Chinese crested dog on the beach (13200)

Hund hat Durchfall: Was tun in den ersten 24 Stunden

Aktualisiert am 17.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Titelbild: „Chinese crested dog on the beach (13200)“ von Rhododendrites · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons · zugeschnitten

Kurzantwort: Nimm einem gesunden erwachsenen Hund für rund 24 Stunden das Futter weg, lass ihn aber trinken. Danach gibst du über mehrere kleine Portionen Schonkost, etwa Reis mit Magerquark oder Hüttenkäse, und steigerst über drei bis fünf Tage zurück aufs gewohnte Futter. Welpen fasten nicht — die gehören bei starkem Durchfall sofort in die Praxis.

Bei akutem Durchfall entscheidet der erste Tag, ob sich die Sache von selbst erledigt.

Die Bundestierärztekammer beschreibt dafür einen einfachen Ablauf: kurz nichts füttern, viel trinken lassen, dann magenschonend anfüttern.

Hier steht dieser Ablauf Schritt für Schritt, dazu die Mengen, die Hygiene und die Grenze, an der du nicht mehr selbst weitermachst.

Schritt 1: Futterpause, aber kein Durstenlassen

Bei einem erwachsenen, sonst munteren Hund ist eine Futterpause von etwa 24 Stunden der erste Schritt. Der Darm bekommt Ruhe, die Schleimhaut kann sich erholen.

Wasser bleibt immer verfügbar. Die Bundestierärztekammer nennt als Ergänzung leicht gesalzenes Wasser oder abgekühlten Kamillen- und Fencheltee.

Stell mehrere Näpfe auf und wechsle das Wasser häufig. Manche Hunde trinken mehr, wenn du eine Kleinigkeit hineingibst, etwa einen Schuss ungesalzene Brühe.

Diese Pause gilt ausdrücklich nicht für Welpen, sehr kleine Rassen, alte Hunde, trächtige Hündinnen und Hunde mit Zuckerkrankheit. Sie brauchen Futter und ärztliche Einschätzung.

Schritt 2: Schonkost richtig zusammenstellen

Nach der Pause folgt eine fettarme, leicht verdauliche Kost. Bewährt sind gut gekochter Reis mit Magerquark oder Hüttenkäse, alternativ Reis mit gekochtem Hühnerfleisch ohne Haut.

Der Reis wird länger gekocht als für Menschen, bis er weich ist. Gewürze, Öl, Zwiebeln und Knoblauch bleiben weg.

Gib die Tagesmenge in vier bis sechs kleinen Portionen. Kleine Mengen belasten den Darm weniger als zwei große Mahlzeiten.

Am ersten Tag reicht etwa die Hälfte der gewohnten Energiemenge. Wenn der Kot fester wird, steigerst du.

Eine Alternative ist ein tierärztliches Diätfutter für Magen und Darm. Es ist bereits ausgewogen, während selbst gekochte Schonkost nur für ein paar Tage taugt.

Länger als eine Woche solltest du deinen Hund nicht mit Reis und Quark ernähren. Der Mischung fehlen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, die im Alleinfutter enthalten sind.

Karotte hilft vielen Hunden zusätzlich. Sehr weich gekocht und püriert liefert sie Pektin, das Wasser im Darm bindet. Zwei bis drei Esslöffel unter die Portion reichen aus.

Schritt 3: Zurück zum normalen Futter

Wechsle nicht abrupt. Mische ab dem dritten Tag ein Viertel des gewohnten Futters unter die Schonkost, dann die Hälfte, dann drei Viertel.

Nach drei bis fünf Tagen ist dein Hund wieder auf seiner alten Ration. Bleibt der Kot dabei weich, geh einen Schritt zurück und verlängere.

Wenn der Durchfall bei jeder Rückkehr zum alten Futter wiederkommt, ist das ein Hinweis auf eine Unverträglichkeit. Das gehört besprochen, statt dass du weiter auf eigene Faust umstellst.

Was du auf keinen Fall gibst

Medikamente aus der Hausapotheke gehören nicht in den Hund. Durchfallmittel für Menschen sind in Dosierung und Verträglichkeit nicht auf Hunde zugeschnitten, und Hunde mit MDR1-Defekt reagieren auf manche Wirkstoffe empfindlich.

Kohletabletten binden im Darm alles Mögliche, auch Wirkstoffe von Medikamenten, die dein Hund vielleicht gerade braucht. Deshalb gehören sie nur nach Rücksprache in den Napf.

Milch ist keine gute Idee, ebenso fettige Reste, Wurst und Knochen. Auch gut gemeinte Ölkuren belasten die Bauchspeicheldrüse.

Ebenfalls verzichten solltest du auf Reste vom Tisch, auf Kauartikel und auf Leckerli, solange der Kot nicht wieder fest ist. Ein einziger Rinderohr-Snack wirft die Schonkost zuverlässig zurück.

Und lass deinen Hund während der Schonzeit nicht aus Pfützen trinken. Genau dort sitzen die Erreger, die den Durchfall verlängern.

Hygiene: damit es nicht wiederkommt

Sammle den Kot sofort ein, auch im eigenen Garten, und wasch dir danach die Hände. Giardien werden über Kot weitergegeben und überstehen in feuchter Umgebung längere Zeit.

Decken, Kissen und Handtücher wäschst du bei 60 Grad oder heißer. Näpfe kommen täglich in heißes Spülwasser.

Bei nachgewiesenen Giardien empfiehlt ESCCAP Deutschland konsequente Hygiene begleitend zur Behandlung. Dazu gehört, das Fell im Analbereich zu waschen und langhaarige Hunde dort auszuscheren.

In Mehrhundehaushalten werden alle Tiere untersucht. Sonst reicht ein unauffälliger Hund, um den Kreislauf am Laufen zu halten.

Wann du abbrichst und in die Praxis fährst

Beende den Selbstversuch, wenn der Durchfall länger als zwei Tage anhält oder immer wiederkommt.

Sofort losfahren solltest du bei blutigem oder schwarzem Kot, bei wiederholtem Erbrechen, bei Teilnahmslosigkeit, bei schmerzhaftem Bauch und bei jedem Welpen mit starkem Durchfall.

Ein einfacher Test für den Flüssigkeitshaushalt: Zieh die Haut im Nacken hoch. Bleibt sie als Falte stehen, fehlt Wasser, und dein Hund braucht eine Infusion.

Nimm eine frische Kotprobe mit. Für den Nachweis von Giardien sind Proben von drei aufeinanderfolgenden Tagen aussagekräftiger als eine einzelne.

Häufige Fragen

Wie lange soll mein Hund bei Durchfall fasten?

Rund 24 Stunden bei einem gesunden erwachsenen Hund. Welpen und kranke Hunde fasten nicht.

Welche Schonkost ist die richtige?

Weich gekochter Reis mit Magerquark, Hüttenkäse oder magerem Hühnerfleisch, ohne Fett und Gewürze.

Wie viel Schonkost bekommt mein Hund?

Am ersten Tag etwa die Hälfte der gewohnten Energiemenge, verteilt auf vier bis sechs kleine Portionen.

Darf ich meinem Hund Kohletabletten geben?

Nur nach Rücksprache. Kohle bindet auch Wirkstoffe von Medikamenten.

Hilft Joghurt bei Durchfall?

Ein belastbarer Nachweis fehlt. Magerquark und Hüttenkäse sind die üblichere Wahl, weil sie fettarm sind.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Nach zwei Tagen ohne Besserung, bei Blut im Kot, bei Erbrechen, Apathie oder Fieber und bei Welpen sofort.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Vanessa schreibt fuer hunde-gesundheit.net ueber Haltung, Ernaehrung und Gesundheit von Tieren.


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