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Kurzantwort: „Amerikanische Dackel“ sind keine eigenständige FCI-Rasse. Der Dachshund trägt die FCI-Standardnummer 148, Ursprungsland Deutschland, aktueller Standard publiziert am 25.05.2021 – gezüchtet in drei Größen (Teckel, Zwergteckel, Kaninchenteckel) und drei Haararten, also neun Varietäten. Der amerikanische Rasseverband AKC kennt dagegen nur zwei Größenklassen, Standard und Miniature, und lässt Farbschläge wie das gefleckte Piebald-Muster in der Zucht zu, ohne sie offiziell in den Show-Standard aufzunehmen. Wer einen Welpen aus den USA importieren will, braucht ein amtlich bestätigtes EU-Gesundheitszeugnis und muss die Tollwut-Wartezeiten einhalten – frühestens mit 15 Lebenswochen ist die Einreise nach EU-Recht möglich.
Der Suchbegriff „Amerikanischer Dackel“ klingt nach einer eigenen Rasse. Ist er nicht. Gemeint ist in aller Regel ein Dachshund, der nach dem Zuchtverständnis und den Farbvorlieben des amerikanischen Marktes gezüchtet wurde – mit denselben Genen, aber anderen Maßstäben.
Wer sich vor dem Kauf informiert, tut gut daran, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden: dem offiziellen deutschen FCI-Standard, an dem sich hiesige Züchter orientieren, und dem amerikanischen AKC-Standard, der andere Größenklassen und eine andere Zuchtkultur kennt.
Was steckt hinter dem Begriff „Amerikanischer Dackel“?
Eine von der FCI anerkannte Rasse namens „Amerikanischer Dackel“ existiert nicht. Der Begriff wird umgangssprachlich für Dachshunde verwendet, die aus US-amerikanischen Zuchtlinien stammen oder nach dem Standard des American Kennel Club (AKC) gezüchtet und oft mit auffälligen Farbschlägen beworben werden. Genetisch ist es derselbe Hund wie der deutsche Teckel – die Unterschiede liegen im Zuchtstandard, nicht in der Art.
Der deutsche Standard: FCI Nr. 148 mit neun Varietäten
Der Dachshund trägt die FCI-Standardnummer 148, Ursprungsland Deutschland, aktueller Standard publiziert am 25.05.2021. Der älteste Zuchtverein ist der Deutsche Teckelklub 1888 e.V. Gezüchtet wird die Rasse laut Standard seit Jahrzehnten in drei Größen – Teckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel – sowie in drei Haararten: Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar. Macht neun Varietäten, jede mit eigener Zuchtzulassung nach Brustumfang beziehungsweise Gewicht.
Der Standard beschreibt den Dachshund als vielseitigen Jagdgebrauchshund, geeignet für die Arbeit über und unter der Erde, mit ausgeglichenem, freundlichem Wesen – „weder ängstlich noch aggressiv“, wie es im Standardtext heißt.
Der US-Standard: nur zwei statt drei Größen
Der AKC züchtet und zeigt den Dachshund in nur zwei Größenklassen: Standard und Miniature. Miniature ist dabei keine eigene Klassifikation, sondern eine Gewichtsklasse für Hunde ab zwölf Monaten mit 11 Pfund (rund 5 kg) oder weniger. Standard-Dachshunde wiegen laut AKC meist zwischen 16 und 32 Pfund, umgerechnet etwa 7 bis 14,5 kg.
Die dritte deutsche Größe, der Kaninchenteckel, hat im amerikanischen System kein direktes Gegenstück. Wer einen besonders kleinen „amerikanischen Dackel“ angeboten bekommt, kauft nach AKC-Logik einen Miniature – nicht zwangsläufig einen Kaninchenteckel nach FCI-Maßstab.
Farben: warum Piebald in den USA populär ist
In den USA hat sich in den vergangenen Jahren besonders die Piebald-Zeichnung verbreitet: farbige Flecken auf weißem Untergrund, oft mit auffälligen Abzeichen im Gesicht. Zahlreiche amerikanische Züchter haben sich gezielt auf diese Farbvarianten spezialisiert, weil die Nachfrage entsprechend hoch ist.
Ein Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu: Piebald ist zwar bei vielen Zuchtverbänden als Farbschlag zugelassen, steht aber nicht im offiziellen AKC-Show-Standard für den Ring. Extreme Piebald-Ausprägungen und Tiere mit blauen Augen werden von seriösen Verbänden gar nicht erst als Zuchttiere anerkannt. Wer wegen der Farbe kauft, sollte das von der Rassequalität trennen – ein Piebald-Dackel ist optisch auffällig, aber standardtechnisch kein „besserer“ oder „reinerer“ Dachshund.
Einreise: Was ein Welpenimport aus den USA voraussetzt
Die USA gelten EU-rechtlich als gelistetes Drittland mit zufriedenstellendem Tollwutstatus. Für die Einreise mit einem Welpen aus den USA nach Deutschland gelten trotzdem feste Regeln: Die Tollwutimpfung ist frühestens mit zwölf Lebenswochen zulässig, danach müssen 21 Tage vergehen, bis der Impfschutz als vollständig gilt. Damit ist die frühestmögliche Einreise eines ungeimpft geborenen Welpen erst mit 15 Lebenswochen möglich.
Nötig sind außerdem ein EU-Heimtierausweis mit Eintrag von Impfung, Kennzeichnung und Tierbeschreibung, ein Mikrochip sowie – weil die USA ein Drittland sind – eine grenztierärztliche Einfuhruntersuchung an einer Grenzkontrollstelle. Reist der Welpe nicht im Rahmen einer privaten Reise, sondern wird gewerblich eingeführt oder verkauft, greifen zusätzlich Handelsvorschriften, die eine private Einfuhr nicht abdeckt.
Risiko Vermehrer: worauf Käufer bei jedem Auslandskauf achten sollten
Tierschutzorganisationen warnen unabhängig vom Herkunftsland grundsätzlich vor dem Kauf von Welpen, die der Käufer vorher nicht bei der Mutter und in der Aufzuchtumgebung gesehen hat. Der Handel mit Welpen aus dubiosen Vermehrungsbetrieben ist vor allem für osteuropäische Länder dokumentiert, das zugrunde liegende Warnsignal gilt aber für jeden Ferntransport: keine Besichtigung vor Ort, keine Gesundheitspapiere, ein Preis, der auffällig unter dem marktüblichen liegt.
Wer einen Welpen aus den USA holen will, sollte deshalb auf einen Zuchtverein mit AKC-Anbindung bestehen, Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere einfordern und den Züchter – wenn nicht persönlich, dann per Videocall – in seiner tatsächlichen Zuchtumgebung sehen wollen. Ein Züchter, der das verweigert, ist kein Grund, den Import trotzdem durchzuziehen.
Was das für den Kauf bedeutet
Ein „amerikanischer Dackel“ ist ein Dachshund, gezüchtet nach anderen Größenklassen und mit anderer Farbvorliebe als hierzulande üblich. Das macht ihn nicht schlechter, aber auch nicht exotischer, als der Name suggeriert. Wer die Rasse sucht, findet dieselben genetischen Anlagen – Rückenprobleme durch die lange Wirbelsäule eingeschlossen – bei jedem FCI-Teckel vor der eigenen Haustür, ganz ohne Importaufwand, Tollwut-Wartezeit und grenztierärztliche Kontrolle.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 148: Dachshund, publiziert 25.05.2021
- American Kennel Club: Official Standard of the Dachshund
- Zoll.de: Regelungen für die Einfuhr von Heimtieren aus Nicht-EU-Staaten
- VIER PFOTEN: FAQ zum illegalen Welpenhandel
Geschrieben von Bella, Redaktion hunde-gesundheit.net — er schreibt hier über Hunderassen, Haltung und Hundegesundheit.









