Cavalier King Charles Spaniel, ein kleiner Gesellschaftshund aus FCI-Gruppe 9

Verschiedene Hunderassen: die 10 FCI-Gruppen im Überblick

Kurzantwort: Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkennt aktuell 353 Hunderassen an und ordnet sie in zehn Gruppen mit weiteren Sektionen, von Hüte- und Treibhunden über Terrier bis zu Windhunden. Deutschland ist Standard gebendes Land für 32 dieser Rassen. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) organisiert in Deutschland über 250 Rassen in eigenen Rassehunde-Zuchtvereinen.

„Verschiedene Hunderassen“ ist ein weites Feld — von 2-Kilogramm-Chihuahuas bis zu sehr großen Doggen reicht die Spannweite innerhalb derselben Tierart. Damit sich diese Vielfalt überhaupt sortieren lässt, arbeitet die FCI mit einem festen Gruppensystem, das jede Rasse nach Zuchtzweck einordnet, unabhängig von Mode oder Beliebtheit.

Wer verstehen will, warum ein Deutscher Schäferhund in einer anderen Gruppe steht als ein Dackel, findet die Antwort nicht im Aussehen, sondern in der ursprünglichen Arbeitsaufgabe der jeweiligen Rasse — ein Prinzip, das sich durch alle zehn FCI-Gruppen zieht und beim Kennenlernen neuer Rassen als Orientierung dient.

Wie die FCI Hunderassen einteilt

Die FCI ordnet jede anerkannte Rasse einer von zehn Gruppen zu, innerhalb der Gruppen zusätzlich einer Sektion. Maßgeblich ist dabei nicht die Größe des Hundes, sondern der historische Verwendungszweck der Rasse — ein Kriterium, das bei den Namen der Gruppen direkt sichtbar wird.

Dieses System stammt aus der internationalen Zusammenarbeit der Mitgliedsverbände: Jedes Ursprungsland reicht für seine Rassen einen Standardentwurf ein, den die FCI prüft und in ihre Nomenklatur aufnimmt. Der VDH ist als deutscher Verband Mitglied der FCI und für alle 32 aus Deutschland stammenden Rassen der offizielle Standardgeber.

Collie, ein Hütehund aus FCI-Gruppe 1
Der Collie zählt zur FCI-Gruppe 1, den Hüte- und Treibhunden. Foto: State Library of South Australia, CC BY 4.0

Die 10 FCI-Gruppen im Überblick

Gruppe 1 versammelt Hüte- und Treibhunde, also Rassen, deren Hauptaufgabe das Hüten oder Treiben von Nutzvieh war — etwa Schäferhunde und Collies. Gruppe 2 umfasst Pinscher, Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde. Gruppe 3 bündelt die Terrier, ursprünglich für die Jagd unter der Erde gezüchtet.

Gruppe 4 ist ausschließlich den Dachshunden vorbehalten, gezüchtet für die Arbeit unter dem Boden und zur Schweißarbeit. Gruppe 5 vereint Spitze und Hunde vom Urtyp, darunter nordische Schlitten-, Jagd- und Hütehunde. Gruppe 6 enthält Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen mit ausgeprägtem Jagdtrieb und feiner Nase.

Gruppe 7 stellt die Vorstehhunde, laut VDH die gebräuchlichsten und vielseitigsten Jagdhunde. Gruppe 8 fasst Apportier-, Stöber- und Wasserhunde zusammen. Gruppe 9 sind die Gesellschafts- und Begleithunde, zu denen etwa Pudel, Malteser und Cavalier King Charles Spaniel zählen. Gruppe 10 schließlich bilden die Windhunde, laut VDH unter den schnellsten Landtieren der Welt.

353 Rassen, 32 davon aus Deutschland

Nach aktuellem Stand erkennt die FCI 353 Hunderassen an. Deutschland ist für 32 davon das Ursprungs- beziehungsweise Standard gebende Land, darunter etwa der Deutsche Schäferhund, der Dobermann und der Rottweiler.

Cavalier King Charles Spaniel, ein kleiner Gesellschaftshund aus FCI-Gruppe 9
Der Cavalier King Charles Spaniel gehört zur FCI-Gruppe 9, den Gesellschafts- und Begleithunden. Foto: clevercupcakes, CC BY 4.0

Der VDH als deutscher Dachverband

Der VDH organisiert in Deutschland über 250 Hunderassen in eigenen Rassehunde-Zuchtvereinen. Jeder dieser Vereine überwacht die Zucht seiner Rasse über einen Zuchtwart, der Gesundheit und Abstammung der Elterntiere prüft — unabhängig davon, ob die Rasse groß oder klein, selten oder verbreitet ist.

Nicht jede in Deutschland gehaltene Rasse ist automatisch über den VDH organisiert: Manche Rassen werden nur von unabhängigen Vereinen außerhalb des VDH-Dachs betreut, andere sind wie der Bolonka Zwetna erst seit wenigen Jahren als nationale Rasse anerkannt. Wer eine seltene Rasse sucht, sollte deshalb vor dem Kauf gezielt prüfen, ob und über welchen Verband die Zucht in Deutschland tatsächlich organisiert ist.

Größe ist keine eigene FCI-Kategorie

Anders als man vermuten könnte, richtet sich die Einteilung in die zehn FCI-Gruppen nicht nach der Größe der Hunde. Ein Chihuahua aus Gruppe 9 und ein Deutscher Schäferhund aus Gruppe 1 haben nichts miteinander gemein außer der Art — während innerhalb einer einzigen Gruppe wie Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) sowohl der kleine Zwergspitz als auch der große Alaskan Malamute stehen. Wer nach Größe sucht, sollte deshalb zusätzlich zur FCI-Gruppe gezielt die Widerristhöhe im jeweiligen Rassestandard prüfen.

Wie sich die Sektionen innerhalb einer Gruppe unterscheiden

Innerhalb der zehn Gruppen sortiert die FCI zusätzlich in Sektionen, die die Rassen noch feiner unterscheiden. In Gruppe 2 etwa trennt die FCI zwischen Pinschern und Schnauzern, Molossoiden und Schweizer Sennenhunden — drei sehr unterschiedliche Bautypen unter demselben Gruppendach. Manche Sektionen verlangen zusätzlich eine Arbeitsprüfung, bevor eine Zuchtzulassung erteilt wird, andere nicht. Diese Angabe steht im jeweiligen FCI-Standard direkt unter der Sektionsbezeichnung.

Warum die Gruppen bei der Rassewahl helfen

Die FCI-Gruppe verrät oft mehr über den Alltag mit einem Hund als sein Aussehen. Ein Vorstehhund aus Gruppe 7 will arbeiten und jagen, ein Gesellschaftshund aus Gruppe 9 ist meist auf engen Familienanschluss ausgelegt. Wer vor der Rassewahl steht, kann sich an der Gruppe orientieren, statt sich allein am Erscheinungsbild zu entscheiden.

Praktisch bedeutet das: Wer keine Zeit für Fährtenarbeit oder Jagdtraining hat, sollte eher zurückhaltend bei Rassen aus den Gruppen 6, 7 und 8 sein, so attraktiv einzelne Vertreter auch aussehen mögen. Wer dagegen aktiv Hundesport betreiben will, findet in den Gruppen 1, 2 und 5 zahlreiche lernfreudige, arbeitsfreudige Kandidaten. Diese grobe Orientierung ersetzt nie den Blick in den einzelnen Rassestandard, spart aber bei der Vorauswahl viel Zeit.

Häufige Fragen

Wie viele Hunderassen gibt es laut FCI?

Aktuell 353, verteilt auf zehn Gruppen mit weiteren Sektionen.

Wie viele Rassen stammen aus Deutschland?

Deutschland ist Standard gebendes Land für 32 FCI-Rassen.

Wonach richtet sich die Einteilung in Gruppen?

Nach dem ursprünglichen Verwendungszweck der Rasse, nicht nach Größe oder Aussehen.

Sind alle Hunderassen weltweit von der FCI erfasst?

Nein, einige Länder und Verbände führen eigene, nicht FCI-anerkannte Rassen und Standards, etwa die russische RKF für den Bolonka Zwetna oder eigenständige US-amerikanische Zuchttypen ohne internationale Anerkennung.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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