Cavalier King Charles Spaniel sitzt aufmerksam

Begleithunde: Diese Rassen zählt die FCI-Gruppe 9

Kurzantwort: Der Weltdachverband FCI teilt Hunderassen in zehn Gruppen ein. Gruppe 9 umfasst die Gesellschafts- und Begleithunde – Rassen, die anders als etwa Hüte- oder Jagdhunde nicht für eine bestimmte Arbeitsfunktion gezüchtet wurden, sondern vor allem als Sozialpartner des Menschen. Dazu zählen unter anderem Pudel, Chihuahua, Malteser, Havaneser und Cavalier King Charles Spaniel.

Nicht jede Hunderasse wurde für eine bestimmte Aufgabe wie Hüten, Jagen oder Bewachen gezüchtet. Eine ganze FCI-Gruppe ist ausschließlich Rassen gewidmet, deren eigentliche „Funktion“ das Zusammenleben mit Menschen ist.

Diese Übersicht zeigt, welche Rassen dazugehören und was sie im Alltag auszeichnet.

Was Begleithunde von anderen Gruppen unterscheidet

Gesellschaftshunde haben laut FCI-Systematik vor allem die Aufgabe, dem Menschen Gesellschaft zu leisten und als Sozialpartner zu dienen. Anders als Vorstehhunde, Hütehunde oder Schweißhunde wurden sie also nicht für eine spezifische Arbeitsfunktion gezüchtet, sondern in erster Linie als Begleiter des Menschen. Das bedeutet nicht, dass diese Rassen historisch bedeutungslos waren: In vielen Fällen erfüllten Gesellschaftshunde eine soziale Funktion an Höfen und in wohlhabenden Haushalten, etwa als Statussymbol, Wärmespender oder schlicht als tägliche Gesellschaft – eine Aufgabe, die bis heute ihren Kern ausmacht.

Die FCI-Systematik: zehn Gruppen, eine für Begleithunde

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI), der internationale Dachverband des Rassehundewesens, ordnet alle anerkannten Rassen zehn Gruppen zu. Der VDH als deutscher Mitgliedsverband übernimmt diese Systematik, sodass die Gruppeneinteilung in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheitlich gilt und sich Zuchtbücher, Ausstellungen und Wesenstests an denselben Kategorien orientieren. Gruppe 9 trägt die offizielle Bezeichnung „Gesellschafts- und Begleithunde“.

Bekannte Rassen der Gruppe 9

Zu den bekanntesten Vertretern zählen der Pudel, der Chihuahua, der Malteser, der Havaneser, der Cavalier King Charles Spaniel, der Shih Tzu, der Bichon Frisé, der Papillon und die Französische Bulldogge. Die Charaktere innerhalb der Gruppe unterscheiden sich dabei durchaus: Der Bichon Frisé gilt als besonders verspielt und menschenbezogen, der Shih Tzu eher als gelassen und selbstbewusst, während der Papillon durch Aufmerksamkeit und Wendigkeit auch im Hundesport auffällt. Die Größe reicht dabei von sehr kleinen Rassen wie dem Chihuahua bis zu mittelgroßen Rassen wie dem Pudel in seiner Großvariante. Manche dieser Rassen haben zusätzlich eine lange Geschichte als Hofstaat- oder Schoßhunde europäischer und asiatischer Adelshäuser hinter sich, etwa der Pekingese am chinesischen Kaiserhof oder der Cavalier King Charles Spaniel, benannt nach dem englischen König Charles II., der die Rasse bevorzugt am Hof hielt.

Warum diese Hunde oft für die Stadt geeignet sind

Weil Begleithunde nicht auf eine bestimmte Arbeitsfunktion hin gezüchtet wurden, kommen viele Rassen dieser Gruppe mit weniger Beschäftigung im Sinne klassischer Arbeitsaufgaben aus als etwa Hütehunde. Das macht sie bei Haltern in Wohnungen und Städten beliebt, ersetzt aber nicht den Bedarf an täglicher Bewegung und geistiger Auslastung.

Was Begleithunde trotzdem brauchen

Auch wenn der Name es nicht vermuten lässt, sind Begleithunde keine reinen Schoßhunde ohne Ansprüche. Viele Rassen dieser Gruppe sind aufmerksam, lernfreudig und möchten aktiv am Alltag ihrer Menschen teilhaben. Spaziergänge, Beschäftigung und soziale Kontakte zu anderen Hunden gehören genauso dazu wie bei jeder anderen Rasse. Wird ein Begleithund unterfordert, zeigt sich das häufig nicht durch offensichtliche Zerstörungswut wie bei manchen Arbeitshunderassen, sondern durch subtilere Anzeichen wie übermäßiges Bellen, Anhänglichkeit bis zur Trennungsangst oder Unruhe in der Wohnung.

Von winzig bis mittelgroß: die Bandbreite der Gruppe

Innerhalb der Gruppe 9 liegen Welten zwischen den einzelnen Rassen. Der Chihuahua zählt zu den kleinsten Hunderassen der Welt, während der Großpudel bereits über 45 Zentimeter Widerristhöhe erreicht. Auch beim Fell reicht die Spanne von kurzhaarig und pflegeleicht bis zu aufwendig zu pflegendem Langhaar, wie es Malteser oder Havaneser mitbringen. Wer sich für einen Begleithund entscheidet, sollte deshalb nicht nur auf die Gruppenzugehörigkeit schauen, sondern die einzelne Rasse genau betrachten.

Die elf Sektionen der Gruppe 9 im Überblick

Die FCI unterteilt Gruppe 9 in elf Sektionen, die verwandte Rassen zusammenfassen. Sektion 1 vereint Bichons und verwandte Rassen wie Bichon Frisé, Bologneser, Havaneser, Malteser und Coton de Tuléar. Sektion 2 ist ausschließlich dem Pudel in seinen vier Größen vorbehalten. Sektion 3 umfasst kleine belgische Rassen wie den Griffon Bruxellois, Sektion 4 haarlose Hunde wie den Chinesischen Schopfhund. Tibetanische Rassen – etwa Lhasa Apso und Shih Tzu – bilden Sektion 5, der Chihuahua allein Sektion 6. Englische Gesellschaftsspaniel wie der Cavalier King Charles Spaniel stehen in Sektion 7, japanische Spaniel und der Pekingese in Sektion 8. Sektion 9 gehört dem Kontinentalen Zwergspaniel, zu dem der Papillon zählt, Sektion 10 allein dem Kromfohrländer. Kleine doggenartige Hunde wie Mops und Französische Bulldogge schließen die Systematik in Sektion 11 ab.

Der Kromfohrländer: eine deutsche Nachkriegsrasse

Anders als viele traditionsreiche Rassen der Gruppe 9 ist der Kromfohrländer noch jung. Seinen Ursprung nahm er 1945, als ein herrenloser Rüde im Siegerland von Ilse Schleifenbaum aufgenommen und mit der stammbaumlosen Foxterrier-Hündin der Nachbarn verpaart wurde. Aus den gesunden Welpen dieser Verpaarung entwickelte Schleifenbaum gezielt eine eigene Rasse, die der VDH 1955 offiziell anerkannte. Der Name geht auf die Flurbezeichnung „Krumme Furche“ bei Siegen zurück, plattdeutsch „Krom Fohr“.

Wie man die passende Rasse findet

Innerhalb der Gruppe 9 unterscheiden sich die Rassen deutlich in Größe, Fellpflege und Temperament. Wer sich für einen Begleithund interessiert, findet im VDH-Rasselexikon Portraits der einzelnen Rassen und Kontakt zu anerkannten Zuchtvereinen. Sinnvoll ist außerdem ein Besuch auf einer Hundeausstellung oder einem Rassehundetag, wo sich mehrere Vertreter einer Rasse gleichzeitig erleben lassen – ein direkter Eindruck, der eine reine Rassebeschreibung im Internet nie ganz ersetzen kann. Auch der Austausch mit bestehenden Haltern über Rasseforen oder lokale Ortsgruppen der Zuchtvereine gibt einen realistischeren Einblick in den Alltag mit einer bestimmten Rasse als eine allgemeine Wesensbeschreibung.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.

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