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Kurzantwort: Der Chow-Chow trägt die FCI-Standardnummer 205, geführt in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze), ohne Arbeitsprüfung. Rüden erreichen 48 bis 56 cm Widerristhöhe, Hündinnen 46 bis 51 cm. Sein Markenzeichen ist die bläulich-schwarze Zunge. Der Standard beschreibt sein Wesen als ruhig, sehr wachsam, eigenwillig und treu, Fremden gegenüber zurückhaltend. Wer einen Welpen kauft, sollte beim Züchter gezielt nach freien Lidbefunden fragen, denn ein erblich bedingtes Entropium tritt bei der Rasse gehäuft auf.
Fotos zeigen den Chow-Chow oft als plüschigen Teddybären mit Löwenmähne. Der Charakter dahinter ist eigenständiger, als das Bild vermuten lässt.
Ursprünglich diente er in China als Wach-, Jagd- und Zughund und wurde erst spät zum reinen Begleithund. Diese Geschichte prägt bis heute, wie er sich Menschen gegenüber verhält.
Herkunft: über 2000 Jahre in China
Historische Aufzeichnungen belegen Hunde mit Chow-Chow-typischen Merkmalen bereits im 11. Jahrhundert vor Christus. Die Rasse ist eng mit nordischen Spitzen und Mastiff-artigen Typen verwandt und diente in China als Wach-, Jagd- und Hütehund, bevor sie in wohlhabenden Kreisen zum Luxushund wurde.
Nach Europa kam der Chow-Chow 1880. In England begann die gezielte Zucht 1887, der britische Kennel Club erkannte die Rasse 1894 an. Wegen der langen Abschottung Chinas blieb sie im Westen zunächst eine Randerscheinung — laut FCI-Standard fand sie in Großbritannien vor rund 1920 kaum Beachtung.
Genetische Untersuchungen deuten zudem auf eine frühe Beimischung von Wolfslinien in der Ahnenreihe des Chow-Chow hin — ein Hinweis auf sein hohes Alter unter den heutigen Hunderassen.
FCI-Standard Nr. 205: Maße und Einordnung
Ursprungsland ist China, Patronatsland Großbritannien. Der aktuell gültige Standard wurde am 13. Oktober 2010 veröffentlicht. Die FCI führt den Chow-Chow in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze), ohne Arbeitsprüfung.
- Rüden: 48 bis 56 cm Widerristhöhe
- Hündinnen: 46 bis 51 cm Widerristhöhe

Blaue Zunge und dichtes Fell
Kein anderer Hund trägt serienmäßig eine bläulich-schwarze Zunge — der Standard nennt sie als eines der prägenden Rassemerkmale. Das Fell wächst in einer lang- und einer kurzhaarigen Variante, beide dicht und abstehend, mit üppiger Halskrause bei der Langhaarform.
Wissenschaftlich interessant: Beim Chow-Chow sind kleinere rote Blutkörperchen (Mikrozytose) ein normaler, rassetypischer Befund und kein Krankheitszeichen. Ein Tierarzt, der das Blutbild nicht kennt, könnte es sonst fälschlich als Anämie deuten.
Wesen: wachsam, eigenwillig, treu
Der Standard beschreibt den Chow-Chow als ruhig und sehr wachsam, eigenwillig, treu zu seinen Menschen und Fremden gegenüber zurückhaltend. Im Alltag zeigt sich das als enge Bindung an die Familie bei gleichzeitiger Distanz zu Besuchern — ein guter Wächter, aber kein Kuschelhund für jeden.
Frühe, konsequente Sozialisierung entscheidet, ob aus dieser Zurückhaltung Gelassenheit oder Misstrauen wird. Der Chow-Chow lernt schnell, lässt sich aber nicht durch bloße Wiederholung motivieren — er braucht einen erkennbaren Sinn in der Übung.
Chow-Chow-Welpen kaufen: worauf achten
Ein Wurf sollte nur bei einem Züchter besichtigt werden, der Zuchtbuchpapiere, HD-Befunde der Elterntiere und einen Blick auf die Mutterhündin ermöglicht. Weil die runde, plüschige Optik stark nachgefragt wird, tummeln sich auch bei dieser Rasse Vermehrer im Markt, die auf Fellfülle statt Gesundheit selektieren.
Eine gezielte Nachfrage lohnt sich: Wie sehen die Augenlider der Elterntiere aus, gab es in der Linie bereits operierte Entropien? Ein Züchter, der offen über solche Befunde spricht, verdient mehr Vertrauen als einer, der nur makellose Fotos zeigt.
Der Kaufpreis allein sagt wenig über die Qualität einer Zucht aus. Aussagekräftiger sind nachvollziehbare Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und die Bereitschaft des Züchters, auch nach dem Kauf für Rückfragen erreichbar zu bleiben.
Seriöse Züchter geben ihre Welpen frühestens mit acht Wochen ab, lassen sie vorab chippen und tierärztlich untersuchen und stellen einen EU-Heimtierausweis aus. Wer einen Welpen ohne diese Unterlagen angeboten bekommt, hat es in aller Regel nicht mit einem verantwortungsvollen Zuchtbetrieb zu tun.
Gesundheit: Entropium im Fokus
Rassen mit viel Stirn- und Gesichtshaut neigen zu einer speziellen Form des Entropiums: Die Stirnhaut drückt das Oberlid nach unten, Wimpern reiben auf der Hornhaut. Die Qualzucht-Evidenz-Datenbank QUEN führt den Chow-Chow ausdrücklich unter den Rassen, bei denen diese angeborene Lidfehlstellung durch exzessiv gefaltete Stirnhaut vorkommt, und stuft sie je nach Schwere in Belastungskategorie 2 bis 3 ein.
Betroffene Tiere sollten nicht in der Zucht eingesetzt werden. Für Käufer heißt das: Elterntiere möglichst vor Ort ansehen, auf tränende oder blinzelnde Augen achten und im Zweifel nachfragen, ob ein Tierarzt die Lider je untersucht hat.
Auch außerhalb der Augen lohnt der Blick auf die Fellhaut: Tief liegende Hautfalten am Kopf begünstigen Feuchtigkeitsstau und Reizungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden.
Für wen passt ein Chow-Chow?
Die eigenwillige, zurückhaltende Art macht den Chow-Chow zu einer Rasse für erfahrene Halter, die klare Strukturen ohne Druck vermitteln können. Kinder im Haushalt sind kein Ausschlusskriterium, verlangen aber klare Regeln auf beiden Seiten — ein Hund, der sich bedrängt fühlt, zeigt das deutlich und früh.
Mehrhundehaltung gelingt am ehesten mit gegengeschlechtlichen Partnern und langsamer Eingewöhnung, da der Chow-Chow gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen wenig kompromissbereit ist.
Fellpflege und Alltag
Das dichte, aufrechtstehende Fell verfilzt ohne regelmäßige Pflege schnell, besonders im Bereich der Halskrause und Hosen. Zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten mit einer stabilen Unterwollbürste hält das Fell in Ordnung, im Fellwechsel reicht das oft nicht mehr aus.
Bewegung braucht der Chow-Chow in moderatem, nicht endlosem Umfang — kurze, konzentrierte Spaziergänge mit Kopfarbeit passen besser zu seinem Naturell als stundenlanges Hetzen neben dem Rad.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 205: Chow-Chow, publiziert 13. Oktober 2010
- Wikipedia: Chow-Chow
- QUEN Qualzucht-Datenbank: Merkblatt Entropium beim Hund
- Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): Welpenkauf
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.








