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Kurzantwort: Wikipedia führt 61 Hunderassen mit Ursprung in Nord- oder Südamerika, darunter Alaskan Malamute, American Bulldog, Boston Terrier und Chihuahua. Besonders bekannt: Der Australian Shepherd trägt trotz seines Namens keine australischen Wurzeln, sondern wurde in den USA gezüchtet, sein erstes Zuchtbuch entstand 1957 in Arizona.
Der Name einer Hunderasse verrät nicht immer, wo sie wirklich entstanden ist. Beim Australian Shepherd zum Beispiel führt er komplett in die Irre.
Diese Übersicht stellt Rassen vor, deren Geschichte tatsächlich in den USA beginnt – und räumt mit einem hartnäckigen Missverständnis auf.
Was „amerikanische Hunderasse“ hier bedeutet
Wikipedia führt in der Kategorie „Amerikanische Hunderasse“ insgesamt 61 Hunderassen aus Nord- und Südamerika. Dabei weist die Enzyklopädie selbst darauf hin, dass Rassen durchaus mehreren Erdteilen zugeordnet werden können, weil Herkunft und Zuchtbuch manchmal in unterschiedlichen Ländern liegen. Innerhalb dieser Kategorie unterscheiden sich die Rassen stark: Manche gehen auf Hunde zurück, die europäische Siedler mitbrachten und in Nordamerika gezielt weiterzüchteten, andere auf Hunde, die schon vor der Ankunft der Europäer mit indigenen Völkern Nord- und Südamerikas lebten.
Schlittenhunde aus Alaska: der Alaskan Malamute
Der Alaskan Malamute zählt zu den ursprünglichsten amerikanischen Rassen. Er wurde von den Inuit in Alaska als robuster Schlittenhund für den Transport schwerer Lasten gezüchtet und ist eng mit der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner verbunden. Die FCI ordnet ihn in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp) ein. Anders als der leichtere, auf Renngeschwindigkeit gezüchtete Siberian Husky war der Malamute von Anfang an auf das Ziehen schwerer Lasten über lange Strecken ausgelegt, nicht auf Tempo.
Der Australian Shepherd kommt trotz seines Namens aus den USA
Kaum eine Rasse zeigt so deutlich, wie irreführend Namen sein können: Der Australian Shepherd wurde tatsächlich in den USA entwickelt. Der Legende nach brachten baskische Schafhirten um 1800 auf dem Weg von Australien nach Amerika entsprechende Hunde mit. Das erste Zuchtbuch gründete der Australian Shepherd Club of America 1957 in Arizona, die FCI erkannte die Rasse erst 1996 offiziell an. Bis dahin hatte sich der Australian Shepherd in den USA bereits über Jahrzehnte als Hütehund auf Rinder- und Schafranches bewährt, lange bevor er auch außerhalb der Landwirtschaft als Familien- und Sporthund populär wurde.
Weitere Rassen mit US-Wurzeln
Zu den amerikanischen Rassen zählen außerdem der American Bulldog und der Boykin Spaniel, der ursprünglich aus dem US-Bundesstaat South Carolina stammt. Der Chesapeake Bay Retriever wurde an der US-Ostküste als Apportierhund für die Jagd auf Wasservögel gezüchtet, sein dichtes, öliges Fell schützt ihn dabei vor kaltem Wasser. Auch der American Eskimo Dog zählt trotz seines Namens zu den genuin amerikanischen Rassen: Er geht auf deutsche und weitere europäische Spitze zurück, die Einwanderer mitbrachten, und wurde in den USA als eigenständige Rasse weiterentwickelt. Der Rat Terrier wiederum entstand im ländlichen Amerika des 19. Jahrhunderts als kleiner, robuster Hof- und Rattenfänger-Hund.
Der Boston Terrier: ein „Gentleman“ aus Massachusetts
Der Boston Terrier entstand in den 1870er-Jahren in den USA aus der Verpaarung des inzwischen ausgestorbenen Weißen Englischen Terriers mit der Englischen Bulldogge, später kamen auch Französische Bulldoggen hinzu. 1878 wurde die Rasse auf einer Ausstellung in Boston vorgestellt, 1891 erhielt sie vom American Kennel Club ihren heutigen Namen. Wegen seines ausgeglichenen, freundlichen Wesens wird der Boston Terrier oft als „Gentleman unter den Hunden“ bezeichnet. Er gilt als eine der ersten Rassen, deren Zuchtbuch von Anfang an in den USA selbst geführt wurde, statt auf einen europäischen Standard zurückzugreifen – ein Unterschied zu vielen anderen amerikanischen Rassen, die zunächst als regionale Schläge ohne festen Standard existierten, bevor Zuchtvereine sie später formal anerkannten.
Warum nicht jede beliebte US-Rasse dort auch entstanden ist
Nicht jede Rasse, die in den USA populär ist oder dort ihr Zuchtbuch führt, stammt auch ursprünglich von dort. Der Chihuahua etwa gilt als in Mexiko entstanden, auch wenn er heute stark mit den USA assoziiert wird. Das zeigt: Popularität in einem Land und tatsächliche Zuchtherkunft sind zwei verschiedene Dinge. Umgekehrt gibt es Rassen, deren Wurzeln zweifelsfrei in den USA liegen, die dort aber kaum noch verbreitet sind, weil sich ihr ursprünglicher Einsatzzweck – etwa als spezialisierter Jagdhund für eine bestimmte Region – im modernen Alltag kaum noch stellt.
Der Chihuahua: kleinste Rasse mit mexikanischen Wurzeln
Der Chihuahua ist nach dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua benannt, wo westliche Reisende die Rasse um 1850 kennenlernten. Die FCI führt ihn in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 6, und beschreibt ihn als kleinste Hunderasse der Welt: Das Idealgewicht liegt zwischen 1,5 und 3 Kilogramm, akzeptiert werden auch Tiere zwischen 500 Gramm und 1,5 Kilogramm. Der Rassestandard kennt eine kurzhaarige und eine langhaarige Variante. Woher der Chihuahua ursprünglich abstammt, ist nicht abschließend geklärt – eine verbreitete Theorie sieht ihn als Nachfahren des Techichi, eines Begleithunds im vorspanischen Mexiko.
Wie vielfältig amerikanische Rassen sind
Von kleinen Begleithunden bis zu kräftigen Arbeitshunden für Kälte und Schnee deckt die Liste amerikanischer Rassen ein breites Spektrum ab. Wer sich für eine dieser Rassen interessiert, findet über Rasseclubs und den VDH konkrete Ansprechpartner in Deutschland.
Auch Südamerika zählt zu den amerikanischen Rassen
Die Wikipedia-Kategorie führt nicht nur nordamerikanische Rassen, sondern auch Hunde aus Südamerika. Der Dogo Argentino stammt aus Argentinien, wo er ursprünglich für die Jagd auf Großwild gezüchtet wurde, der Fila Brasileiro aus Brasilien. Innerhalb Nordamerikas zählen auch weniger bekannte Landrassen dazu: Der Carolina Dog wurde erst in den 1970er-Jahren vom Ökologen I. Lehr Brisbin Jr. an einem abgelegenen Flusslauf in South Carolina wissenschaftlich beschrieben, seit 1995 erkennt ihn der amerikanische United Kennel Club als eigene Rasse an. Der Catahoula Leopard Dog aus Louisiana trägt seit 1979 den offiziellen Titel „Staatshund von Louisiana“.
Quellen
- Wikipedia: Kategorie Amerikanische Hunderasse
- Wikipedia: Australian Shepherd
- Wikipedia: Boston Terrier
- Wikipedia: Chihuahua (Hunderasse)
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








