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Kurzantwort: Dem Berner Sennenhund am ähnlichsten sind die drei anderen Schweizer Sennenhunde: Grosser Schweizer Sennenhund, Appenzeller Sennenhund und Entlebucher Sennenhund. Sie teilen die Bauernhund-Herkunft und unterscheiden sich in Größe, Fell und Temperament.
Wer sich für einen Berner Sennenhund interessiert, stößt schnell auf die Frage nach ähnlichen Rassen. Das liegt nahe, denn der Berner ist Teil einer Gruppe von vier Schweizer Hunderassen mit gemeinsamer Herkunft. Alle vier wurden einst von Schweizer Bauern und Alpenhirten gehalten, den sogenannten Sennen.
In diesem Artikel stellen wir dir die drei anderen Sennenhundrassen vor und zeigen, worin sie sich vom Berner Sennenhund unterscheiden. So bekommst du einen Überblick, welche Rasse zu deinem Alltag passen könnte.

Was Sennenhunde gemeinsam haben
Der Name Sennenhund bezeichnet die Bauernhunde der Schweiz. Er leitet sich vom Senn ab, dem Alpenhirten. Es gibt vier Rassen, geordnet nach Größe: Grosser Schweizer Sennenhund, Berner Sennenhund, Appenzeller Sennenhund und Entlebucher Sennenhund.
Die ursprünglichen Hunde der Sennen sahen den heutigen Rassen kaum ähnlich. Gemeinsam waren nur der stämmige Körperbau und der kurze, breite Schädel. Auch die heute typischen Farben kamen vor, waren damals aber nur eine von mehreren Varianten. Die Standardisierung als eigene Rassen fand erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Um 1900 tauchte die Bezeichnung Sennenhund in keinem Hundebuch auf.
Aufgaben der Sennenhunde früher
Die Aufgaben der Sennenhunde waren vielfältig. Sie trieben Vieh auf die Hochweiden, bewachten die Herde und passten auf Haus und Hof auf. Dabei gab es eine klare Aufteilung nach Größe.
Die kleinen Rassen, Appenzeller und Entlebucher Sennenhund, wurden traditionell vor allem zum Treiben von Rinderherden eingesetzt. Die großen Rassen, Berner und Grosser Schweizer Sennenhund, dienten als Zug-, Wach- und Herdenschutzhunde. Zuchtziel war ein Verhalten, das zu dieser Funktion passte, unabhängig vom Aussehen. Mit der Ausrottung großer Raubtiere in den Alpen wurden Herdenschutzhunde weniger gebraucht. Durch die Wiederansiedlung von Wölfen ist ihr Einsatz aktuell wieder Forschungsgegenstand.
Grosser Schweizer Sennenhund
Der Grosse Schweizer Sennenhund ist die größte und schwerste der vier Sennenhundrassen. Er ist damit noch etwas kräftiger gebaut als der Berner Sennenhund.
Beide Rassen wurden historisch als Zug-, Wach- und Herdenschutzhunde eingesetzt. Das unterscheidet sie von den kleineren Sennenhunden, die eher zum Viehtreiben dienten. Optisch ähneln sich Grosser Schweizer und Berner Sennenhund in der dreifarbigen Zeichnung. Ein deutlicher Unterschied liegt im Fell: Der Grosse Schweizer hat kurzes Fell, der Berner Sennenhund ein längeres, halblanges Fell. Rüden erreichen 65 bis 72 cm Widerristhöhe, Hündinnen 60 bis 68 cm, beim Berner sind es 64 bis 70 cm und 58 bis 66 cm. Der Grosse Schweizer gilt als wachsamer Haus- und Hofhund mit mittlerem Temperament. Er meldet Besucher, bellt aber selten ohne Grund.
Appenzeller Sennenhund
Der Appenzeller Sennenhund gehört zu den kleineren Sennenhunderassen. Er wurde traditionell zum Treiben von Rinderherden eingesetzt, nicht zum Herdenschutz wie der Berner Sennenhund.
Diese unterschiedliche historische Aufgabe lässt sich als Anhaltspunkt für das Wesen nehmen: Treibhunde wurden auf ein anderes Verhalten gezüchtet als Wach- und Zughunde. Mit 52 bis 56 cm bei Rüden und 50 bis 54 cm bei Hündinnen ist der Appenzeller deutlich kleiner als der Berner. Sein kurzes, stockhaariges Fell ist sehr pflegeleicht. Er bewegt sich gern, braucht viel Beschäftigung und meldet als aufmerksamer Wächter gern und lautstark. Dafür lernt er schnell und lässt sich mit klarer, konsequenter Erziehung gut führen.

Entlebucher Sennenhund
Der Entlebucher Sennenhund ist die kleinste der vier Sennenhundrassen. Wie der Appenzeller wurde er traditionell zum Treiben von Rinderherden eingesetzt.
Damit unterscheidet er sich in seiner ursprünglichen Aufgabe deutlich vom Berner Sennenhund, der als Wach- und Zughund diente. Diese unterschiedliche Zuchtgeschichte kann sich im Alltag bemerkbar machen, etwa im Bewegungsdrang oder in der Reaktion auf Nutztiere. Er wird 44 bis 52 cm groß und 20 bis 30 kg schwer. Der Entlebucher ist sehr lebhaft, flink und temperamentvoll und braucht Beschäftigung, etwa Agility oder Fährtenarbeit. Seine Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren.
Wie sich die vier Rassen unterscheiden
Alle vier Sennenhunde stammen aus der gleichen Bauernhund-Tradition und teilen den Ursprung als Arbeitshunde in der Schweiz. Der Größenunterschied ist aber deutlich: vom Grossen Schweizer Sennenhund als größter bis zum Entlebucher als kleinster Rasse.
Ein zweiter wichtiger Unterschied liegt in der historischen Aufgabe. Berner und Grosser Schweizer Sennenhund waren Zug-, Wach- und Herdenschutzhunde. Appenzeller und Entlebucher Sennenhund waren Treibhunde für Rinder. Diese Aufgabenteilung prägte über Generationen das Zuchtziel, das in erster Linie auf passendes Verhalten zielte, nicht auf ein bestimmtes Aussehen. Wer eine Rasse sucht, die dem Berner ähnlich ist, aber kleiner und wendiger sein soll, findet in Appenzeller und Entlebucher Sennenhund interessante Alternativen. Wer die Größe und das ruhige Wach-Wesen behalten möchte, findet im Grossen Schweizer Sennenhund die naheliegendste Wahl.
Ursprung der Rassennamen
Interessant ist, wie zufällig manche Rassemerkmale entstanden sind. Ein Beispiel: Dem Richter Albert Heim fiel auf einer Ausstellung unter den Berner Sennenhunden ein besonders kurzhaariges, großes Exemplar von gutem Körperbau auf.
Solche Einzelfunde beeinflussten die spätere Standardisierung der Rassen mit. Das zeigt, dass die heutige klare Abgrenzung zwischen den vier Sennenhundrassen ein Ergebnis der Zuchtgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts ist, nicht ein von Anfang an feststehendes Konzept. Vorher gab es mehr Vielfalt in Fellfarbe und Körperbau innerhalb der Sennenhundpopulation.
Welche Rasse passt zu dir
Wenn du einen Berner Sennenhund magst und eine ähnliche, aber größere Rasse suchst, ist der Grosse Schweizer Sennenhund ein Ansatzpunkt. Wenn du dir einen kleineren Hund mit Sennenhund-Herkunft wünschst, lohnt ein Blick auf Appenzeller oder Entlebucher Sennenhund.
Bevor du dich für eine Rasse entscheidest, empfiehlt es sich, Zuchtvereine, Tierärzte oder erfahrene Halter zu befragen. So bekommst du ein vollständiges Bild, das über die reine Abstammung hinausgeht.
Häufige Fragen
Welche Rassen sind dem Berner Sennenhund am ähnlichsten?
Am nächsten verwandt sind die drei anderen Schweizer Sennenhunde: Grosser Schweizer Sennenhund, Appenzeller Sennenhund und Entlebucher Sennenhund. Alle vier stammen aus derselben Bauernhund-Tradition der Schweiz.
Was unterscheidet den Grossen Schweizer Sennenhund vom Berner?
Der Grosse Schweizer Sennenhund ist die größte und schwerste der vier Rassen. Zudem hat er kurzes Fell, während der Berner Sennenhund halblanges Fell trägt.
Sind Appenzeller und Entlebucher Sennenhund für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Beide waren Treibhunde für Rinder, sind sehr lebhaft und brauchen viel Bewegung und Beschäftigung. Wer Zeit für Hundesport und eine konsequente Erziehung mitbringt, kommt auch als Ersthalter zurecht. Für einen ruhigen Alltag passen sie weniger.
Woher kommt der Name Sennenhund?
Der Name leitet sich vom Senn ab, dem Schweizer Alpenhirten. Sennenhunde waren die Bauernhunde der Schweiz und übernahmen Wach-, Zug- und Treibaufgaben.
Seit wann gelten Sennenhunde als eigene Rassen?
Die Standardisierung der heutigen Sennenhunde erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts. Um 1900 tauchte die Bezeichnung Sennenhund in keinem Hundebuch auf.
Quellen
- Sennenhund
- Alle Sennenhunde: Hunderassen Übersicht
- Verwandte Rassen – berner-vom-geildorfer-bachs Webseite!
- Schweizer Sennenhunde: Rassen im Überblick
- Appenzeller Sennenhund – Wikipedia
- Entlebucher Sennenhund – Wikipedia
- Grosser Schweizer Sennenhund – Wikipedia
Geschrieben von Marlene Kort fuer hunde-gesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

Marlene teilt ihr Zuhause mit Hund und Katze unter einem Dach und schreibt über das, was im Alltag mit Tieren wirklich zählt. Wird es ernst, sagt sie das offen.

