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Titelbild: „dog“ von norasuered · CC BY-SA 2.0 · via Flickr · zugeschnitten
Kurzantwort: Der English Cocker Spaniel ist ein britischer Stöberhund, FCI-Standard Nr. 5, Gruppe 8, Sektion 2. Rüden erreichen 39 bis 41 Zentimeter Widerristhöhe, Hündinnen 38 bis 39, bei 12,5 bis 14,5 Kilogramm. Er wurde für die Jagd auf Waldschnepfen gezüchtet, daher der Name. Im Haus gilt ein ausgelasteter Cocker als ruhig, draußen braucht er Nasenarbeit.
Der Cocker Spaniel gehört zu den Rassen, die jeder zu kennen glaubt. Lange Ohren, seidiges Fell, freundlicher Blick.
Dahinter steckt ein Jagdhund mit Ausdauer. Wer ihn nur als hübschen Begleithund kauft, bekommt einen Hund, der sich seine Aufgabe selbst sucht.
Hier stehen die Standardangaben, das Wesen, die Pflege und die Erkrankungen, die bei dieser Rasse dokumentiert sind.
Herkunft und Standard
Die Rasse stammt aus Großbritannien. Ursprünglich wurde sie zur Jagd auf Waldschnepfen eingesetzt, englisch Woodcock, woraus der Name entstand.
Die FCI führt den English Cocker Spaniel unter Standard Nr. 5 in Gruppe 8, Sektion 2, den Stöberhunden. Er wird mit Arbeitsprüfung geführt.
Als Stöberhund gehört Lautgeben bei jagdlicher Erregung zu den rassetypischen Eigenschaften. Das ist wichtig zu wissen, bevor du dich über einen bellfreudigen Hund wunderst.
Größe, Gewicht und Fell
Rüden erreichen 39 bis 41 Zentimeter, Hündinnen 38 bis 39 Zentimeter. Das Gewicht liegt bei 12,5 bis 14,5 Kilogramm.
Das Fell liegt flach an, ist seidig und am Kopf kurz. Lang wird es an Behängen, Brust, Bauch, Beinen und Rute.
Die Farbpalette ist groß: rot, braun, schwarz, Blauschimmel, Orangeschimmel, Braunschimmel, dazu die zweifarbigen Varianten und Tricolor. Für die klassische Silhouette wird getrimmt, also überschüssiges Haar auf Rücken, unter den Ohren und am Bauch gekürzt.
Wesen und Auslastung
Der Cocker eignet sich als Jagd-, Spür-, Apportier- und Familienhund. Spürhundearbeit liegt ihm besonders, seine Nase ist sein wichtigstes Werkzeug.
Im Haus verhält sich ein ausgelasteter Cocker ruhig und unauffällig. Der Satz enthält die Bedingung: ausgelastet.
Plane deshalb Nasenarbeit fest ein. Futtersuchspiele im Gras, Dummyarbeit oder eine Fährte bringen mehr Ruhe als eine zusätzliche Stunde Spaziergang.
Zum Jagdverhalten gehört auch der Rückruf. Übe ihn von Anfang an mit Schleppleine, bevor der Hund die erste eigene Spur ausarbeitet.
Mit Kindern kommen Cocker meist gut zurecht. Sie sind kontaktfreudig und robust genug für Trubel, brauchen aber einen Rückzugsort, an den niemand nachkommt.
Pflege, besonders die Ohren
Die Behänge sind lang, tief angesetzt und dicht behaart. Sie schließen den Gehörgang ab, und darunter wird es warm und feucht.
Schau deshalb wöchentlich hinein. Riecht es säuerlich, ist der Gehörgang gerötet oder schüttelt dein Hund häufig den Kopf, gehört er in die Praxis.
Das Fell braucht regelmäßiges Bürsten, besonders hinter den Ohren, in den Achseln und an den Hosen. Dort verfilzt es zuerst.
Nach jedem Spaziergang lohnt der Blick zwischen die Zehen. Grannen setzen sich dort fest und wandern in die Haut.
Beim Fressen hängen die Behänge gern im Napf. Ein schmaler, hoher Napf oder ein Ohrenband hält sie sauber und spart dir das tägliche Auswaschen.
Rassetypische Erkrankungen
Beim English Cocker Spaniel tritt das kongenitale Vestibularsyndrom gehäuft auf, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen bis hin zur Taubheit. Außerdem neigen Cocker zu einer Lefzendermatitis, einer Entzündung in der Hautfalte an den Lefzen.
Diskutiert wird zudem die sogenannte Cockerwut, eine anfallsartige Aggressivität ohne erkennbaren Auslöser, gefolgt von völliger Erschöpfung. Rüden sind häufiger betroffen als Hündinnen.
Die Studienlage dazu ist uneinheitlich. Eine Halterbefragung von Podberscek und Serpell fand einfarbige Cocker aggressiver als gescheckte und rote am aggressivsten. Eine spätere Arbeit derselben Autoren kam zu dem Schluss, dass es sich möglicherweise gar nicht um ein eigenes Phänomen handelt.
Für dich als Halter heißt das: Nimm plötzliche Aggression ernst, aber sortiere sie nicht vorschnell unter einen Rassennamen ein. Schmerz, Angst und schlechte Erfahrungen erklären die meisten Fälle.
Der erste Weg führt in die Tierarztpraxis, der zweite zu einer Fachperson für Verhaltensmedizin. Beide brauchen von dir eine genaue Beschreibung der Situation, am besten mit Video.
English oder American Cocker Spaniel?
Es sind zwei getrennte Rassen. Der American Cocker Spaniel läuft bei der FCI unter Nr. 167, ebenfalls Gruppe 8, Sektion 2, Ursprungsland USA.
Der Amerikaner ist kleiner. Der Standard nennt für Rüden 38,1 Zentimeter mit einer Toleranz von 1,25 Zentimetern, für Hündinnen 35,56 Zentimeter, das Gewicht liegt bei 10 bis 12 Kilogramm.
Sichtbar unterscheiden sich vor allem Kopf und Fell: kürzere Schnauze, runderer Schädel und deutlich üppigeres Haarkleid beim Amerikaner. Der Engländer bleibt äußerlich näher am Jagdhund.
Der Pflegeaufwand steigt entsprechend. Ein American Cocker in voller Behaarung braucht regelmäßige Termine im Hundesalon, sonst verfilzt das Fell an Bauch und Beinen.
Innerhalb des English Cocker gibt es außerdem zwei Linien. Die Arbeitslinie ist kürzer behaart und deutlich lauffreudiger, die Ausstellungslinie schwerer und ruhiger. Frag beim Züchter nach, aus welcher Linie die Elterntiere stammen.
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Cocker Spaniel?
Rüden 39 bis 41 Zentimeter, Hündinnen 38 bis 39 Zentimeter bei 12,5 bis 14,5 Kilogramm.
Ist der Cocker Spaniel ein Anfängerhund?
Er ist freundlich und lernwillig, bleibt aber ein Jagdhund mit Ausdauer. Ohne Nasenarbeit und ohne Training am Rückruf wird es anstrengend.
Wie oft muss ich die Ohren kontrollieren?
Einmal pro Woche reicht, nach jedem Bad oder Schwimmen zusätzlich. Auffälligkeiten gehören in die Tierarztpraxis.
Was ist Cockerwut?
So wird eine anfallsartige, unvermittelte Aggressivität bezeichnet. Ob sie sich von gewöhnlichem Aggressionsverhalten unterscheidet, ist in der Forschung umstritten.
Haart ein Cocker Spaniel stark?
Er verliert Haare wie jeder Hund mit dichtem Fell. Regelmäßiges Bürsten und Trimmen halten die Menge in Grenzen.
Wie viel Bewegung braucht ein Cocker?
Zwei bis drei Stunden draußen am Tag, davon ein Teil mit Kopfarbeit. Reine Kilometer machen ihn fitter, nicht ruhiger.
Quellen
- English Cocker Spaniel – Wikipedia
- American Cocker Spaniel – Wikipedia
- FCI: Rassestandard Nr. 5 Cocker Spaniel
- The Kennel Club: Cocker Spaniel
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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Leonberger Hund: Rasseporträt, Größe, Wesen und Pflege
- Toy Pudel: Größe, Wesen und Pflege der kleinsten Pudel
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Von Marlene Kort, Redaktion hunde-gesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

Marlene teilt ihr Zuhause mit Hund und Katze unter einem Dach und schreibt über das, was im Alltag mit Tieren wirklich zählt. Wird es ernst, sagt sie das offen.

