es kühler ist.
Hilft eine Schur gegen Hitze?
Bei Hunden mit Unterwolle meist nicht. Bürsten ist besser als Scheren.
Wann muss ich nach einem Hitzschlag in die Praxis?
Immer, auch wenn sich der Hund erholt. Organschäden zeigen sich oft erst nach Stunden.
Quellen
- Bundestierärztekammer: Notfall Hitzschlag beim Hund
- ADAC: Autofahren mit Hund bei Hitze
- VDH: Hitzschlag bei Hunden
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Vanessa schreibt fuer hunde-gesundheit.net ueber Haltung, Ernaehrung und Gesundheit von Tieren.

Vanessa hat vor fünf Jahren eine Hündin aus dem Tierschutz aufgenommen und seitdem viel über Geduld gelernt. Sie schreibt über Adoption und Eingewöhnung.

