Deutsche-Dogge-Welpe mit großen Pfoten liegt im Gras

Deutsche Dogge Welpen: Wachstum, Standard und Kaufberatung

Kurzantwort: Die Deutsche Dogge trägt die FCI-Standardnummer 235, Gruppe 2, Sektion 2.1, ohne Arbeitsprüfung. Der aktuelle Standard wurde am 21. August 2024 veröffentlicht. Rüden erreichen mindestens 80 cm Widerristhöhe, 90 cm sollten nicht überschritten werden; Hündinnen mindestens 72 cm, höchstens 84 cm. Der VDH beschreibt das Wesen als freundlich, anhänglich und sensibel gegenüber der Stimmung des Halters. Ein Welpe darf frühestens mit über acht Wochen abgegeben werden.

Ein Deutsche-Dogge-Welpe wirkt in den ersten Wochen wie ein normal großer Hundewelpe — nichts deutet darauf hin, dass daraus einer der größten Hunde der Welt wird.

Das ändert sich in atemberaubendem Tempo. Wer sich für die Rasse entscheidet, sollte wissen, was der Standard vorschreibt und was das rasante Wachstum für den Welpen bedeutet.

Was der Standard vorschreibt

Ursprungsland ist Deutschland. Als Verwendungszweck nennt die FCI Begleit-, Wach- und Schutzhund, die Klassifikation lautet Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molossoide), Sektion 2.1, ohne Arbeitsprüfung.

  • Rüden: Mindestgröße 80 cm, 90 cm sollten nicht überschritten werden
  • Hündinnen: Mindestgröße 72 cm, 84 cm sollten nicht überschritten werden
  • Fell: kurz, glatt, pflegeleicht

Vom Kriegshund zum Nationalhund

Die Wurzeln der Rasse reichen laut VDH bis zu assyrischen Jagd- und Kampfhunden zurück, über mittelalterliche Kriegshunde bis zur gezielten deutschen Zucht Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1880 ist die Bezeichnung „Deutsche Dogge“ offiziell festgelegt. Reichskanzler Otto von Bismarcks Vorliebe für die Rasse trug maßgeblich dazu bei, dass sie zum deutschen Nationalhund wurde.

Ausgewachsene fawnfarbene Deutsche Dogge ruht sich drinnen aus
Trotz seiner imposanten Größe ist der Ruhebedarf einer Deutschen Dogge hoch — ausgewachsene Hunde schlafen große Teile des Tages. Foto: Petful.com, CC BY 4.0

Wesen: sanft trotz der Größe

Der VDH beschreibt ein freundliches, liebevolles Wesen mit großer Anhänglichkeit gegenüber den eigenen Menschen. Zu den Kernmerkmalen zählen Selbstbewusstsein, Furchtlosigkeit, leichte Führbarkeit und eine hohe Reizschwelle. Zugleich gilt die Deutsche Dogge als sensibel und reagiert deutlich auf die Stimmung ihres Halters — ein Kontrast zu ihrer imposanten Erscheinung, der viele Halter überrascht.

Wachstum: das kritischste Jahr

Ein Doggenwelpe erreicht einen Großteil seiner endgültigen Größe bereits im ersten Lebensjahr, die vollständige Wachstumsphase kann sich aber bis zu zwei Jahre hinziehen. In dieser Zeit entscheidet sich, wie belastbar die Gelenke später sind: Sprünge aus dem Kofferraum, Treppenmärsche und lange Strecken am Stück gehören nicht in den Alltag eines wachsenden Welpen.

Auch beim Futter zählt Zurückhaltung statt Fülle. Ein zu schnell wachsender Welpe setzt Knochen und Bänder stärker unter Druck, als es für seine spätere Statur gut ist. Bei einer so tiefbrüstigen Rasse gehören außerdem mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen zu den Grundregeln, mit denen sich das Risiko einer Magendrehung senken lässt — einer akuten Notfallerkrankung, die bei großen, tiefbrüstigen Hunden häufiger auftritt.

Platzbedarf und Alltag

Ein ausgewachsener Doggen-Rüde bringt es auf 80 bis 90 cm Schulterhöhe — im Stehen reicht sein Kopf vielen Erwachsenen bis zur Hüfte. Das verlangt Platz: eine kleine Stadtwohnung ohne Auslauf in der Nähe passt schlechter zur Rasse als ein Haus mit Garten. Trotz der Größe ist die Dogge kein Hund, der stundenlang rennen will; ausgedehnte, ruhige Spaziergänge reichen ihr eher als intensiver Hundesport.

Worauf beim Züchter zu achten ist

Der Deutsche Doggen Club 1888 e.V. (DDC) ist der älteste Rassehundezuchtverein Deutschlands und arbeitet nach einer gemeinsam mit FCI und VDH abgestimmten Zuchtordnung. Mit rund 1.200 registrierten Welpen jährlich steht die Deutsche Dogge auf Platz neun der meistverkauften VDH-Rassen.

Frag beim Züchter gezielt nach Herz- und Gelenkuntersuchungen der Elterntiere. Bei einer Rasse dieser Größe wirkt sich jede unentdeckte Vorbelastung stärker aus als bei einem kleinen Hund, und ein im DDC organisierter Züchter kann entsprechende Befunde vorlegen. Achte außerdem darauf, wie der Wurf aufwächst: Welpen, die schon im Zwinger vielfältige Reize, Böden und Geräusche kennenlernen, tun sich mit der späteren Sozialisierung deutlich leichter.

Die ersten Wochen und die Impfungen

Die Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen; bis zur 20. Woche ist dem Welpen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson täglich zu gewähren. Für die Grundimmunisierung nennt die Kleintierklinik der LMU München bei Welpen unter 16 Wochen Parvovirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis ab der sechsten bis achten Woche, danach im Abstand von drei bis vier Wochen bis zur 16. Woche und erneut nach einem Jahr; Leptospirose ab der zwölften Woche zweimal, Tollwut einmal ab der zwölften Woche.

Sozialisierung mit Blick auf später

Ein Deutsche-Dogge-Welpe lernt in den ersten Monaten, wie er auf fremde Menschen und Situationen reagiert — und das bleibt, wenn er ausgewachsen 80 Kilogramm und mehr wiegt. Ruhiges Begrüßen ohne Anspringen, entspanntes Verhalten an der Leine im Gedränge und ein verlässlicher Rückruf gehören deshalb früh ins Training.

Genauso wichtig ist die Gewöhnung an Tierarztbesuche ohne Behandlung, an Autofahrten und an ungewohnte Untergründe. Ein Riese, der sich beim Tierarzt wehrt, ist für alle Beteiligten ein Problem — und bei einer Dogge kaum mit Kraft zu bändigen.

Ein Hinweis zum Preis

Ein Welpe aus einer im DDC organisierten Zucht mit untersuchten Elterntieren kostet mehr als ein Tier aus einem Inserat ohne Papiere. Über ein Hundeleben gerechnet relativiert sich der Unterschied: Futtermenge, Medikamentendosis und Narkosekosten richten sich nach dem Körpergewicht und liegen bei einer Rasse dieser Größe ohnehin deutlich höher als bei einem kleinen Hund. Als sehr große Rasse hat die Deutsche Dogge zudem im Schnitt eine kürzere Lebenserwartung als kleinwüchsige Hunde — ein Punkt, den Interessenten vor der Anschaffung kennen sollten.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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