Die größten Hunderassen – Höhe, Gewicht und Haltung

Kurz gesagt: Die größten Hunderassen sind die Deutsche Dogge, der Irische Wolfshund, der Englische Mastiff und der Bernhardiner. Die höchsten Tiere erreichen über 90 Zentimeter Schulterhöhe, die schwersten über 90 Kilogramm. Ihre Lebenserwartung liegt mit etwa 6 bis 10 Jahren deutlich unter der kleiner Rassen.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Die größten Rassen im Überblick

Deutsche Dogge. Rüden erreichen mindestens 80 Zentimeter Schulterhöhe, einzelne Tiere deutlich mehr. Die höchsten je gemessenen Hunde stammen aus dieser Rasse.

Irischer Wolfshund. Die größte Rasse nach Standardvorgabe — Rüden ab 79 Zentimetern, oft über 85. Schlanker gebaut als die Dogge.

Englischer Mastiff. Nicht der höchste, aber der schwerste. Gewichte über 90 Kilogramm sind belegt.

Bernhardiner. 70 bis 90 Zentimeter, massiv gebaut, ursprünglich als Rettungshund im Gebirge eingesetzt.

Leonberger, Neufundländer, Pyrenäenberghund, Kangal und Tibet-Dogge gehören ebenfalls in diese Gruppe.

Warum große Hunde kürzer leben

Es ist eine der auffälligsten Beobachtungen in der Hundekunde: Innerhalb der Art leben große Tiere kürzer als kleine — anders als zwischen Arten, wo größere Tiere meist älter werden.

Ein Chihuahua erreicht oft 15 bis 18 Jahre, eine Deutsche Dogge selten mehr als 8. Als Erklärung wird das schnellere Wachstum diskutiert: Große Rassen legen in einem Jahr das Vierzig- bis Sechzigfache ihres Geburtsgewichts zu.

Diese Wachstumsgeschwindigkeit belastet Knochen, Gelenke und Organe und wird mit einem höheren Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Was Haltung bedeutet

Platz. Ein liegender Bernhardiner nimmt eine Fläche ein, die in kleinen Wohnungen zum Problem wird. Auch Autos, Treppen und Türen müssen passen.

Futter. Große Rassen fressen entsprechend viel. Die Futterkosten liegen bei einem Vielfachen kleiner Hunde.

Tierarztkosten. Medikamente werden nach Gewicht dosiert, Narkosen sind aufwendiger. Eine Operation kostet bei einem 70-Kilo-Hund deutlich mehr als bei einem 10-Kilo-Hund.

Kraft. Ein Hund, der so viel wiegt wie ein Erwachsener, muss zuverlässig an der Leine gehen. Das ist keine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Sicherheit.

Alltag. Ein kranker Riese muss getragen werden können — oder man braucht Hilfe.

Das Wachstum

Große Rassen wachsen bis zum 18. bis 24. Lebensmonat, manche länger. In dieser Zeit sind Gelenke und Wachstumsfugen besonders empfindlich.

Daraus folgen klare Regeln für das erste Jahr: keine Treppen, kein Springen, kein langes Laufen neben dem Rad, kein Ballspiel mit abruptem Abbremsen.

Ebenso wichtig ist die Fütterung. Zu energiereiches Futter beschleunigt das Wachstum und erhöht das Risiko für Gelenkerkrankungen. Spezielle Futter für große Rassen sind darauf abgestimmt.

Typische Gesundheitsthemen

  • Hüft- und Ellenbogendysplasie
  • Magendrehung — ein akuter Notfall, dem große, tiefbrüstige Rassen besonders ausgesetzt sind
  • Herzerkrankungen, besonders die dilatative Kardiomyopathie
  • Knochentumoren
  • Arthrose im Alter

Die Magendrehung verdient besondere Aufmerksamkeit: Anzeichen sind ein aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen, Unruhe und Speicheln. Ohne sofortige Operation verläuft sie tödlich.

Das Wesen

Viele der großen Rassen gelten als ruhig und gelassen. Das täuscht über den Bedarf hinweg: Sie brauchen Bewegung, nur eben weniger intensiv und mit mehr Pausen.

Wichtiger als Auslastung ist bei ihnen die frühe Erziehung. Was ein Welpe darf, muss auch ein 70-Kilo-Hund dürfen — alles andere wird später nicht durchsetzbar.

Mehrere dieser Rassen sind ursprünglich Schutz- und Herdenschutzhunde. Kangal und Tibet-Dogge gehören in erfahrene Hände und sind in einigen Bundesländern besonderen Regeln unterworfen.

Rekorde und ihre Grenzen

Immer wieder gehen Meldungen über den größten Hund der Welt durch die Presse. Die anerkannten Rekorde betreffen meist Deutsche Doggen mit Schulterhöhen um 110 Zentimeter.

Solche Tiere sind Ausreißer, keine Zuchtziele. Extremes Wachstum geht regelmäßig mit gesundheitlichen Problemen einher, und die Lebenserwartung dieser Hunde ist oft besonders kurz.

Zuchtverbände arbeiten deshalb nicht auf maximale Größe hin, sondern auf einen Rahmen, der Gesundheit zulässt. Wer einen Welpen sucht, sollte skeptisch werden, wenn mit Übergröße geworben wird.

Vorbeugung gegen Magendrehung

  • Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen
  • Nach dem Fressen ein bis zwei Stunden Ruhe
  • Kein hastiges Schlingen — Anti-Schling-Näpfe helfen
  • Kein erhöhter Napf, entgegen älterer Empfehlungen
  • Bei Risikorassen: Gespräch über eine vorbeugende Magenanheftung

Die Magenanheftung kann bei Rassen mit hohem Risiko im Rahmen einer ohnehin nötigen Operation erfolgen. Ob sie sinnvoll ist, entscheidet die Tierarztpraxis nach Rasse und Vorgeschichte.

Der Alltag mit einem Riesen

Manches lässt sich vorher bedenken. Ein großer Hund braucht ein Auto mit ausreichendem Kofferraum und einer stabilen Transportbox oder einem geprüften Trenngitter.

Bei Reisen wird es enger: Viele Fluggesellschaften transportieren Hunde über einer bestimmten Größe nur als Fracht, manche Unterkünfte lehnen große Rassen ab, und in einigen Ländern gelten Einreisebeschränkungen für bestimmte Rassen.

Auch die Hundesteuer und die Haftpflichtversicherung unterscheiden sich je nach Kommune und Rasse. Beides gehört vor der Anschaffung geprüft.

Große Hunde aus dem Tierschutz

In Tierheimen warten überdurchschnittlich viele große Hunde. Sie werden seltener vermittelt, weil Interessenten Platz, Kraft und Kosten scheuen.

Für erfahrene Halter ist das eine Chance: Das Wesen erwachsener Tiere ist bekannt, die Wachstumsphase mit ihren Risiken ist vorbei, und viele dieser Hunde sind ruhig und gut erzogen.

Wichtig ist ein ehrlicher Blick auf die eigene Situation — körperlich, finanziell und über die kommenden Jahre.

Häufige Fragen

Welche Rasse ist die größte?

Nach Standard der Irische Wolfshund, die höchsten Einzeltiere sind Deutsche Doggen.

Welche ist die schwerste?

Der Englische Mastiff.

Wie alt werden große Hunde?

Etwa 6 bis 10 Jahre.

Warum leben sie kürzer?

Das schnelle Wachstum belastet den Körper.

Wie lange wachsen sie?

Bis zu 18 bis 24 Monate.

Was ist eine Magendrehung?

Ein lebensbedrohlicher Notfall, dem große Rassen besonders ausgesetzt sind.

Passen sie in eine Wohnung?

Mit genug Platz ja – Treppen sind das größere Problem.

Was kosten sie im Unterhalt?

Ein Vielfaches kleiner Hunde bei Futter und Tierarzt.

Wie groß war der größte Hund?

Anerkannte Rekorde liegen bei Doggen um 110 Zentimeter.

Wie beugt man einer Magendrehung vor?

Mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen.

Was ist im Alltag zu bedenken?

Autogröße, Transportbox, Unterkünfte und Versicherung.

Lohnt ein großer Hund aus dem Tierheim?

Für erfahrene Halter ja – das Wesen ist bereits bekannt.

Quellen

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